Posts mit dem Label Watchman Nee werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Watchman Nee werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 7. Februar 2010

Das Wort und unser Herz

Hierzu eine Andacht von Watchman Nee.

W.Nee
Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als
jedes zweischneidige Schwert und hindurchdringend bis zur
Scheidung von Seele und Geist. Hebr 4,12

Manche Gotteskinder legen großen Nachdruck auf die richtige Scheidung des Wortes der Wahrheit. Die Schrift ermahnt uns in der Tat, dies zu tun (2Tim 2,15), sie sagt uns aber ebenfalls, dass sein Wort uns selbst scheiden soll. Unser Fehler liegt wohl darin, dass wir zuerst sein Wort zu scheiden suchen - noch bevor wir es seine scheidende Wirkung an uns selbst haben tun lassen! Sind wir uns bewusst, dass Gottes Wort etwas Lebendiges, eine wirkende Kraft ist? Dringt es bis in unser Innerstes wie ein scharfes, zweischneidiges Schwert? Oder behandeln wir es so, als sei es irgendein beliebiges Buch unter vielen anderen, die studiert und ausgewertet werden müssen?

Das Merkwürdige an der Schrift ist, dass sie nicht darauf abzielt, uns Lehren systematisch beizubringen. Uns wäre es vielleicht besser erschienen, Paulus und die anderen hätten sich zusammengetan und ein ausführliches Handbuch der christlichen Lehre geschrieben. Aber das hat Gott nicht zugelassen. Wie leicht hätte er so manche unserer theologischen Meinungsverschiedenheiten ausschalten können, aber anscheinend liebt er es, diejenigen, die an die Bibel nur mit dem Verstand herangehen, zu verwirren! Er will uns bewahren vor dem bloßen Ergreifen von Lehren. Er will, dass die Wahrheit uns ergreift.




Mittwoch, 6. Januar 2010

geistliche Kriegsführung

Nochmal ein Ausschnitt aus dem Büchlein "Sitze Wandle Stehe" von Watchman Nee .

Gottes Wort gegen seinen und unseren Feind lautet: «Stehe». «Ziehet die volle Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die listigen Anläufe des Teufels zu bestehen vermögt». (Eph.6,11)

Das griechische Wort für stehen mit der Präposition «gegen» in Vers 11 bedeutet «das Feld behaupten». In diesem Befehl Gottes ist eine köstliche Wahrheit verborgen. Das ist kein Befehl, in fremdes Territorium einzudringen. In der modernen Kriegsführung wäre dies der Befehl zum Einmarsch. So ziehen Armeen in fremde Länder ein, um sie zu besetzen und zu unterwerfen. Das ist nicht, was Gott von uns will. Wir haben zu stehen, nicht zu marschieren.

Das Wort «stehe» bedeutet, dass der umstrittene Boden in Wirklichkeit Gott gehört — und damit auch uns. Wir brauchen nicht erst zu kämpfen, um darauf Fuß zu fassen.

Fast alle im Epheserbrief erwähnten Waffen sind reine Verteidigungswaffen. Selbst das Schwert kann sowohl für die Verteidigung als auch für den Angriff verwendet werden. Der

Unterschied zwischen Verteidigungs- und Angriffskrieg liegt darin, dass uns im ersten das Feld gehört, wir brauchen es nur zu halten, während wir es im letzteren erobern müssen.

Das ist genau der

Unterschied zwischen der Kriegsführung des Herrn und der unsrigen. Sein Kampf war Angriff, der unsere ist im wesentlichen Verteidigung. Der Herr kämpfte mit Satan, um ihn zu besiegen.

Durch das Kreuz trug er den Kampf bis an die Schwelle der Hölle, um Gefangene wegzuführen (Eph. 4,8-9). Wir dagegen kämpfen nur noch gegen den Satan, um den Sieg, den der Herr errungen hat, festzuhalten und zu vertiefen. Durch die Auferstehung hat Gott seinen Sohn als Sieger über das ganze Reich der Finsternis ausgerufen, und Christus hat den gewonnenen Boden uns übergeben.

Wir brauchen nicht darum zu kämpfen. Wir haben ihn nur noch gegen jeden Angreifer zu behaupten.

Wenn du kämpfst, um den Sieg zu erringen, hast du die Schlacht von Anfang an verloren. Angenommen der Feind versuche, dich zu Hause oder im Geschäft zu überfallen. Die Schwierigkeiten mehren sich ständig und wollen dich überwältigen. Missverständnisse entstehen, und du kommst in eine Situation, mit der du weder fertig wirst, noch ihr entrinnen kannst. Du betest und fastest, du kämpfst und widerstehst während Tagen, aber es ändert sich nichts. Warum nur?

Du versuchst den Sieg zu erringen und hast damit das Gebiet, das schon dir gehört, dem Feind überlassen. Der Sieg liegt noch irgendwo in weiter Ferne vor dir und du erreichst ihn nicht. Ich befand mich einmal selbst in der genau gleichen Situation. Da erinnerte mich Gott an das Wort in 2. Thess. 2,8 über den Menschen der Sünde, den der Herr Jesus

«durch den Hauch seines Mundes wegraffen wird.»

Nun wurde mir plötzlich bewusst, dass ja schon ein Hauch meines Herrn genügt, um den Feind zu erledigen, während ich einen Orkan in Bewegung zu bringen suchte! Wurde denn der Satan nicht ein für alle Mal besiegt? Dann ist ja auch dieser Sieg bereits errungen. Nur wer sitzt, kann auch stehen. Unsere Kraft zu stehen und zu wandeln liegt darin, dass wir uns zuerst mit Christus gesetzt haben. Aus dieser Position erhält der Christ im Wandel und im Kampf seine Kraft. Wer nicht vor Gott sitzt, kann nicht hoffen, vor dem Feind bestehen zu können.

Es ist Satan nicht unbedingt darum zu tun, uns zur Sünde zu verleiten. Er wird versuchen, uns aus der Siegesstellung herauszulocken, in die der Herr uns gestellt hat. Durch unseren Verstand oder unsere Gefühle greift er unser Ruhen in Christus und unseren Wandel im Geiste an. Aber für jede Stelle seines Angriffs stehen Verteidigungswaffen zur Verfügung — der Helm, der Panzer, der Gürtel, die Schuhe, — und über allem steht der Grossschild des Glaubens, um die feurigen Pfeile des Feindes auszulöschen. Der Glaube sagt: «Christus ist erhöht. Durch seine Gnade sind wir erlöst!

Wir haben Zugang zu ihm; Christus wohnt durch seinen Geist in uns!» (Vergl. Eph. 1,20; 2,8; 3,12.17).

Weil der Sieg sein ist, gehört er auch uns. Wenn wir nur nicht versuchten, den Sieg selber zu erringen, sondern einfach an ihm festhielten, so würden wir erleben, wie der Feind fliehen muss! Wir brauchen den Herrn nicht darum zu bitten, uns zur Überwindung des Feindes tüchtig zu machen, oder uns das Vertrauen in ihn zu schenken, wir brauchen ihm nur zu danken, dass er dies bereits getan hat — ER IST SIEGER. Es ist alles eine Sache des Glaubens an ihn.

Wenn wir wirklich dem Herrn glauben, bringen wir nicht viele Bitten vor ihn, sondern wir loben ihn viel mehr. Je einfacher und klarer unser Glaube an ihn ist, umso weniger werden wir in solchen Situationen beten; wir werden ihn viel mehr preisen und ihm danken.

Ich kann daher nur wiederholen, dass wir in Christus schon Sieger sind. Ist es angesichts dieser Tatsache nicht offensichtlich, dass, wenn wir lediglich um den Sieg bitten — es sei denn, dass das Gebet mit Lobpreis durchsetzt ist — wir die Niederlage direkt besiegeln, da wir damit die einzige, siegversprechende Ausgangslage verlassen?

Erlebt ihr vielleicht auch Niederlagen? Lebt ihr in der Hoffnung, eines Tages doch stark genug zu sein, den Sieg zu erringen? Dann kann ich für euch nur bitten, wie Paulus für die Epheser, dass Gott euch die Augen aufs neue öffnen möge, euch mit ihm sitzend zu sehen, den Gott selbst sitzen ließ, und zwar «hocherhaben über jede Herrschaft und Gewalt, über jede Macht und Hoheit, überhaupt über jeden Namen, der nicht nur in dieser, sondern auch in der zukünftigen Weltzeit genannt wird» (Eph. 1,20- 21).

Wenngleich die Schwierigkeiten um dich weiter bestehen und der Löwe so laut brüllt wie zuvor, so brauchst du doch nicht länger auf den Sieg zu hoffen. In Jesus Christus bist du Sieger.


Samstag, 2. Januar 2010

Heilstatsachen erkennen

Ich mache noch weiter mit dem Büchlein von Watchman-Nee

Wir alle müssen zwar bekennen, dass dies noch viel zu wenig unsere Erfahrung ist. Wenn zum Beispiel jemand in deiner Anwesenheit eine unfreundliche Bemerkung über dich macht, wie reagierst du darauf? Du presst die Lippen zusammen, beisst auf die Zähne, versuchst den Ärger zu unterdrücken, nimmst dich fest zusammen, kannst mit großer Mühe deine Verstimmung verbergen, bleibst im großen Ganzen höflich und glaubst, einen großen Sieg errungen zu haben. Doch der Ärger bleibt, und nicht immer gelingt es dir, ihn zu verbergen. Etwas scheint nicht zu stimmen, aber was?

Ganz einfach, du versuchst zu wandeln, bevor du dich gesetzt hast. Das ist der sichere Weg zur Niederlage. Ich möchte daher nochmals betonen, dass keine Glaubenserfahrung mit Wandeln beginnt, sondern mit einem entschiedenen sich Setzen. Das Geheimnis der Sündenbefreiung ist nicht das Tun von etwas, sondern das Ruhen in dem, was Gott getan hat.

Ein Ingenieur kehrte nach einem mehrjährigen Auslandaufenthalt in seine Heimatstadt zurück und entdeckte, dass seine Frau ihn mit einem seiner besten Freunde betrogen hatte. Er hatte seine Frau, seine beiden Kinder und seinen besten Freund verloren. Nach einer von mir geleiteten Versammlung kam er zu mir und klagte mir seine Not.

«Seit zwei Jahren ist mein Herz Tag und Nacht von Hass erfüllt. Ich bin Christ, und ich weiß, dass ich meiner Frau und meinem Freund vergeben sollte; ich versuche es immer wieder, aber ich kann es nicht. Immer wieder nehme ich mir vor, sie zu lieben, und immer wieder versage ich. Was soll ich tun?» «Nichts sollst du tun», erwiderte ich. «Wie meinst du das?» fragte er erstaunt. «Soll ich sie weiter hassen?»

Da erklärte ich ihm: «Die Lösung deines Problems ist die, dass der Herr Jesus, als er am Kreuz starb, nicht nur deine Sünden hinwegtrug, sondern auch dich selbst. Dein alter Mensch, der nicht vergeben kann, ist mit Jesus gekreuzigt, — und du brauchst nichts zu tun. Sage drum ganz still zu deinem Erlöser: «Herr ich kann nicht vergeben und will es auch gar nicht versuchen, aber ich weiß, dass Du es in mir wirken willst. Ich kann nicht vergeben und ich kann nicht lieben, aber ich glaube, dass Du in mir statt meiner vergeben und lieben willst.»

Der Mann war zutiefst erstaunt und sagte: «Das ist alles so neu für mich, ich muss doch auch etwas dazu tun.» Nach einem Augenblick fügte er hinzu: «Kann ich eigentlich etwas dazu tun?» «Gott kann erst durch dich vergeben und lieben, wenn du selbst mit deinem Versuchen aufgehört hast», sagte ich. «Hast du je versucht, einen Ertrinkenden zu retten?


Das Schlimmste dabei ist, dass ihn seine Furcht davon abhält, sich einfach dir zu überlassen. Es gibt daher nur zwei Rettungs-möglichkeiten. Entweder musst du ihn bewusstlos machen und so ans Ufer bringen, oder du musst ihn zappeln lassen bis seine Kräfte erlahmen, ehe du ihm zu Hilfe kommen kannst. Willst du ihn retten, solange er noch bei Kräften ist, wird er sich in seiner Angst an dich klammern und dich hinunterziehen, und ihr werdet beide untergehen. Gott wartet bis deine Kraft erschöpft ist, erst dann kann er dich befreien. Gott wartet darauf, dass du aufgibst. Sobald du aufhörst etwas zu tun, tut er alles».

Der Ingenieur sprang auf: «Bruder, jetzt begreife ich, wie das gemeint ist! Gottlob, jetzt ist alles in Ordnung mit mir. Ich muss nichts tun, er hat alles schon getan!» Und voller Freude verließ er mich.

Freitag, 1. Januar 2010

Sitze Wandle Stehe

Ich habe eine neue Watchman Nee-Seite endeckt.
Ich werde ein par Seiten aus dem Buch Sitze wandle stehe posten.
Ich mache auch immer ein paar Bemerkungen dazu. Die kennzeichne ich grün.

1.1 Die Reichweite seines vollendeten Werkes


Jede neue geistliche Erfahrung nimmt ihren Anfang mit der gläubigen Annahme dessen, was Gott getan hat, — mit einem neuen «Sich-Setzen» —, und vom Anfang bis zum Schluss geschieht der erfolgreiche Fortschritt des Christenlebens nach dem gleiche Grundsatz.


Wie kann ich die Kraft des Heiligen Geistes für den Dienst erlangen? Muss ich mich darum bemühen, muss ich Gott darum bestürmen? Muss ich meine Seele durch Fasten und Kasteiung plagen um sie zu verdienen? Niemals! Die Schrift lehrt uns anders.


Wie erhielt ich die Vergebung meiner Sünden? Eph. 1,6-8 sagt uns: «... nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat zuteil werden lassen.»

Wir taten nichts, um die Vergebung zu verdienen. Wir haben unsere Erlösung durch sein Blut auf Grund dessen, was er getan hat.

Worin besteht denn nun die biblische Voraussetzung für die Ausgießung des Heiligen Geistes? In der Erhöhung des Herrn Jesus. Weil er für mich am Kreuz gestorben ist, empfange ich Vergebung der Sünden. Weil er auf den Thron erhöht worden ist, empfange ich die Kraft des Heiligen Geistes (Apg. 2,33). Darum ist auch diese Gabe nicht abhängig von dem was ich bin oder tue. Ich habe die Vergebung nicht verdient. Das gilt auch für die Gabe des Geistes.


Was mir auch immer zuteil wird, erhalte ich nicht durch Wandeln, sondern durch Sitzen; nicht indem ich arbeite, sondern dadurch, dass ich im Herrn ruhe. Sowenig wir auf die Heilserfahrung zu warten haben, ebenso wenig brauchen wir auf die Ausgießung des Geistes zu warten. Ich darf euch versichern, dass ihr diese Gabe nicht von Gott zu erflehen braucht oder euch darum abquälen müsst oder gar «Warteversammlungen» abzuhalten habt. Ihr seid nicht auf Grund dessen, was ihr getan habt, mit dem Heiligen Geist der Verheißung versiegelt worden, sondern auf Grund der Erlösung Christi, wie die Schrift sagt:

«In ihm seid auch ihr ... nachdem ihr zum Glauben gekommen seid, mit dem verheißenen Heiligen Geist versiegelt worden.»


Das gehört genauso zur «Heilsbotschaft, von eurer Errettung», wie die Vergebung der Sünden (Eph. 1,13).

Ihr könnt auch ein anderes Thema nehmen, das speziell im Epheserbrief behandelt wird. Wie werden wir Glieder Christi? Warum eignen wir uns, Glieder dieses Leibes zu sein, den Paulus beschreibt als «die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt»?


Ich bin nicht durch eigene Anstrengung in diesen Leib eingefügt. Da ist «ein Leib und ein Geist, wie ihr ja auch bei eurer Berufung aufgrund einer Hoffnung berufen worden seid» (Eph. 4,4).

Der Epheserbrief sagt uns, wie es ist. Es beginnt mit Jesus Christus und mit der Tatsache, dass Gott uns in ihm vor Grundlegung der Welt erwählt hat (Eph. 1,4). Wenn uns der Heilige Geist Christus vor Augen führt und wir an ihn glauben, dann beginnt für uns, ohne dass wir noch etwas dazutun müssen, ein Leben der Gemeinschaft mit ihm. Wenn uns aber all das allein durch Glauben zuteil wird, wie verhält es sich dann mit der so dringenden praktischen Angelegenheit unserer Heiligung? Wie können wir frei werden von der Macht der Sünde? Wie wird unser alter Mensch, der uns während Jahren verfolgte und Schwierigkeiten machte, gekreuzigt und abgelegt? Das Geheimnis liegt wiederum nicht im «Wandeln», sondern im «Sitzen», nicht darin, dass wir irgendetwas tun, sondern darin, dass wir in dem ruhen, was getan ist. «... wir sind der Sünde gestorben. Wir sind getauft in seinen Tod, wir sind mit ihm begraben, Gott hat uns mit Christus lebendig gemacht» (Röm. 6,2-4, Eph. 2,5).

Alles dies ist in der Vergangenheitsform ausgedrückt, weil der Herr Jesus vor nahezu 2.000 Jahren außerhalb von Jerusalem gekreuzigt wurde, und ich mit ihm! Das ist die große geschichtliche Tatsache! Durch sie ist seine Erfahrung mein geistliches Erlebnis geworden, und deshalb kann Gott von mir sprechen als von einem, der «in ihm» bereits alles hat. Alles was ich jetzt habe, habe ich «in Christus». Die Schrift spricht von diesen Dingen nie als ob sie zukünftig wären, und auch nicht, dass wir in unserer Zeit darum zu bitten hätten. Es sind geschichtliche Tatsachen aus dem Leben Christi, in denen jeder, der glaubt, eingeschlossen ist.


«Mit Christus» — gekreuzigt, auferstanden, aufgefahren und in die Himmelswelt versetzt. Das sind für den menschlichen Verstand nicht minder verwirrende Gedanken als es die Worte Jesu für Nikodemus waren (Joh. 3,3). Es ging um die Frage der Wiedergeburt. Hier aber ist etwas noch weit weniger Vorstellbares, das nicht erst wie die Wiedergeburt in uns gewirkt werden, sondern als uns gehörend erkannt und angenommen werden muss, weil es uns längst in einem andern erwirkt wurde. Wie ist das möglich? Es lässt sich nicht erklären. Wir haben es von Gott anzunehmen als etwas, das er getan hat. Wir wurden nicht mit Christus geboren, aber wir wurden mit ihm gekreuzigt (Gal. 2,19). Somit begann unsere Gemeinschaft mit ihm in seinem Tod. Gott hat uns dort in ihm eingeschlossen. Wir waren «mit ihm», weil wir «In ihm» waren.

Wie aber kann ich denn wissen, dass ich «in Christus» bin? Ganz einfach weil das Wort Gottes sagt, dass dem so ist und dass es Gottes Werk war.

«Ihm habt ihr es also zu verdanken, dass ihr in Christus Jesus seid» (1. Kor. 1,30).

«Der uns aber samt euch auf Christus fest gegründet hat … ist Gott» (2. Kor. 1,21).


Er hat es in seiner höchsten Weisheit vollendet, damit wir es erkennen, glauben, annehmen und uns darin freuen. Wenn ich eine Banknote zwischen die Seiten einer Zeitschrift lege und diese dann verbrenne, so werden beide zu Asche. Sie erleiden das gleiche Schicksal. Genauso hat uns Gott in Christus eingeschlossen. Alles was ihm begegnete und mit ihm geschah, ist in ihm auch uns begegnet und mit uns geschehen.

«Wir erkennen ja dies, dass unser alter Mensch deshalb mitgekreuzigt worden ist, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde, auf dass wir hinfort nicht mehr der Sünde als Sklaven dienen» (Röm. 6,6).


Da ist keine Ermahnung, darum zu ringen. Das ist Geschichte: unsere Geschichte, geschrieben in Christus, ehe wir geboren waren. Glaubt ihr das? Das ist Wahrheit! Dass wir mit Christus gekreuzigt sind, ist eine herrliche geschichtliche Tatsache. Unsere Erlösung von der Sünde beruht nicht darauf, was wir tun können, ja auch nicht darauf, was Gott für uns tun wird. Sie beruht einzig darauf, was er in Christus bereits für uns getan hat. Wenn uns diese Tatsache aufgeht und wir uns darauf stützen (Röm. 6,11), haben wir das Geheimnis eines heiligen Lebens entdeckt.


Ich persönlich glaube, daß viele Christen diesen Punkt nicht verstanden haben.


Sonntag, 4. Oktober 2009

Austausch, nicht Heilung

Hier ein kleiner Ausschnitt aus einem Büchlein von Watchman Nee.
Es geht darum, daß nicht wir leben sondern Jesus.
Viele wollen Ihren alten Menschen heilen, aber der muß ans Kreuz.

Der Herr sagt: „Gekreuzigt“, sage du dazu: „Amen!“

Der Herr hat dich schon gekreuzigt; du brauchst dazu nur noch Amen zu sagen. Wenn du trotzdem noch versuchst, dich zu verbessern, mühst du dich vergeblich, denn der Herr hat ja sein Urteil über dich bereits gefällt: „Nichts mehr zu machen!“

Aufgrund dieses Urteils hat er dich gekreuzigt.

Insgeheim sagst du dir aber immer noch: „Wenigstens probiere ich es noch einmal,

zum Beispiel geduldig zu sein.“ Der Herr hat deinen alten Menschen schon längst gekreuzigt und trotzdem willst du dich noch dafür einsetzen, aus ihm einen guten Christen zu machen?

Du willst den Falschen zum Christen machen. Welch eine Verwechslung! Verzeiht mir, wenn ich so primitive Beispiele gebe, aber das Bild trifft genau zu:

So wenig wie eine Katze oder ein Hund zum Christen taugen würde, ebenso wenig taugst du dazu.

Wenn du eine Katze oder einen Hund zum Christen machen könntest, dann könnte es bei dir auch gelingen.

Wir sind so weit von Gott abgetrieben und auf eine so niedrige Stufe gesunken, dass wir zum Christen ganz und gar untauglich geworden sind, ebenso untauglich wie eine Katze und ein Hund.

Ich bin mir bewusst, dass dieser Vergleich etwas Beleidigendes an sich hat, aber prinzipiell ist dain der Tat kein Unterschied:

Der Mensch taugt keineswegs besser zum Christen als ein Tier. Gott hat gesagt: „Du bist ein hoffnungsloser Fall, mit dir ist nichts mehr zu machen“, und deshalb blieb ihm auch nur die Lösung, dich zu kreuzigen.

Du aber denkst immer noch: „Ganz so schlimm kann es mit mir doch nicht stehen.“ Doch, so schlimm steht es mit dir; so sieht dich der Herr, und deshalb musstest du sterben.


Trotzdem lässt du auch jetzt noch nicht davon ab, dich anzustrengen, um deinen Schaden zu beheben und gut dazustehen; du betest viel und ringst darum.

Wenn der Herr dir nun sagt: „Mit dir ist nichts mehr zu machen und deshalb habe ich dich gekreuzigt“, so sollst du darauf einfach nur Amen sagen.

Das genügt.

Was zeigt uns also Römer 7? Einen Menschen, der schon tot ist, sich aber nicht damit abfinden will.

Der Herr hat meinen alten Menschen schon gekreuzigt, aber es fällt mir sehr schwer, dies

auch anzunehmen, und so will ich das Gute immer noch selbst tun. Ich versuche dieses und jenes und fi nde immer wieder einen neuen Ansatz, bis ich am Ende doch erkennen muss, dass mit mir tatsächlich nichts mehr zu machen ist, und ich mich schließlich vor dem Herrn beuge und ihm bekenne:

Ja, du hast das Richtige mit mir gemacht! Die Kreuzigung war die einzige Möglichkeit, denn mit mir war wirklich nichts anderesmehr anzufangen.“


Der Weg der Errettung: Gottes Urteil annehmen

Habt ihr jetzt gesehen, was Errettung bedeutet? Errettung bedeutet, dass wir das Urteil des Herrn über uns einfach annehmen. Wenn aber beispielsweise ein Richter einen Verbrecher zum Tode verurteilt hat, können wir uns kaum vorstellen, dass dieser mit Freuden sein gerechtes Urteil annimmt.


Im Gegenteil, die meisten Verbrecher bringen es durchaus nicht fertig, so schlecht von sich zu denken wie ihre Richter. Folglich werden sie ihrem Todesurteil nicht voll zustimmen können.

Das Kreuz aber ist in der Tat das Urteil Gottes über uns. Gott gibt uns damit zu verstehen: „Gemessen an mir und meinen Anforderungen war aus euch nichts mehr zu machen. Wäre noch irgendetwas mit euch anzufangen gewesen, hätte ich euch gewiss nicht gekreuzigt. Aber da ihr für mich in jeder Hinsicht unbrauchbar geworden seid, musste ich

euch aus dem Weg schaffen und euch kreuzigen.“


So sieht uns Gott, und wenn auch wir dahin kommen, uns so zu sehen, dann ist alles in Ordnung.

Der Herr muss uns dahin bringen, dass wir sein Urteil annehmen.

In die Erfahrung, mit Christus gekreuzigt zu sein, kommen wir also nur, wenn wir diese beiden Seiten beachten. Die erste war – und dies ist das Werk Gottes –, dass ich mit Christus gekreuzigt bin.


Die zweite war, dass ich mich zu dieser Tatsache auch bekennen und dazu Amen sagen muss.

Solange wir immer noch selbst versuchen wollen, geduldig usw. zu sein, hindern wir damit nur den Herrn, so dass sein schon vollbrachtes Werk in uns nicht zur Wirkung kommt und keine Frucht bringen kann.

Gott wird erst dann an uns wirken, wenn wir uns vor ihm beugen und ihm bekennen:


Herr, du sagst, dass ich gekreuzigt werden musste – ich bekenne dir, ja, das musste ich. Du sagst, dass ich unnütz bin – ich bekenne dir, ja, ich bin unnütz. Du sagst, dass ich weder demütig noch geduldig sein kann – ich bekenne dir, ja, ich kann es nicht und will es mir von nun an auch gar nicht mehr vornehmen.“


Haltet euch vor Augen, dass alle eure Entschlüsse, demütig, geduldig usw. sein zu wollen, den Herrn in seiner Arbeit an uns nur hindern.

Samt all unseren guten Vorsätzen sind wir für nichts anderes wert als für den Tod am Kreuz.