Dienstag, 18. Mai 2010

Glaubensgehorsam

Andachten von A.Murray, C.O.Rosenius zu Jeremia 31, 31
A.Murray
Der Neue Bund bei Jeremia

«Ich will mit dem Hause Israel einen neuen Bund machen; ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben» (Jer 31,31. 33)

Der erste Bund, den Gott auf dem Berge Sinai mit dem Volk Israel schloss, stand unter dem Wort: «Werdet ihr meiner Stimme gehorchen, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern» (2Mo 19,5). Leider fehlte dem Volk Israel damals die Kraft zu diesem Gehorsam; seine Natur war durch und durch fleischlich und sündig. Auch kannte jener Bund die vorlaufende Gnade nicht, die sie zu diesem Gehorsam unter allen Umständen befähigte. Das Gesetz diente nur zur Feststellung und Verurteilung der Sünde.

Anders verhält es sich mit dem Neuen Bund, den Gott in unserm Textwort zu stiften verheißt. In diesem ist alles vorgesehen, was zu einem Leben des Gehorsams nötig ist; denn das Gesetz würde «in ihr Herz gegeben» werden, «nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes», so dass sie mit David würden sagen können: «Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und Dein Gesetz habe ich in meinem Herzen» (Ps 40,9). Ihr ganzes inneres Leben samt allen Kräften würde durch den Heiligen Geist vom Gesetz erfasst, wie es im 32. Kapitel des Jeremia ausgedrückt ist: «Ich will einen ewigen Bund mit ihnen machen und ihnen meine Furcht ins Herz geben, dass sie nicht von mir weichen» (V. 40).

Im Gegensatz zum Alten Testament und der ihm anhaftenden Unvollkommenheit, die einen ungetrübten Wandel unmöglich machte, bietet die Verheißung des Neuen Bundes volle Gewähr für ununterbrochene Gehorsamstreue, das Kennzeichen eines Gläubigen, der Gott beim Wort und Seine Verheißungen voll und ganz in Anspruch nimmt.

So lasst uns denn folgende Mahnung beherzigen: Im Neuen Bund kann Gottes mächtige Kraft im Leben eines jeden sichtbar werden, der an Seine Verheißungen glaubt: «Ich will ihnen meine Furcht ins Herz geben, dass sie nicht von mir weichen» und: «Ich werde es tun und tue es auch, spricht der Herr!» Beuge dich deshalb in aufrichtiger Demut vor Gott und glaube an Seine Verheißungen! Die Erfahrung der Kraft, die uns davor bewahrt, uns von Ihm zu wenden, steht in engem Zusammenhang mit Jesu Wort: «Dir geschehe, wie du geglaubt hast!»

Wir müssen den Unterschied zwischen dem Alten und dem Neuen Testament klar vor Augen behalten. Das Alte Testament hatte ein wundervolles Maß von Gnade, doch reichte es für ein Leben ununterbrochenen Glaubensgehorsams nicht aus. Dieser wird uns erst im Neuen Testament als Frucht einer Herzenserneuerung durch die Kraft des Heiligen Geistes verheißen. Er allein vermag der Seele die Fülle der Gnade zu offenbaren und uns «in untadeliger Heiligkeit» zu bewahren!

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