Freitag, 6. Januar 2012

Hat Gott im alten Testament geheilt

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Wieso sollte Gott heute noch heilen, wenn er damals im Alten Testament auch nicht geheilt hat? Gott hat doch im Alten Testament auch nicht geheilt. Also war Jesus anscheinend die große Ausnahme und Gott heilt dementsprechend heute auch nicht mehr.

Wieso sollte Gott heute noch heilen, wenn er damals im Alten Testament auch nicht geheilt hat?


Gott hat doch im Alten Testament auch nicht geheilt. Also war Jesus anscheinend die große Ausnahme und Gott heilt dementsprechend heute auch nicht mehr.

Ganz so einfach ist das nicht... Aber schauen wir erstmal was Gott generell zu dem Thema Veränderung sagt. Gott hat nämlich im Alten Testament einen Bund mit Abraham geschlossen (das Wort Testament heißt nichts anderes als Bund):
aber meine Gnade will ich ihm nicht entziehen und meine Treue nicht verleugnen;
meinen Bund will ich nicht ungültig machen und nicht ändern, was über meine Lippen gekommen ist.

Gott ist also konstant. Er ist immer derselbe, er sagt nicht heute "hüh" und morgen "hott" und übermorgen "hottehüh", sondern steht zu seinem Wort - was er einmal verheißen hat, das hält er auch. Was er einmal versprochen hat wird er nicht wieder zurücknehmen. Was Gott sagt ist Tatsache, er legt Sachen ein für alle mal fest. Gott ist niemand, der sich Sachen noch mal "überlegt":
Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.

Derartiges lesen wir aber nicht nur im Alten Testament, auch das Neue Testament ist voll davon, so schreibt Jakob zum Beispiel
Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel

In Hebräerbrief lesen wir:
Du aber bleibst derselbe, und deine Jahre nehmen kein Ende
Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!

Wir können also davon ausgehen, dass was Gott einmal zusagt, dauerhaft gilt. Erstaunlicherweise finden wir aber im Alten Testament durchaus einige Stellen die zum Thema Heilung sehr klar Stellung beziehen. So findet man schon ganz am Anfang im zweiten Buch Mose einen Hinweis darauf:
und er sprach: Wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, eifrig gehorchen wirst und tust, was vor ihm recht ist, und seine Gebote zu Ohren fasst und alle seine Satzungen hältst, so will ich keine der Krankheiten auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der Herr, dein Arzt

In einer anderen Übersetzung heißt statt "der Herr Dein Arzt" an dieser Stelle auch "Ich bin der Herr der Dich heilt!". Das alleine ist schon eine ziemlich klare Ansage und lässt relativ wenig Spielraum für Interpretation. Auch dem Volk Israel im Alten Testament hat Gott also Heilung zugesagt. Aber es geht noch weiter. David singt in Psalm 103, was auch heute noch als bekanntes Kirchenlied existiert:
Lobe den Herrn, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat!
Der dir alle deine Sünden vergibt
und heilt alle deine Gebrechen

Auch wieder relativ eindeutig: Er vergibt nicht einige Sünden und heilt einige der Gebrechen, sondern hier steht ganz klar und deutlich alle Sünden und alle Gebrechen.
Mose schreibt:
Seht nun, daß Ich, Ich allein es bin und kein Gott neben mir ist! Ich bin’s, der tötet und lebendig macht, ich zerschlage und ich heile, und niemand kann aus meiner Hand erretten!

Selbst Abraham, der Stammvater hat schon für Kranke gebetet:
Abraham aber legte Fürbitte ein bei Gott. Da heilte Gott Abimelech und seine Frau und seine Mägde, dass sie wieder Kinder gebären konnten.

Auch der Prophet Jesaja schreibt an mehreren Stellen von Heilung. Diese stellen mitunter auch eine sehr klare und unmissverständliche Prophetie auf Jesus dar, der nicht nur für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist, sondern auch für unsere Krankheit.
Fürwahr, er [Jesus] hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.

Während sich die obige Stelle klar auf Jesus bezieht ist hier das Volk Israel gemeint:
Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird rasche Fortschritte machen; deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deine Nachhut sein!

Wirklich interessant wird es in Psalm 105:
Er führte sie heraus mit Silber und Gold; es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen

KEIN Gebrechlicher! Kein Einziger! Dieser Psalm beschreibt den Auszug des Volkes Israel aus Agypten (der sog. Exodus). Vorsichtige Schätzungen deuten darauf hin, dass es etwas zwei Millionen Personen waren, welche damals aus Ägypten ausgezogen sind (600.000 Männer plus Frauen und Kinder, siehe 2. Mose 12,37), da ist es schon sehr fazinierend, dass es KEINEN einzelnen Kranken unter diesen Personen gab.

Weitere Stellen im AT zum Thema Heilung:
- 4. Mose 12, 13-16: Gott heilt Mirjam weil Mose für sie fürbittet
- 4. Mose 21, 4-9: Gott heilt sein Volk von Schlangenbissen
- 2. Könige 2,21-22: Elia wirkt ein Wunder und reinigt eine verseuchte Wasserquelle
- 2. Könige 20,1-11: Gott heilt den König Hiskia von einer tödlichen Krankheit
- Psalm 6, 3: David bittet Gott um Heilung
- Psalm 30, 3: David dankt Gott dafür, dass er ihn geheilt hat, als er zu ihm gebetet hat
- Psalm 41, 4-5: Gott heilt den, "der sich den Armen annimmt"
- Hiob 5, 18: Eliphas erzählt Hiob von Gottes heilender Kraft
- Psalm 107, 20: Alle die zum Herrn rufen werden geheilt
- Jesaja 19,22: Gott heilt auch die Ägypter, wenn sie den "Herrn erkennen"
- Jesaja 30,26: Gott heilt die Wunden seines Volkes
- Jesaja 38,9: Jesaja besingt die Heilung des Königs Hiskia
- Jesaja 57,18-19: Gott heilt sein Volk trotz dessen Ungehorsam
- Jeremia 17,14: Jeremia betet um Gottes Heilung
- Jeremia 33,6: Prophezeiung von Jeremia

Wir sehen schon, es gibt nicht wenige Bibelstellen im Alten Testament die sich mit dem Thema Heilung beschäftigen. Heilung wird im Alten Testament zwar meistens nur relativ unspektakulär in ein oder zwei kurzen Sätzen erwähnt, aber aufgrund der großen Masse der Bibelstellen lässt es sich schlecht leugnen, dass Gott auch zur Zeit des Alten Testaments sein Volk geheilt hat. Wir wir gesehen haben nimmt Gott seine Verheißungen nicht zurück - im Gegenteil: Das Volk Israel lebte noch im Alten Bund mit Gott. Wir können durch Jesus Christus im Neuen Bund leben. Der Neue Bund ist um ein Vielfaches besser als der alte Bund (siehe zB. Hebräer 7,21-22 oder Hebräer 8,6). Ist es nicht logisch, dass wir heute auch Heilung von Gott empfangen können?
Wenn aber schon das Volk Israel, das noch im alten (schlechteren) Bund mit Gott lebte, von Gott geheilt wurde umwieviel mehr sollten wir das dann nicht auch heute in Anspruch nehmen können, wo wir im neuen Bund leben und wie oben beschrieben durch den Opfertod von Jesus nicht nur frei von Sünden, sondern auch frei von Krankheit sein können...



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