Sonntag, 31. Oktober 2010

Gottes Wirken unsere Antwort

Hier ein Rundbrief von Andrew Wommack

RUNDBRIEF OKTOBER 2009

Leben im Gleichgewicht von Gnade & Glauben

Während unserer Gospel Truth Seminaren nehme ich mir immer vor den Treffen Zeit, mich mit Freunden und Partnern zu unterhalten. Eine der mir am häufigsten gestellten Frage ist: „Was muss ich tun, um Gottes Segnungen zu empfangen?“ Und in der Regel folgt dann diese Erklärung: „Ich habe gebetet, meine Bibel gelesen, bin in die Kirche gegangen, habe meinen Zehnten gegeben – und doch scheine ich nicht in der Lage zu sein, meine Gebete beantwortet zu bekommen.“

In dieser Fragestellung und Erklärungsweise liegt die Wurzel des Problems: Sie sind in die Falle geraten, Gottes Antwort von ihrer Leistung abhängig zu machen. Sie haben nicht wirklich das Gleichgewicht von Gnade und Glauben verstanden und in welcher Beziehung beide zueinander stehen.

Per Definition bedeutet das Wort Gnade unverdiente Gunst. Daher ist die gute Nachricht: Gnade hat nichts mit dir zu tun! Gnade existierte schon lange bevor es dich überhaupt gab. Wir können es auch anders ausdrücken:Gnade ist Gottes Sache.

Glaube wird definiert als eine positive Reaktion auf das, was Gott durch Gnade schon zur Verfügung gestellt hat. Mit anderen Worten, Glaube ist deine positive Reaktion auf Gottes Gnade bzw. Glaube eignet sich nur das an, was Gott für dich schon zur Verfügung gestellt hat. Daraus ergibt sich: Glaube ist deine Sache.

Gnade und Glauben arbeiten zusammen und sie müssen sich im Gleichgewicht befinden.
Epheser 2,8-9 besagt:
„Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“

Manchmal lesen wir eine Bibelstelle, die uns so vertraut ist, dass wir nicht einmal innehalten, um darüber nachzudenken, was sie wirklich aussagt. In diesem Vers wird eine tiefe Wahrheit verkündet, nämlich dass wir aus Gnade durch Glauben gerettet sind – nicht allein durch das eine oder das andere! Sieh es einmal so: Gnade ist das, was Gott tut; Glaube ist das, was wir tun. Beide müssen zusammenwirken, damit Errettung möglich wird.

Errettung ist nicht von Gnade allein abhängig. Wenn es so wäre, dann würde jeder errettet werden und in den Himmel kommen, denn Gottes Gnade ist ja für alle Menschen gleich (Tit 2,11). Er hat das Geschenk der Errettung schon allen Menschen durch Jesus gebracht. Und durch Glauben kann jeder das empfangen, was vor 2000 Jahren vollbracht wurde.

Die meisten von uns glauben, dass wir Gott um Vergebung unserer Sünden bitten müssen, um errettet zu werden. Aber das ist nicht das, was die Bibel lehrt. In 1. Johannes 2,2 wird ausgesagt, dass Jesus das Sühneopfer für unsere Sünden war – und nicht nur für unsere, sondern auch für die der ganzen Welt. Jesus starb nicht nur für die Menschen, von denen er wusste, dass sie ihn annehmen würden; er starb für jeden einzelnen Sünder, der jemals auf dieser Erde gelebt hat. Und er starb bevor du oder ich jemals auch nur eine einzige Sünde begangen haben.

Hier ist eine radikale Wahrheit, die mich aus den meisten Kirchen hinausbefördern würde: Sünde ist für Gott kein Thema mehr! Der Herr wartet nicht darauf, dass wir ihn um Vergebung für unsere Sünden bitten. Die Sünden der ganzen Welt – in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – sind bereits vergeben worden. Selbst ein Mann wie Adolf Hitler hatte Gnade angeboten bekommen! Jesus liebte Hitler und bezahlte für seine Sünden genauso wie er es für dich und mich getan hat. Denn bei Gott gibt es kein Ansehen der Person (Röm 2,11).

Gott hat seinen Teil schon getan; nun ist es an dir, die Wahrheit durch Glauben zu empfangen und sie in deinem Leben Realität werden zu lassen. Amen!

Johannes 1,29 sagt aus:
„Seht her! Da ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Übersetzung Neues Leben)

In Johannes 16,8-9 sagt Jesus:
“Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben.“

Die Kirche interpretiert diese Bibelstelle oft falsch und lehrt, dass es die Aufgabe des Heiligen Geistes sei, uns all unserer Sünden zu überführen. Aber das ist nicht seine Aufgabe. Der Heilige Geist ist hier, um uns von der einenSünde zu überführen – Jesus nicht als unseren Erretter anzunehmen. Alles, worauf es ankommt, ist an Jesus Christus zu glauben!

Menschen gehen nicht in die Hölle, weil sie Ehebruch begehen, stehlen oder gar töten. Für diese Sünden, wie für alle anderen, ist bereits bezahlt worden. Das ist es, was die Bibel in Johannes 16,8-9 sagt – die einzige Sünde, die Menschen in die Hölle bringt, ist die Sünde, Jesus als ihren persönlichen Retter abgelehnt zu haben. Also hör auf damit, Sünde in deinem Leben zu vergrößern!

Die Botschaft, die in den meisten Kirchen gepredigt wird, bringt uns dahin, dass wir ein Bewusstsein für Sünde bekommen anstatt ein Bewusstsein für Gerechtigkeit (Röm 3,19-20). Es verursacht auch, dass wir die Segnungen Gottes von unserer Leistung abhängig machen.

Gottes Gnade hat nicht nur Vorsorge für Errettung getroffen, sondern auch für jedes Bedürfnis in deinem Leben. Diese Vorsorge ist nicht darauf gegründet, ob du ausreichend in der Bibel liest, genug betest, in die Kirche gehst oder sogar deinen Zehnten bezahlst. Noch bevor du jemals eine finanzielle Not hattest, hat Gott deine Versorgung schon geschaffen. Bevor du krank wurdest, hat Gott durch Gnade Vorsorge für Heilung getroffen (1Petr 2,24). Bevor du jemals entmutigt wurdest, hat Gott dich schon mit jedem geistlichen Segen gesegnet (Eph 1,3). Gott hat schon jede Not, die du jemals haben könntest, vorausgesehen und hat diese Nöte durch Jesus gestillt – lange bevor es dich gab. Das ist Gnade!

Jesus hat in den letzten 2000 Jahren nicht eine einzige Person errettet, geheilt, befreit oder finanziell gesegnet. Was Gott vor 2000 Jahren durch Gnade zur Verfügung gestellt hat, wird nun zur Realität, wenn es mit Glauben verbunden wird. Glaube eignet sich das an, was Gott schon zur Verfügung gestellt hat. Glaube bewegt nicht Gott! Gott ist nicht derjenige, der feststeckt. Glaube kann Gott zu gar nichts bewegen. Gnade und Glaube arbeiten zusammen – und unsere Aufgabe ist es, das anzunehmen, was Gott schon längst getan hat.Gnade muss sich mit Glauben die Waage halten.

Viele Christen glauben, dass Gott sich in souveräner Weise bewegt, und zwar wie und wann er will! Das kommt daher, weil Religion lehrt, dass Gott alles kontrolliert und nichts ohne seine Erlaubnis geschehen kann. Das ist aber nicht richtig; nicht alles liegt an Gott. Ich habe eine Lehrserie über die Autorität des Glaubenden (The Believer’s Authority), die das alles viel mehr im Detail behandelt.

Als zum Beispiel mein Vater starb, erzählte man mir, dass Gott ihn mehr im Himmel bräuchte als ich ihn hier. Selbst mit zwölf Jahren wusste ich, dass das nicht stimmen konnte. Warum sollte Gott meinen Vater im Himmel brauchen? Gott hat meinen Vater nicht getötet. Diese Dinge lehrt das Wort Gottes nicht. Die Bibel zeigt ganz klar, dass Jesus gekommen ist, um die Werke des Teufels zu zerstören (Hebr 2,14 und 1Joh 3,8). Satan ist derjenige, der umhergeht und sucht, wen er verschlingen kann (1Petr 5,8). Satan ist derjenige, der kommt um zu stehlen, zu morden und zu zerstören (Joh 10,10).

Gott ist falsch dargestellt worden. Wenn er schuldig wäre für all die Dinge, die wir ihm anlasten, dann gäbe es auf der ganzen Welt keine zivilisierte Nation, die ihn nicht der Verbrechen gegenüber der Menschheit schuldig sprechen würde. Ich halte den Gedanken, dass Gott das Böse verursacht bzw. erlaubt, damit wir geistlich wachsen können, für die schlimmste Irrlehre im Leib Christi. Es macht Menschen passiv und nimmt ihnen ihre Hoffnung.

Wenn du wirklich glaubst, dass Gott alles kontrolliert, wozu ist es dann gut überhaupt noch irgendetwas zu tun? Es ist ja doch alles Gottes Sache. Wenn du glaubst, dass Gott dich irgendetwas durch Krankheit oder Armut lehren will, warum gehst du dann zum Arzt oder suchst dir einen guten Job? Warum nicht soviel wie möglich leiden und dann die Lektion auch wirklich lernen? Ich meine, wie dumm kann man sein und immer noch atmen?

Brüder und Schwester, das ist eine schreckliche Glaubenslehre! Die Bibel sagt, dass die Menschen in den letzten Tagen Böses gut und Gutes böse nennen werden (Jes 5,20). Denominationen lehren heutzutage, dass wenn du krank wirst oder finanzielle Probleme bekommst, dann ist es Gott, der das verursacht, um dich etwas zu lehren oder dich einfach nur zu demütigen. Das ist ein Beispiel dafür, Böses gut zu nennen.

Gott ist nicht verantwortlich für das Töten von Säuglingen, Vergewaltigung, Gewalt, Armut oder Krankheit. Satan ist der Urheber allen Bösen und die Bibel sagt klar und deutlich, dass wir dem Feind widerstehen sollen (Jak 4,7).Widerstehen bedeutet aktiv gegen etwas kämpfen. Wenn wir beispielsweise nicht gegen Krankheit ankämpfen, dann ordnen wir uns ihr unter. Dem Teufel gelegentlich sagen „Lass mich bitte in Ruhe“ ist nicht dem Teufel widerstehen. Wir müssen wütend werden auf den Teufel, aber wir werden nicht wütend, wenn wir glauben, dass es Gott ist, der das Problem verursacht oder erlaubt.

Gottes Wille geschieht nicht automatisch. Jesus sagte, dass nicht jeder errettet wird (Mat 7,13), dennoch sagt die Bibel, dass es Gottes Wille ist, dass nicht einer verloren geht (2Petr 3,9). Gott hat schon Errettung, Heilung und finanzielle Vorsorge zur Verfügung gestellt sowie alles andere, was wir brauchen. Aber wenn wir nicht im Glauben auf das reagieren, was durch Gnade vorbereitet wurde, dann werden wir es nicht empfangen.

Gott möchte, dass jeder geheilt wird. In Apostelgeschichte 10,38 steht, dass Jesus umherzog und Gutes tat und alleheilte, die vom Teufel überwältigt waren; was er tat, nennt die Bibel „gut“! Und 1. Petr. 2,24 sagt uns, dass wir durch seine Striemen geheilt worden sind, dennoch haben die meisten von uns Jesu Heilung noch nicht in unserem Leben empfangen.

Es ist nicht die Wahrheit, die dich freisetzt; es ist die Wahrheit, die du weißt, die dich freisetzen wird (Joh 8,32). Und die Wahrheit ist, dass du deinen Glauben in das hineinlegen musst, was Gott schon längst getan hat und nicht in das, was du tust. Gott hat in seiner Gnade schon Heilung, Wohlstand, Vergebung der Sünden und vieles mehr zur Verfügung gestellt. Es muss aber durch Glauben ergriffen werden.

Gott hat seinen Teil getan, indem er seinen Sohn gab. Seine Gnade hat durch das Opfer Jesu alles zur Verfügung gestellt. Das ist fast zu gut um wahr zu sein, denn wir können nichts tun, um es zu verdienen und auch nichts, um es zu verlieren. Unser Teil ist ganz einfach: Wir reagieren auf seine Gnade durch Glauben und ergreifen das, was schon vollbracht wurde.

So einfach das auch klingen mag, die meisten Christen verstehen diesen Gedankengang nicht. Sieh zu, dass du es nicht bist! Dies ist grundlegend für deine Beziehung mit Gott und vermutlich auch der Grund dafür, warum du deine Gebete nicht beantwortet siehst. Als Hilfe könnte dir mein neues Buch dienen, dass ich gerade veröffentlicht habe„Living in the Balance of Grace & Faith“ (Leben im Gleichgewicht von Gnade und Glauben). Es ist ebenfalls auf CD und DVD erhältlich.

Verwechsle es bitte nicht mit meinem ersten Buch, welches ich 1987 geschrieben habe und den Titel trägt „Grace and Face“ (Gnade und Glauben). Dies war eine Kurzversion von dem, was nun zu einer vollständigeren Lehre ausgearbeitet wurde, Leben im Gleichgewicht von Gnade und Glauben(z.Zt. ist die längere Version dieses Titels noch nicht in Deutsch erschienen). Ich glaube, dass diese Botschaft im Herzen des Evangeliums ist und es ist das Herz der Botschaft, die Gott mir gegeben hat, um mitzuhelfen, die Welt zu verändern. Aus diesem Grund veröffentliche ich dieses neue Buch als gebundene Version.

Viele betonen Gnade und viele andere betonen Glauben, aber zu wenige betonen das Gleichgewicht zwischen Gnade und Glauben. Es ist wie mit Natrium und Chlor: einzeln genossen sind beide giftig und können dich töten. Wenn sie aber miteinander verbunden werden, dann werden sie zu Kochsalz, was du zum Leben brauchst. Gnade ohne deine positive Reaktion durch Glauben wird dich nicht erretten. Und Glaube, der nicht eine Reaktion auf die Gnade Gottes ist, wird dich unter Verdammnis bringen. Aber lege deinen Glauben in das, was Gott schön längst für dich getan hat, und du hast den Sieg, der die Welt überwindet (1Joh 5,4).

Gott segne dich,


Andrew und Jamie

P.S. Jamie und ich wollen dir nochmals danken für all das, was du tust, um uns zu helfen, diese Botschaft zu veröffentlichen. Ich komme gerade aus England, Uganda und Südafrika zurück und ich kann wirklich sagen, dass sich Menschenleben auf der ganzen Welt verändern. Du bist ein wichtiger Teil von all dem, was wir tun. Danke für deine Partnerschaft am Evangelium.

Wir lieben dich,


Donnerstag, 28. Oktober 2010

Über den Glauben

Hab ich bei Zinzendorf gefunden.

Die Hervorhebungen sind von mir.

Was der Glaube wirkt

Dies ist das wunderbare Ding:
Erst dünkt’s für Kinder zu gering,
und dann zerglaubt ein Mann sich dran
und stirbt wohl, eh er’s glauben kann.

Wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß Er sei. Von dieser Pflicht kann uns der Heiland nicht entbinden. Wenn wir nicht glauben, so können wir Ihn nicht inne und gewahr werden. Wir müssen in dieser Zeit glauben, weil wir nicht sehen. Wenn wir also nicht glauben wollen, so können wir Ihn nicht haben.

Wenn der Glaube einmal angezündet ist im Herzen, brennt er bis ins ewige Leben.

Was ist die Sünde im neuen Testament? Etwa, daß man das und das unrecht macht, die und die böse Tat tut? O nein! Denn das Sündigen ist der Sünde Strafe, die Rute für die Sünde, die Peitsche für die Sünde. Wenn einer einmal einen bösen Gedanken nicht loswerden kann, zu dieser und jener bösen Tat kommt, so ist’s ebensoviel, als ob er die Rute kriegte. Für was denn? Für die Sünde! Was ist denn das eigentlich? Der Unglaube!

An Jesus nicht glauben – das ist die Sünde! Und wer in der einzigen Sünde steht, wird mit allen anderen Versündigungen als mit einer Rute gepeitscht und kann sie nicht loswerden. Und wenn er alle vierzehn Tage nur einmal äße und in acht Tagen nur zweimal schliefe und sich alle Marter in der Welt antäte, so käme er immer tiefer drein. Warum? Weil das die Sache nicht ist, sondern: er soll ans geschlachtete Lamm glauben.

Glauben heißt nicht, sich einen Gedanken machen, sondern des Heilandes Wirkungen wesentlich an seinem Herzen erfahren, ihnen stillehalten und sie liebhaben. Glauben heißt, wenn der Heiland faßt, daß wir auch fassen, wenn der Heiland umspannt, daß wir Ihn halten, und wenn Er tut, als wollte Er sich zurückziehen, daß Er sieht, wir haben den Unterschied gefunden zwischen den Bildern und Phantasien und zwischen dem Wesen, das wir aus Ihm haben.

Der Glaube ist die einzige Pflicht, die uns im Neuen Testament abgefordert wird. Denn alle die anderen Sachen, gute Werke, Pflichten, Regeln von allen Arten sind keine Pflichten mehr, keine Anforderungen, sondern Seligkeiten und Gnadenerlaubnisse, dabei einem überaus wohl ist. Ja, man wird bei dem Glauben an Jesus den Heiland gleich so gerecht, so heilig und selig, daß man seines Lebens erst recht froh ist.

Weil man im Neuen Testament nicht mehr sagt: Du sollst demütig, du sollst keusch, du sollst freigebig, du sollst arbeitsam sein, sondern: Ich bin durch das Blut des Sohnes Gottes vom Hochmut, von der Lust, vom Geiz, von der Faulheit erlöst, ich darf demütig, ich darf keusch, ich darf vergnügsam, ich darf arbeitsam sein; es ist mir erlaubt, und das hat mir das Blut Jesu zuwege gebracht – so hat man sich um nichts nötig zu bekümmern als um den Glauben.

Den Glauben mir verleihe
daß alles gut wird gehen;
die Fehler auch verzeihe,
die von mir sind geschehn.
Du wirst mich nicht beschämen,
weil Du verboten hast,
mehr über sich zu nehmen
als eines Tages Last.

Es hängt glauben, Vergebung kriegen und selig sein ganz fest aneinander, daß einer in der Stunde, da er glaubt, auch gleich Gnade kriegt und selig wird; und alsdann ist er auch gleich willig zum Bekennen und Nachfolgen.

Wer läßt nicht um Jesum Christ
alles fahren,
der gespürt hat, wer Er ist,
und erfahren,
daß uns solche Seligkeit
nichts kann rauben!
Mehr uns, Herr, den Glauben!

Über den Glauben

Dienstag, 26. Oktober 2010

Glauben ohne Schuldgefühle

Ich möchte hier ein Büchlein vorstellen.

Das gleiche Thema wird auch hier behandelt. :-)

Von G. J. Matthia "GJM" (Berlin) -

Rezension bezieht sich auf: No more blues: Glaube ohne Schuldgefühle (Broschiert)
Es gilt, etwas in Worte zu fassen, was eigentlich nur selbst erlebt werden kann: Das Gefühl, wenn eine unsichtbare, jedoch deshalb nicht weniger drückende Last von den Schultern - von der Seele genommen wird. Das Gefühl, wenn plötzlich das sprichwörtliche »Aha-Erlebnis« stattfindet. Ein Gefühl, ein Empfinden, das mich bei der Lektüre des hier vorgestellten Buches mehrmals überrascht hat.

Christen sagen, Jesus Christus habe »ihre Schuld auf sich genommen«. Warum gibt es dann kaum jemanden, der mehr unter Schuldgefühlen leidet, als gerade die Christen?

So beginnt der neueste »Monatsbegleiter« aus der Quadro-Serie im Down to Earth Verlag. Ich habe keinen Monat gebraucht, um die 40 Seiten zu lesen, denn erstens lasse ich mir von einem Buch nicht sagen, in welchem Rhythmus oder Tempo ich es lesen soll, und zweitens wollte ich am Ende jeder Seite sofort wissen, was als nächstes auf mich wartet. Noch ein »Ach so!«, ein weiteres »Warum habe ich das in 30 Jahren nicht kapiert?« oder ein »Das habe ich immer so empfunden - jetzt weiß ich auch warum!«
Es geht um den Blues. Nicht den von B. B. King oder Eric Clapton, sondern um den Blues, den viele, viel zu viele Christen mit sich herumtragen und der von den Menschen rings herum keineswegs übersehen wird, der noch dazu das eigene Christenleben schwer macht. Das hat Tradition im Christentum:

Während Jesus den Menschen das einfache Evangelium verkündete: »Dir sind deine Sünden vergeben«, hören Menschen, die gläubig werden, von Christen oft etwas anderes.
Zunächst einmal müssen sie einsehen, dass sie Vergebung brauchen, also wird ihnen statt des Zuspruchs der Vergebung ein Spiegel ihres Versagens vorgehalten.
Sobald sie Christen werden, bringt man ihnen bei, dass die Vergebung ein leicht verderbliches Gut sei, das immer nur bis zur Gegenwart reiche. Jeder neue Fehltritt erfordere spezielle Maßnahmen der Tilgung: Beichte, Bekenntnis, Wiedergutmachung oder dergleichen.

Mir hat man seinerzeit (vor rund 35 Jahren) sogar beigebracht, dass ich noch gar nicht »richtig« erlöst sei, da ich ja noch die Beatles, die Rolling Stones und - o weh, o weh - sogar Led Zeppelin hörte. Erst wenn diese Platten verbrannt seien (und natürlich Buße für den Besitz und das Hören getan war), durfte ich als »erlöst« gelten. Doch dann stellte sich heraus, dass ich rauchte. Auch das ging natürlich nicht. Und so weiter...
Es gab - und gibt, Gott sei es geklagt - viele solche Fälle wie mich. Einige, die ungefähr zeitgleich mit mir Jesus kennen gelernt hatten, waren einige Monate später nicht mehr am Glauben interessiert. Die tiefe und übersprudelnde Freude, die Jesus in mein und ihr Herz gegeben hatte, wurde gedämpft, zeitweise sogar erstickt. Christsein wurde zum Leben nach einem unüberschaubaren und sowieso unerfüllbaren Regel- und Gesetzeswerk. Man darf nicht weltliche Musik hören. Man darf nicht nackt baden gehen. Man muss zum Gottesdienst gehen. Man muss beim Gemeindeputz mithelfen. Man muss dieses, man darf nicht jenes.
»No more blues« nennt ein anderes Beispiel, eins, das ich ebenfalls kennen gelernt habe:

Der Blues beginnt oft schon am Tag der Bekehrung. Voller Freude bricht jemand in ein neues Leben mit Jesus auf. Doch schon fällt er einem Mitchristen in die Hände, der ihn wohlmeinend unterweist: Ab heute müsse er täglich in der Bibel lesen.
Schon ist die Weiche falsch gestellt. Kein Wunder, dass der Zug bald im Bahnhof der Schuldgefühle einfährt. Was Kür sein sollte, ist zur Pflicht geworden.
Ich versichere dir: »Du musst überhaupt nicht in der Bibel lesen!« Damit sage ich nicht: »Lies nicht in der Bibel!« Wenn du willst, darfst du sie gern lesen. Ich würde mich darüber freuen. Ich weiß, dass sie dir gut tun wird. Ich sage nur: Du musst sie nicht lesen. Jedenfalls nicht, um Gott zu gefallen du gefällst ihm nämlich schon.
Ich kann das ganz einfach beweisen. 1500 Jahre lang gab es Christen, ohne dass es gedruckte Bibeln gab. Dem normalen Christen waren die existierenden Handschriften entweder nicht zugänglich, oder er konnte nicht lesen. Wie kann Bibellesen da eine Christenpflicht sein? Wie kann ein Christ etwas müssen, was der Mehrheit der Christen über 1500 Jahre gar nicht möglich war?

Der Autor Harald Sommerfeld ist ein Querdenker, der durch das Querdenken so manchen gordischen Knoten durchschlagen hilft. Er umgeht unbequeme Probleme nicht, sondern er lädt mit diesem Buch dazu ein, gerade diese unangenehmen Aspekte des Lebens als Christ aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Und das kann, vorausgesetzt der Leser lässt sich darauf ein, zu den eingangs geschilderten »Aha-Erlebnissen« führen.
Er verkennt dabei nicht die Tatsache, dass es durchaus Dinge in der persönlichen Historie eines Christen geben mag, bei denen eine »Aufarbeitung« unumgänglich ist, damit sie sich nicht mehr störend auswirken. Zum Beispiel:

Wenn du merkst, dass ein bestimmtes Fehlverhalten dich hartnäckig bedrückt, Schuldgefühle nicht abzuschütteln sind und etwas in dir einfach nicht glauben will, dass die Sache durch Jesus schon erledigt ist, dann kann ein Bekenntnis vor einem anderen dir helfen. Manches kann leichter entmachtet und losgelassen werden, wenn es ausgesprochen wird.
Suche dir einen Menschen, dem du vertraust. Erzähle ihm, was du getan hast, und lass dir von ihm bestätigen und zusprechen, dass die Sache vergeben und erledigt ist. Dann geh fröhlich deines Weges.

»No more blues« ist ein Mutmacher, aber nicht von der billigen Art, die »alles wird gut« zu suggerieren versucht. Das Quadro ist nicht oberflächlich, sondern es versetzt den Leser in die Lage, unter die Oberfläche des (eigenen) Glaubenslebens zu schauen. Dort sind womöglich Denkmuster und Überzeugungen verborgen, die dafür sorgen, dass Christen zwar sagen, Jesus Christus habe »ihre Schuld auf sich genommen«. Unsere Mitmenschen dagegen fragen sich: »Warum gibt es dann kaum jemanden, der mehr unter Schuldgefühlen leidet, als gerade die Christen?«
Harald Sommerfeld zeigt Wege auf, wie man diese Zustand nachhaltig ändern kann.

Mein Fazit: Eigentlich sollte dieses Heft zur Pflichtlektüre erklärt werden, aber dann würde man ja, falls jemand es nicht liest, wieder den Blues erzeugen. Viel besser: Neugierig werden, anfangen zu lesen und wie ich nicht mehr aufhören wollen.
Die Lektüre wird nicht ohne Folgen für das eigene Leben bleiben. Und, nicht zu vergessen: Eric Clapton darf man weiter hören und genießen!

Samstag, 23. Oktober 2010

Geben und Wohlstand

Hier ist der 2. Teil von Andrew Wommack

Geben


Geben“ ist ein sehr sensibles Thema, und es gibt eine große Bandbreite an Meinungen und Praktiken, die damit verbunden sind. Manche würden gerne geben, fühlen sich aber finanziell nicht imstande dazu, während andere schon Unmengen an Geld gegeben haben, weil sie einen Fernsehprediger haben sagen hören, dass Gott sie in besonderer Weise segnen würde bzw. dass sie hundertfachen Lohn von ihrer Spende zurückerhalten

würden. In vielen Fällen ist jedoch der zu erwartende „Gewinn“ ausgeblieben.


Der Spender ist enttäuscht, sehr viel ärmer als vorher und darüber verwirrt, warum dies geschehen ist. Wer dagegen die geistlichen Gesetze des Gebens versteht und sie umsetzt, sieht sowohl sich selbst als auch Gottes Reich wachsen und gedeihen. Gott möchte, dass wir sein Reich voranbringen und auch selbst gesegnet werden, aber damit dies geschehen kann, müssen wir verantwortungsbewusst in unserem Geben sein und die geistlichen Gesetze diesbezüglich verstehen.


Wir werden uns in diesem Kapitel einige dieser Gesetze anschauen.




Dein Motiv muss Liebe sein


Geben sollte in erster Linie ein Akt der Anbetung und der Danksagung sein und auch ein Akt des Glaubens – Glauben an Gottes Ver-heißung, dass wir finanziell gesegnet werden, wenn wir geben! Gott hat deutlich gemacht, dass er von seinem Volk erwartet, dass es im Glauben lebt,1 und er hat kein Gefallen daran, wenn wir nicht an seine Verheißungen glauben und danach handeln.

Es gibt viele Verheißungen, die vom Geben und Empfangen sprechen. Wenn wir Gott auf diesem Gebiet vertrauen und seinen geistlichen Gesetzen gehorchen, werden wir feststellen: Je mehr wir geben, desto mehr werden wir empfangen.2 Schauen wir uns nun ein geistliches Gesetz an, das von unserem Motiv des Gebens handelt. Unser Motiv ist sehr wichtig – in Gottes Augen sogar wichtiger als der Betrag, den wir geben. Es ist sogar so: Wenn wir aus dem falschen Motiv heraus geben, wird es uns gar nichts bringen.


Paulus sagte den Korinthern,3 dass es ihnen überhaupt nichts nützen würde, wenn sie all ihre Habe zur Speisung der Armen austeilen würden – es sei denn, ihr Motiv sei Liebe! Und in einem folgenden Brief sagte er ihnen, dass sie nicht widerwillig oder aus Zwang geben sollten, sondern mit fröhlichem Herzen.4 Gott liebt es, wenn Menschen aus freien Stücken und gerne geben, dagegen macht es ihm keine Freude, wenn Menschen nur aus Verpflichtung geben.

Zu vergleichen ist dies mit den unterschiedlichen Gefühlen eines Vaters, dessen Kind einfach aus Liebe für ihn etwas tut, oder aber widerwillig und aus Zwang. Gott macht es keine Freude, wenn unser Motiv beim Geben Schuld, Verpflichtung, Angst, Zwang oder sonst ein Motiv ist außer Liebe. Das einzige Motiv, das Gott Freude macht, ist die Liebe.

1. Habakuk 2,4; Römer 1,17;

Galater 3,11; Hebräer 10,38;

Kolosser 2,6

2. Lukas 6,38; Sprüche 3,9-10;

Sprüche 11,24-25

3. 1. Korinther 13,3

4. 2. Korinther 9,7

Und das ist auch der Grund, warum so viele Christen, die ihren Zehnten aus Pflichtgefühl geben, den finanziellen Segen nicht erleben, den die Bibel verspricht.5


Was ist mit dem Zehnten?

Das bedeutet nicht, dass es falsch ist, den Zehnten zu geben – ganz im Gegenteil: Jesus nahm nicht speziell das Thema des Zehnten mit in seine Lehre hinein, aber er sprach in einer seiner Begegnungen mit den Schriftgelehrten und Pharisäern darüber.6 Er deutete an, dass sie im Geben des Zehnten richtig handelten, obwohl sie in anderen Bereichen falsch lagen.

Die Praxis, den Zehnten zu geben, sehen wir zum ersten Mal bei Abraham, der sich freiwillig entschied, den Zehnten von allem Melchisedek zu geben, dem Priester Gottes, des Höchsten.7 Jakob gab auch den Zehnten,8 und 300 Jahre später führte Gott im Gesetz des Mose den Zehnten als ein Gebot ein, mit dem Zusatz eines Fluches bei Nichteinhaltung.9 Im neuen Bund stehen wir nicht unter diesem Gesetz und auch nicht unter dem Fluch, wenn wir den Zehnten nicht geben.10

Trotzdem wären wir unvernünftig, es nicht zu tun! Denn wenn wir den Zehnten oder einen anderen Betrag mit der richtigen Haltung geben, kooperieren wir mit Gott auf einem der Hauptwege, die er benutzt, um uns finanziell zu segnen.11

Das gesetzliche Geben des Zehnten unseres Einkommens, ob netto oder brutto (!),

macht Gott keine Freude, aber das regelmäßige,12 fröhliche, freiwillige Geben freut ihn ganz gewiss.


Saat und Ernte

Schauen wir uns ein anderes geistliches Gesetz an – das Gesetz von Saat und Ernte. An vielen Stellen vergleicht die Bibel „Geben“ mit dem Säen von Samen.13 In 2. Korinther 9,6, das zwischen zwei Kapiteln liegt, in denen Paulus ausführlich über das Thema

Geben“ lehrt, schreibt er: Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten. Das griechische Wort pheidomenos, das mit „sparsam“ übersetzt wurde, bedeutet geizig und knauserig

zu sein. Wenn wir also geizig geben, wird unsere Ernte dementsprechend klein ausfallen.


Wenn wir aber großzügig geben, wird unsere Ernte auch dementsprechend groß sein!

Gottes Urteil darüber, ob eine Gabe „geizig“ ist, gründet sich nicht auf den finanziellen Wert der Gabe. Jesus sah in den zwei kleinen Münzen der Witwe einen größeren Wert

als in den materiell höheren Gaben der reichen Leute.14 Sie gab alles, während die anderen nur einen kleinen Teil ihres Überflusses gaben. In den Augen Gottes hängt der Wert unserer Gabe nicht von ihrer finanziellen Höhe ab, sondern von dem Prozentsatz dessen, was wir zur Verfügung haben.

Er erwartet nicht von uns, dass wir etwas geben, was wir gar nicht haben.15 In Gottes Augen ist 1 € von jemandem, der nur 4 € besitzt weitaus mehr als 100.000 € von jemandem, der 10.000.000 € besitzt – Letzteres mag unter bestimmten

Umständen sogar eine „geizige“ Gabe sein!

Ein anderer Aspekt des Gesetzes von Saat und Ernte ist folgender: Wenn wir geben, sollten wir es nicht als Verlust unseres Geldes betrachten. Das tut ein Bauer auch nicht, wenn er Samen sät – er sieht es vielmehr als eine Investition. Zur Erntezeit wird er ein Vielfaches von dem zurückerhalten, was er gesät hat! Bauern wollen so viel Samen wie nur möglich säen, damit sie eine größtmögliche Ernte einfahren.


Ähnlich verhält es sich, wenn wir Gott großzügig geben. Das ist eine kluge Investition, denn es wird uns nicht nur in vielfacher Weise zurückerstattet, was wir gegeben haben,16 sondern es wird uns auch im kommenden Leben zugutekommen.17 Wir können unser Vermögen nicht mitnehmen, wenn wir sterben, aber wir können es sicherlich vorausschicken 18

In guten Grund säen

Ein Bauer passt auf, seinen Samen in guten Grund zu säen, und auch wir sollten aufpassen, wohin wir unser Geld geben. Im Alten Testament brachten die Leute ihre Gaben zum Priester oder zum Leviten, und in Maleachi gebot Gott den Juden, ihren Zehnten ins Vorratshaus zu bringen.19

5. Markus 10,29-30; Lukas 6,38

6. Matthäus 23,23

7. 1. Mose 14,20

8. 1. Mose 28,22

9. 3. Mose 27,30-32; 5. Mose

28,15 mit Maleachi 3,8-10

10. Galater 3,13

11. siehe Kapitel 15

12. 1. Korinther 16,2

13. Sprüche 11,24; Lukas 19,10;

19,20-23; Galater 6,7-8

14. Markus 12,41-44; Lukas

21,1-4

15. 2. Korinther 8,12

16. Markus 10,30; Sprüche

11,24-

25;19,17

17. Markus 10,21; Matthäus

19,21

18. Matthäus 6,20; 19,21

19. Maleachi 3,10


Das heißt für uns, dass wir unseren Zehnten an den Ort bringen, wo wir genährt werden. Wenn du Mitglied einer guten Gemeinde bist, dann solltest du deinen Zehnten dorthin geben. Eine gute Gemeinde ist eine, in der du mit dem reinen Wort Gottes genährt, durch die Verantwortlichen der Gemeinde betreut und versorgt wirst, wo deine Kinder gut gelehrt und aufgehoben sind und du die Möglichkeit hast, Gott mit Geben anderen Gläubigen anzubeten usw.

Wenn deine Gemeinde aber tot oder gesetzlich ist, falsche Lehre predigt und du und deine Familie nicht gut betreut werden, dann ist dort dein Geld nicht gut angelegt.


Es wäre das Beste, die Gemeinde zu wechseln. Aber wenn das nicht möglich ist und du deine geistliche Nahrung sonst wo bekommen kannst, dann wäre dieses „sonst wo“ vielleicht der beste Ort für dich, um zu geben. Wenn wir in einen Dienst hineingeben, dann geben wir ihm einen Vertrauensbeweis und helfen ihm, seinen Dienst zu fördern und aufrechtzuerhalten.

Aus diesem Gesichtspunkt betrachtet stellt sich die Frage: Wollen wir wirklich ein Werk

unterstützen, das Gesetzlichkeit oder Schlimmeres praktiziert, oder wollen wir etwas unterstützen, das das wahre Evangelium fördert? Die Antwort ist wohl klar!


Es ist eines von Gottes unveränderlichen Prinzipien, dass ein Same gemäß seiner eigenen Art hervorbringt. Dies lässt sich mindestens auf zwei Arten unseres Gebens umsetzen.

Erstens: Wenn wir Liebe geben, werden wir Liebe empfangen, wenn wir Gebet geben, werden wir Gebet empfangen, wenn wir Geld geben, werden wir Geld empfangen, und wenn wir ein Auto geben, werden wir ein Auto empfangen (oder mehr als eins).

Zweitens: Wenn wir uns wünschen, in einem bestimmten geistlichen Dienst mitzuarbeiten, dann ist ein guter Schritt zur Verwirklichung dieses Wunsches, in diese Art von Dienst zu

säen. Einen Evangelisten regelmäßig zu unterstützen wird dir dazu verhelfen, ein Evangelist zu werden. Einen Lehrdienst zu unterstützen wird dir helfen, ein Lehrer zu werden. Das heißt nicht, dass du einen Dienst „kaufen“ kannst oder plötzlich ein wunderbarer Lehrer des Wortes wirst ohne zu studieren! Aber wenn du unablässig einen Dienst suchst, während du in einen ähnlichen Dienst hineinsäst, wird es dir sicherlich helfen, auf diesem Gebiet zu wachsen, und dir werden Türen geöffnet.


Denke an die Armen

Almosen geben (den Armen und Bedürftigen geben) wird ebenfalls in der Bibel erwähnt und gefördert. Die Apostel beauftragten Paulus, an die Armen zu denken,20 und er half maßgeblich, eine Kollekte unter den verschiedenen Gemeinden für die bedürftigen

Heiligen in Jerusalem zu sammeln.21 In Sprüche 19,17 steht: Wenn wir uns über den Geringen erbarmen, leihen wir dem Herrn, und er wird es uns vergelten.


Saat, Zei-i-i-t und Ernte – die Auswirkungen

Wie bei jeder Saat und Ernte, gibt es eine gewisse Zeitspanne zwischen dem Geben und dem Empfangen, und während dieser Zeit brauchen wir genug Geld, um zu leben! Manche Leute lernen diese Wahrheit auf dem harten Weg, nämlich wenn sie Gott geben, aber nicht genug zurückbehalten, um ihre Rechnungen und laufenden Kosten zu bezahlen – und finden sich dann in einer schlechten finanziellen Situation wieder.


Sie haben einen wichtigen Teil des Saat-und-Ernte-Gesetzes vergessen – nämlich dass da immer ein gewisser Zeitraum zwischen der Saatzeit und der Erntezeit liegt. Die Bauern säen ihre Saat. Sie muss zunächst keimen, dann wächst sie einige Monate, und dann erst ist die Ernte reif. Das Gleiche trifft beim Geben zu – da ist ein bestimmter Zeitraum zwischen dem Geben und dem Empfangen, und während dieser Zeit müssen wir weiterhin unsere Rechnungen bezahlen! Kein Bauer pflanzt seinen ganzen Samen ein. Einen Teil davon benutzt er zum Brotbacken, um sich und seine Familie zu ernähren. Genauso sollten auch wir nicht alles, was wir haben, weggeben. Wir sollten genug Geld aufheben, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn wir großzügig und regelmäßig geben, während

wir genug für uns selbst zurückbehalten, dürfen wir auch erwarten, großzügig und regelmäßig zu empfangen.

Und wie bei einer guten Ernte der Ertrag ein Vielfaches von dem ist, was gesät wurde, werden wir immer mehr finanziell gedeihen und in der Lage sein, immer mehr zu geben. Gott sagt, dass er dem Sämann Samen geben und die Saat vermehren wird.22


Wenn wir einmal gegeben haben, dann sollten wir uns wie ein Bauer verhalten. Nachdem er seine Saat gesät hat, gräbt er sie ja nicht jeden Tag aus, um zu sehen, ob sie schon gewachsen ist – er lässt sie einfach wachsen. Wir sollten unsere Gaben einfach bei Gott lassen und uns nicht um die Ernte sorgen, sondern im Glauben daran festhalten,23 dass er es zur rechten Zeit hervorbringt.24 Einige Früchte sind schneller reif zur Ernte als andere, aber das ist Gottes Verantwortung und nicht unsere!

20. Galater 2,10

21. Römer 15,26;

2. Korinther 9,1-5

22. 2. Korinther 9,10

23. Galater 6,9

24. Markus 4,26-29

Zur Vertiefung

Die speziellen Predigten und Lehrserien, die am Ende des vorangegangenen Kapitels genannt wurden, behandeln auch das Thema „Geben“, und wenn du mehr darüber wissen

möchtest, wirst du sie sicherlich hilfreich finden.



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Freitag, 22. Oktober 2010

Ich glaube an die Wohlstandlehre

Ja, Ich schätze die Lehrer die darüber lehren, und manchmal ärgere ich mich darüber,
Mir geht es übrigens auch so mit der Lehre, daß die Bibel Gottes Wort ist. ;-)

Hier kommen jetzt 2 Artikel über Wohlstand und Geben von Andrew Wommack.


Wohlstand

Wir können in vielen Bereichen unseres Lebens erfolgreich und wohlhabend sein, aber wenn wir normalerweise sagen, dass jemand „wohlhabend“ ist, meinen wir, dass er vor allem Geld und Besitztümer hat.


Und darum wird es in diesem Kapitel gehen. Die Frage, ob ein Christ viel Geld und Besitztümer haben sollte, kann zu einem sensiblen Thema werden, und die Meinung der Gemeinde pendelt zwischen „Gott möchte, dass du reich bist“ und „Gott möchte nicht, dass du reich bist“. Beide Seiten können eine ganze Reihe von beeindruckenden Bibelstellen vorweisen, um ihre Sichtweise zu verteidigen,1 aber welche ist nun richtig?


Da gibt es sogar diejenigen, die meinen, wir sollten diese Thematik überhaupt nicht ansprechen, weil es nicht sehr geistlich ist! Jesus würde da wohl anderer Meinung sein. Er lehrte mehr über Geld als über Hölle, Gebet oder das zweite Kommen, und viele seiner Gleichnisse behandelten speziell dieses Thema. Vielleicht ist der Grund folgender: Obwohl Geld an sich keinen ewigen Wert hat, so ist unsere Einstellung dazu und unser Umgang damit sehr wichtig.

Gott in unseren Finanzen zu vertrauen, gehört zu den geringsten Dingen unseres Glaubens.2 Wenn wir uns auf diesem Gebiet nicht als zuverlässig erweisen, wird Gott uns nicht die wahren Reichtümer anvertrauen können,3 nämlich die größeren Dienste und Verantwortungsbereiche.


Wo liegt das Problem?

Beginnen wir mit der Erzählung vom reichen Jüngling.4 Hier sehen wir einen reichen, jungen Mann, der zu Jesus kam und ihn fragte, was er tun könne, um ewiges Leben

zu erlangen. Jesus antwortete ihm, dass er alle seine Besitztümer verkaufen und den Erlös den Armen geben solle. Dann solle er sein Kreuz auf sich nehmen und ihm

nachfolgen. Der junge Mann ging sehr traurig weg, und als Jesus es sah, sagte er seinen Jüngern, dass es für die Menschen, die ihr Vertrauen in ihren Reichtum setzen, schwer sei, in das Reich Gottes hineinzukommen.


1. (a) Für Reichtum – 1. Mose 13,2.6; 24,35; 5. Mose 28,1-14; 1.

Könige 3,11-13; 10,21-23; 2. Könige 20,13; 1. Chronik 29,11-12;

Psalm 112,3; Matthäus 6,33; Markus 10,28-30; 2. Korinther 8,9; 3.

Johannes 2

(b) Gegen Reichtum – Psalm 37,16; Sprüche 11,4.28; 13,7; 15,16;

16,8; 23,4-5; 28,20.22; Prediger 5,10-15; Matthäus 6,19-34; 13,22;

19,23-24; Lukas 12,15-21; 1. Timotheus 6,6-11.17-19

2. Lukas 16,10

3. Lukas 16,11

4. Markus 10,17-27; Matthäus

19,16-26; Lukas 18,18-27


Leichter sei es für ein Kamel durch ein Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen ins Reich Gottes zu gelangen.5 Diese Bibelstellen sind benutzt worden, um zu lehren, dass Christen nicht reich sein sollten – aber das hat Jesus nicht gesagt. Reichtum an sich war nicht

das Problem. Das Problem war, dass dieser Mann sein Vertrauen in seinen Reichtum setzte, und das hinderte ihn, Jesus nachzufolgen. Dies stellt eine der größten

Gefahren in Verbindung mit Reichtum dar.6 In vielen Fällen kann ein vermögender Mensch mit seinen Nöten fertigwerden, indem er einen Scheck ausschreibt, anstatt Jesus zu vertrauen. Reichtümer können vielleicht helfen, ein aktuelles Problem zu lösen, doch sollen sie niemals dein Vertrauen in Jesus ersetzen! Paulus macht klar, dass Reichtümer zeitlich begrenzt und unsicher sind,7 und Salomon drückte es sogar noch bildhafter aus: Reichtum … plötzlich macht er sich Flügel wie ein Adler und fliegt zum Himmel.8 Dennoch sind Jesu Bemerkungen diesbezüglich seinen Jüngern gegenüber weit wichtiger.


Er unterstrich, dass Vertrauen in Reichtum dich nahezu sicher aus dem Reich Gottes fernhält.9 Im Gegensatz dazu, wird Vertrauen in Jesus dich sicherlich hineinbringen.10


Vorsichtiger Umgang

Eine weitere Gefahr ist es, Reichtum zu unserem Ziel zu machen. Paulus sagte Timotheus: Menschen, die reich werden wollen, geraten nur in Versuchung und verstricken sich in so viele dumme und schädliche Wünsche, dass sie letztlich ins Verderben und in ihren eigenen Untergang stürzen.11 Er fuhr fort: Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben. … fliehe diese Dinge; strebe aber nach Gerechtigkeit …12


Kann es noch deutlicher ausgedrückt werden? Nach Reichtum zu streben führt dich in den Ruin und den Untergang. Du irrst vom Glauben ab und machst dich selbst vollkommen unglücklich. Das führt unweigerlich in die Katastrophe.

Heißt das nun, dass ein Christ nicht reich sein darf? Natürlich nicht! Nur weil mit Reichtum Gefahren verbunden sind, heißt das noch lange nicht, dass wir ihn gänzlich meiden sollten. Es gibt ja auch Gefahren, die mit Elektrizität verbunden sind, dennoch meiden wir sie nicht. Als der Mensch gelernt hat, richtig mit Elektrizität umzugehen und wie die entsprechenden physikalischen Gesetze anzuwenden sind, stellte sich Elektrizität als ein

wahrhafter Segen heraus. Das Gleiche gilt für Reichtum.


Wenn wir einmal gelernt haben, wie wir ihn richtig einsetzen und wie die entsprechenden geistlichen Gesetze anzuwenden sind, wird der Segen gewaltig sein. Anstatt uns zu sagen, dass wir Reichtum meiden sollen, sagt Jesus genau das Gegenteil. Er sagt uns, dass wir uns mit ihm anfreunden und mit ihm treu umgehen sollen.13 Reichtum kommt vom Herrn,14 und in 5. Mose 8,18 steht, dass es Gott selbst ist, der uns die Kraft gibt,

Reichtum zu erwerben.

Die gleiche Bibelstelle verrät uns auch, warum er es tut. Den Grund zu kennen, wird

uns helfen, die richtige biblische Perspektive über den wahren Zweck von Reichtum zu entwickeln. Es steht dort, dass Gott Vermögen schafft … damit er seinen Bund aufrechterhält, den er deinen Vätern geschworen hat. Reichtümer sollten in erster Linie benutzt werden, um Gottes Absichten zu festigen und seine Pläne voranzubringen, nicht einfach um selbstsüchtige Wünsche zu erfüllen.


Das Grundprinzip für Reichtum

Gottes Sichtweise über den richtigen Umgang mit Reichtum hat sich seit den Zeiten des Alten Testaments nicht verändert. In der Bergpredigt sagt uns Jesus, dass wir keine Schätze auf Erden sammeln sollen. Wir sollen uns keine Sorgen darüber machen, was wir essen, trinken oder anziehen werden, sondern zielstrebig nach dem Reich Gottes und nach seiner Crotchetiness trachten.15 Wir sollen unser Vermögen einsetzen, um seine Interessen und sein Reich voranzutreiben.


Wenn wir dies tun, anstatt unsere eigenen Interessen voranzutreiben, dann wird Gott

selbst sich darum kümmern, dass wir alles bekommen, was wir brauchen und darüber hinaus.

5. Markus 10,24-25

6. Sprüche 11,28

5. Markus 10,24-25

6. Spruche 11,28

7. 1. Timotheus 6,17

8. Sprüche 23,5

9. Markus 10,25; und

Sprüche 11,4; 11,28

10. Römer 10,9

11. 1. Timotheus 6,9

(Neues Leben – Die Bibel)

12. 1. Timotheus 6,10

13. Lukas 16,9.11

14. 1. Chronik 29,12; Sprüche 10,22

15. Matthäus 6,33

Der Herr hat ein System geschaffen, bei dem unser Wohlstand ein Nebeneffekt davon ist,

dass wir Gott an die erste Stelle gesetzt haben!16 Er will sicherlich nicht, dass Reichtum uns schadet, und wenn wir Gott an die erste Stelle setzen, dann wird das auch nicht passieren. Gott will uns mit Reichtum segnen. Wenn wir selbst nach Reichtum streben,17

werden wir unglücklich, aber wenn Gott uns mit Reichtum segnet, verspricht er, dass wir keine Sorgen als Begleiterscheinungen haben werden.18


Gott ist reich – können wir das auch sein?

Gott selbst ist sehr reich!19 Er erfreut sich an Reichtümern. Wir brauchen uns nur die Beschreibungen der Bibel über die verschwenderische Ausstattung seines irdischen Heiligtums und Tempels anzusehen20 und über das zukünftige Neue Jerusalem21 (aus Gold gemacht, Perlentore usw.), um das zu erkennen.

Er ist sogar erfreut, wenn wir ebenfalls reich sind!22 Jesus wollte so sehr, dass wir reich werden, dass er – obwohl er reich war – für uns arm wurde, damit wir durch seine Armut reich werden konnten.23

Manche Leute haben versucht, diese Bibelstelle folgendermaßen zu interpretieren: Jesus möchte, dass wir „geistlich“ oder „emotional“ reich sind (was sicherlich auch wahr ist),

aber das ist nicht das, worüber 2. Korinther 8,9 spricht. Die Worte, die hier mit „reich“ übersetzt wurden, sind im Griechischen lousios und plouteo. Sie bedeuten jeweils „wohlhabend, überfließend in materiellem Kapital“ und „reich sein, einen Überfluss an äußeren Besitztümern haben“. Plousios wird noch woanders in der Bibel gebraucht, nämlich um den reichen Mann zu beschreiben, der eine Menge Geld in den Tempelschatz

legte.24 Das beweist, dass hier ganz klar über finanziellen Reichtum gesprochen wird.


Wenn Gott reich ist – und Jesus reich war und für uns arm wurde, damit wir reich werden konnten –, dann kann „reich sein“ in sich selbst nicht falsch sein. Wenn wir Gott an die erste Stelle setzen und die bereits genannten Gefahren vermeiden – 1) Geld mehr als Jesus zu vertrauen und 2) Geld verdienen zu unserem Ziel zu machen –, dann ist Gott

mehr als bereit, uns Reichtum zu schenken, damit wir sein Reich bauen und uns selbst an seinen Reichtümern erfreuen können.25

Praktisch bedeutet dies, dass Gott sehr froh ist, wenn wir ein teures Haus, ein neues Auto und große Besitztümer haben, solange er in unserem Leben an erster Stelle steht und wir seinen Dienst großzügig unterstützen, einfach weil wir ihn lieben.26 Einige in der Bibel erwähnten Männer Gottes waren in der Tat sehr reich – Abraham27 und David,28 um nur zwei zu nennen –, und Gott hatte keine Probleme damit.

Sie setzten Gott an die erste Stelle29 und gaben großzügig,30 und in keinem der Fälle stellte dieser Reichtum einen Fallstrick für sie dar. Es gibt keinen Grund, warum das Gleiche nicht auch für uns gelten sollte.

Die Antwort

Zu Beginn dieses Kapitels stellten wir die Frage: „Was ist nun richtig: Möchte Gott, dass wir reich sind oder nicht?“

Und nun haben wir unsere Antwort: „Gott möchte, dass wir reich sind, damit wir das Reich Gottes voranbringen können.“ Aber das nur zu wissen, reicht nicht. Wir müssen auch noch Gottes genehmigte Methoden verstehen, um reich zu werden, und dann müssen wir anfangen, sie in die Tat umzusetzen. Dies werden wir weiter ausarbeiten im folgenden Kapitel zum Thema „Geben“.


Zur Vertiefung

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, was die Bibel über Geld und Finanzen sagt, hat Andrew eine sechsteilige Lehrserie vorbereitet, die sich Umgang mit Finanzen nennt. Außerdem gibt es zu diesem hema noch vier weiter Einzelpredigten: Die Gnade des Gebens, Das Geringste davon, Sämann und Esser und Gnade und Glauben im Geben. Alle behandeln verschiedene Aspekte von Finanzen und Glauben.



16. Matthäus 6,33; siehe auch

Josua 1,8; Psalm 112,1-3

17. 1. Timotheus 6,10

18. Sprüche 10,22

19. Psalm 24,1; 50,10; 89,12;

104,24

20. 2. Mose 25,1-9; 35,4-9.21-28;

36,7; 1. Chronik 29,2-9

21. Offenbarung 22,18-21

22. Psalm 35,27; 3. Johannes 2

23. 2. Korinther 8,9

24. Lukas 21,1; Markus 12,41

25. Sprüche 10,22 mit

1. Timotheus 6,17

26. Matthäus 6,21; Lukas 12,34;

1. Korinther 13,3

27. 1. Mose 13,2; 1. Mose 24,35

28. 2. Samuel 12,30;

1. Chronik 29,28

29. 1. Mose 22,1; 1. Samuel 13,14

30. 1. Mose 14,20; 1. Chronik 29,3


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Samstag, 16. Oktober 2010

Das Kreuz und der Geist

Noch immer aus dem E-buch von Andreas Hornug.

Also was ich hier poste ist nicht von mir, aber ich finde es sehr gut



3. KREUZ UND GEIST: Durch die Schwachheit zur Kraft

Pietisten betonen tendenziell das Kreuzesgeschehen, Charismatiker das Pfingstgeschehen. Auch das Neue Testament spiegelt diese unterschiedliche Betonung wieder: Lukas interessiert sich mehr für das Wirken und Erfahren des Heiligen Geistes als für die Bedeutung des Kreuzes. Paulus und Johannes wiederum schaffen eine enge Beziehung zwischen Kreuz und Geist.

Worin besteht der Konflikt? Es gibt die Gefahr, beim Kreuz stehenzubleiben; und es gibt die Gefahr, das Kreuz zu umgehen und zu schnell zur Geisterfahrung zu kommen.

Der englische protestantische Theologe Tom Smail, der in seinem Werk über die charismatische Erneuerung(78)

versucht, seine charismatische Erfahrung mit seiner protestantischen Tradition zu verbinden, stellt zwei Modelle vor: Das "Pfingst-Modell" und das "Passah-Modell".

Im Pfingst-Modell(79) wird christliche Erneuerung in erster Linie von daher gedeutet, was am Pfingsttag geschah. Der Pfingsttag wird als der zweite der Anfänge gesehen, die Gott mit seinem Volk tat. Das Werk Christi am Kreuz ist nach diesem Modell eine unverzichtbare Vorbereitung. Über dieses muß der Mensch jedoch hinaustreten, will er in das Pfingstgeschehen eintreten, in eine neue und übernatürliche Welt, in deren Zentrum nicht mehr Jesus steht, sondern der Heilige Geist und die Manifestationen seiner Kraft.

Der erste Anfang bezieht sich dann auf etwas, das Jesus vor langer Zeit getan hat, der zweite auf das, was der heilige Geist heute tut. Pfingsten wird so als das zweite Stadium gesehen, höher als das erste, und in dem wir uns als in einer übernatürlichen Welt lebend sehen, von Triumph zu Triumph gehen, und das schwache verzweifelte Leiden Golgathas weit zurücklassen.

Smail schlägt deshalb vor, nach einem alternativen Modell auszuschauen, das all das bewahren wird, was gut ist im pfingstlichen Modell, aber nicht seine Tendenz übernimmt, die Erneuerung im Geist von der Errettung durch das Kreuz zu trennen. Denn das Fleisch wolle immer das Kreuz umgehen.

Dem Pfingst-Modell stellt Smail dann das Passa-Modell(80) gegenüber. Hier geht er weniger von Lukas, dafür stärker von Johannes und Paulus aus. Diesen sei eine enge Verbindung zwischen dem Leiden Jesu und dem Kommen des Heiligen Geistes gelungen. Paulus erwähnt in 1Kor 1,22ff., daß die Juden zwar Zeichen forderten und er nichts als den Gekreuzigten predigen würde. Er fährt aber gleich fort, daß er selbst "in Erweisung des Geistes und der Kraft" gekommen war (1Kor 2,4f). Smail kommentiert: "Aber paradoxerweise haben für ihn Weisheit und Kraft ihren Platz in dem scheinbar sinnlosen und kraftlosen Leiden Jesu am Kreuz. Die Kraft, die vom Kreuz her ausgeübt wird, ist für Paulus die mächtigste Kraft im ganzen Universum."(81)

Diese Kraft wurde in Korinth wirksam, sie hat die Gemeinde gegründet und gebaut und sie äußert sich in Gaben. 1Kor 2 leugne nicht charismatische Kraft sondern bestätige sie, aber als eine Kraft, die vom Kreuz kommt und freigesetzt wird durch die Botschaft des Kreuzes. Auch der Duktus des Korinterbriefes zeige, daß der Gekreuzigte nicht das einzige Thema von Paulus sei: Kap. 15 behandelt die Auferstehung, Kap 11-14 den Geist und die Gaben. Der Geist kommt vom Kreuz, der Weg des Kreuzes und der Weg des Geistes sind derselbe. "Der Geist leitet uns, wie er Jesus leitete, zur Herrlichkeit geformt im Leiden, zum Sieg gewonnen durch Niederlage, zur Kraft, die in Schwachheit ausgeübt wird... Dieser Geist wird uns nie vom Kreuz Christi oder darüber hinaus führen, sondern wird uns ständig zu ihm zurückbringen".(82)

Ähnlich schreibt auch C. P. Wagner, selbst ein Vertreter des "Power-Evangelism": "Die Kommunikation des Evangeliums bezieht ein delikates Gleichgewicht von Schwachheit und Kraft mit ein. Paulus sagt zu den Korinthern: 'Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch.' Er fährt dann fort, daß seine Predigt nicht in klugen Worten besteht sondern 'mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden ist' (1Kor 2,2-5)."(83)

Zusammenfassung

Die Gefahr einer Überbetonung des Kreuzes besteht darin, daß das Christenleben zur Qual wird. Die Gefahr einer Überbetonung des Geistes besteht darin, daß uns Gottes Gericht erwartet, weil wir uns nicht vollständig dem Kreuz ausgesetzt haben. Kreuz und Geist begleiten uns unser Christenleben lang. Wenn wir wirklich Gott hingegeben dienen und offen für ihn sind, bringt er immer wieder neu verborgene Haltungen, Motive etc. ans Licht. Diese müssen durch Buße ans Kreuz. An der Stelle kommt der Heilige Geist mit seinen Früchten und auch mit seinen Gaben, denn wir sind gereinigt, um mehr Frucht zu bringen (Joh 15,2). Und wenn wir Frucht bringen, reinigt Gott noch mehr (ebd.), und schon kommen wieder das Kreuz und der Geist. Kreuz und Geist gehören zusammen.

Wir müssen auch von einem Schwachheit-Kraft-Dualismus wegkommen. Beide Betonungen sind korrekt. Die menschliche Schwachheit und die Schwachheit Jesu am Kreuz kann nicht genug betont werden - wo sie unterbetont wird, da wird der Mensch unabhängig von Gott und bringt keine Frucht für ihn. Aber genauso die immense Kraft Gottes, die gerade durch menschliche Schwachheit und durch den Tod Jesu zur Wirkung kam und kommt - auch diese kann nicht genug betont werden. Diese Kraft brachte und bringt große Siege hervor. Die Bibel sieht beide in einem spannungsvollen Verhältnis, nicht aber in einem Gegensatz.