Montag, 10. Januar 2011

Anbetung

Hier einen Artikel von einem Mann, dessen Lehren ich sehr schätze.


Anbetung

Mir geht es an dieser Stelle nicht um die Art von Anbetung, wie du und ich sie seit Jahren aus der Gemeinde oder ähnlichen Veranstaltungen kennen, wenn wir begleitet von Instrumenten Lieder über Gott singen.

Schon seit langem verstehen wir den Unterschied von ungesalbten Professionellen im Musikdienst und gesalbten Unprofessionellen. (Was ist eigentlich mit gesalbten Professionellen?)

Wir kennen scheinbar den Unterschied zwischen Lobpreis, mit fetziger Musik die Größe Gottes zu besingen und zu proklamieren, und Anbetung, die ruhigere, besinnlichere Musik und persönlichere Texte einschließt.

Letzteres führt dann vielleicht schon zu Kontroversen, da wir es zwar gewohnt sind, über Gott zu singen, aber es verlernt haben, Ihn direkt anzusprechen und zu adressieren.

Ich will hier allerdings über etwas anderes sprechen - über persönliche Anbetung!

Als Jesus vom Teufel versucht wurde, ging es u. a. um die elementare Frage, wem die Anbetung gebührt.

8 Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
9 und spricht zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfallen und mich anbeten willst.
10 Da spricht Jesus zu ihm: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen."
(Mt 4, 8-10)

Die Antwort ist klar und deutlich:

- du sollst anbeten
- die Anbetung gebührt unserem Gott und IHM allein!

Anbetung, die uns dient und entertaint, ist vom Grundgedanken her bereits pervertiert.

Was bedeutet das Wort "anbeten"?

Das griechische Wort ist proskuneo und ist zusammengesetzt aus den Worten
pros = jemanden und
kuneo = küssen.

Anbetung ist also keinesfalls etwas Unpersönliches oder Oberflächliches. Anbetung drückt die intime Beziehung aus, die ein Mensch mit seinem Gott haben kann und soll.

Es geht also hier um unseren Teil an der Liebesbeziehung, nicht um die Liebe, die Gott uns gegenüber ausgedrückt hat.
Es geht um die Liebe, die wir Gott gegenüber ausdrücken.

In einem Zeitalter von "was kriege ich", bei dem sich alles um einen selbst dreht, ist es wichtig, zu schauen, was wir unserem Gott zu geben haben.

Du sagst vielleicht: "Meine Werke - ich gebe Gott meine Werke", aber wenn du die Bibel studierst, stellst du fest, dass du da Nichts zum Rühmen hast.

Betrachten wir einen Augenblick den Fluss der Liebe:

1. Gottes Liebe zu dir
2. Gottes Liebe durch dich
3. deine Liebe zu Gott

Deine Liebe zu Gott - persönliche Anbetung! Zeige Gott deine Liebe und Wertschätzung. Bevor ich dir genauer zeigen will, wie das geht, möchte ich noch einige Bibelstellen anschauen.

20 Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, daß in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse.
21 Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg, noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden.
23 , da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.
25 Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, der Christus genannt wird; wenn jener kommt, wird er uns alles verkündigen.
26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet.
(Joh 4, 20-26)

Es gibt keinen besonderen Ort mehr, um anzubeten, auch nicht den Tempel oder die Gemeinde. Wir sind unabhängig und können an jedem Ort anbeten.

Aussagen wie:

  • ich brauche jemanden, der mich in die Anbetung führt

  • ich kann nur mit guter Musik anbeten

  • wenn ein Kind quakt, bin ich sofort aus der Gegenwart Gottes heraus

zeigen unsere Unreife und Allüren.

Was machst du, wenn du im Gefängnis sitzt, ohne Bibel und Lobpreismusik?

23 Und als sie ihnen viele Schläge gegeben hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und befahlen dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren.
24 Dieser warf sie, als er solchen Befehl empfangen hatte, in das innere Gefängnis und befestigte ihre Füße im Block.
25 Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott; und die Gefangenen hörten ihnen zu.
26 Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, so daß die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden; und sofort öffneten sich alle Türen, und aller Fesseln lösten sich.
(Apg 16,23-26)

Wir haben immer gedacht, "den Vater in Geist und Wahrheit anbeten" meint, wir müssen in Sprachen anbeten. Das ist allerdings, nimmt man weitere Bibelstellen über das Sprachengebet hinzu, nicht die wirkliche Betonung. Gemeint ist unser Geist.

Gott ist Geist und wir haben nach der neuen Geburt einen vollkommenen Geist in Seinem Bild. Unser Geist bezeugt, dass wir Kinder Gottes sind und so haben wir Zutritt zu Seinem Thron.

15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!
16 Der Geist selbst bezeugt [zusammen] mit unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind.

(Röm 8, 15+16)

"Abba, Vater" ist bereits die erste und liebende Anrede zu Gott.
"Abba", die ersten Worte eines Säuglings. Sofort nach unserer Bekehrung können und sollen wir Zeit in der Anbetung verbringen. Das erste, was uns über die Lippen geht, ist unsere Liebe zu "Papa".

Wichtig zu sehen ist: "Es kommt aber die Stunde und ist jetzt." Lasst uns also lernen, IHN anzubeten.

Ich kann mich noch gut an die Worte meiner Eltern erinnern, wenn ich auf ihr Rufen hin "ich komme gleich" sagte. Ein liebevolles "nein, jetzt und sofort" schallte zurück.

Wenn wir Gott anbeten, können wir IHN ansprechen als:

  • Gott (alle 3 Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist)

  • Vater (unseren Papa)

  • Jesus (unsere große Liebe)

  • Heiliger Geist (unseren Freund)

Es ist nicht verkehrt, den Heiligen Geist zu adressieren, allerdings spricht ER nicht von und aus sich selbst, sondern verherrlicht stets Jesus. Dies ist Seine Aufgabe.

Wenn wir im klassischen Sinne preisen und anbeten, befinden wir uns im Vorhof des Tempels. Wir benutzen vorgefasste Worte (Intellekt) und Musik (Gefühle). Oft ist das Drumherum wichtig. Sehe ich gut aus, treffe ich den Ton. Meine Seele könnte abwandern, ich denke bereits an den Braten zu Hause oder rege mich über meinen Bruder auf, der neben mir sitzt, während ich singe.

Vielleicht diene ich Gott nur mit den Lippen, jedoch nicht mit dem Herzen und kriege gar nicht mit, was ich da eigentlich singe. Ich singe "Jesus, ich liebe dich" und denke "kann dieser Kerl da, zwei Reihe vor mir, mal aufhören rumzuhampeln". Ganz zu schweigen von der Frage, ob ich zu Gott singe.

Wenn ich allerdings zu meinem König singe und IHN anbete, sollte es eines Königs würdig geschehen. Ein Freund nannte mal den Vergleich zu dem Protokoll oder den Benimmregeln für den Umgang mit Königen, hohen Regierungsbeamten fremder Länder oder Würdenträgern.
IHM gebührt unsere ganze Aufmerksamkeit.

Das Bild, welches Gott uns vermitteln will ist, dass die persönliche Anbetung vergleichbar ist mit dem Allerheiligsten. Du beginnst, IHN auch mit deiner Seele anzubeten.

Jesus, ich liebe dich und ich verehre dich. Ich bete dich an. Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich - ich möchte Dir hundert mal sagen, wie sehr ich dich liebe.

Erlaube deiner Seele nicht, abzuwandern. Hole sie zurück und bete IHN weiter an. Hierbei geht es nicht um die Masse der Worte oder um Tempo, sondern um die Wertschätzung und Liebe, die du in jedes einzelne der Worte an deinen Gott hineinlegst. Hole die Seele dazu, und wenn du ihre ganze Aufmerksamkeit hast, fahre fort anzubeten.

Ja, am Anfang ist es schwer; deine Seele (deine Gedanken) schweifen ab, deine Gefühle sagen "ich spüre nichts" und dein Verstand meckert, ob dir denn keine neuen Worte einfallen und du schon wieder "ich liebe dich" sagen musst.

Wenn der Geist sich dann einklinkt, vergeht die Zeit wie im Flug. Anfänglich hast du vielleicht nach 5 Minuten eine trockene Zunge und weißt nicht mehr, was du sagen sollst. Doch dann wirst du süchtig danach, Gott deine Liebe auszudrücken. Seine Gegenwart kommt so schnell und intensiv, und ich versichere dir, Er genießt es, dir zuzuhören.

Bete IHN an, bis Er kommt und SEINE Gegenwart den Raum erfüllt. Bitte den Heiligen Geist, dich zu lehren, IHN anzubeten. Seine Aufgabe ist es schließlich, Jesus zu verherrlichen.

Du brauchst dafür keine Musik. Einfach nur du, der du Gott ehrlich sagt, wie sehr du Ihn liebst.

Wichtig ist es, ehrlich zu sein, denn Gott selbst ist ehrlich und wahr!
Ein ehrliches "Jesus, ich schätze dich" ist mehr wert als ein nicht gemeintes "ich liebe dich".

Du darfst dich wiederholen. Sag Ihm doch einige hundert Male, dass du Ihn liebst. Ich verrate dir etwas - ER hört es nicht oft genug und genießt es.

Anbetung bewirkt Gemeinschaft und produziert in deinem Leben einen Frieden, den du noch nie in einer solchen Qualität erlebt hast.

15 Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise.
16 Kauft die gelegene Zeit aus, denn die Tage sind böse.
17 Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist.
18 Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geist,
19 indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt.
20 Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus!

(Eph 5, 15-20)

Sei clever, nutze doch etwas von der Zeit, die du hast. Der Wille Gottes ist es, dass du voll wirst. Voll im Geist und nicht voll von Wein.

Warum ist dieses Bild gewählt. Wenn ein Mensch sich betrinkt, bestimmt der Alkohol sein ganzes Wesen. Zeit wird unwichtig - wichtig ist der nächste Schluck. Wir sollen uns berauschen mit Geist - hier geht es auch um unsere Sinne, nicht nur um geistlichen Segen -, es geht um Frieden und ein Durchtränktsein mit der Gegenwart Gottes.

Vers 19 lautet im Originaltext richtig:

19 indem ihr zu euch selbst in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt.

Das griechische Wort für reden bedeutet "anhaltend und wiederholend reden".

Dies zeigt uns:

  1. es ist ein Lebensstil

  2. gib nicht auf, nur weil du mal nichts fühlst

  3. sich zu wiederholen ist o.k.

Anbetung ist eine Form der Gemeinschaft zwischen dir und Gott.

Eine weitere Stelle zeigt noch etwas:

15 Und der Friede des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in einem Leib; und seid dankbar.
16 Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig, mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade.
17 Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn.

(Kol 3, 15-17)

Gottes Friede soll in uns regieren. Was ist, wenn du bei jedem Angriff des Feindes mit Frieden reagieren kannst? Du wirst jemand, der nicht mehr besiegbar ist.

Vers 16 ist im Urtext zweigeteilt:

16a Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig,

Dazwischen steht ein klares und fettes Trennzeichen!

16b , mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade.

Gemeint ist an dieser Stelle nicht, dass wir uns gegenseitig vollsingen oder miteinander singen sollen.

  • Anbetung richtet sich nicht an meinen Bruder oder meine Schwester

  • "in unseren Herzen" - das Herz ist die Verbindung von meiner Seele und meinem Geist

  • "in Gnade" - diese Beziehung beruht nicht auf Werken, sondern auf Gnade

Was bedeuten diese Begriffe in Eph 5 / Kol 3?

Psalm (griech. psalmos)

(siehe die Psalmen im alten Testament)

  • Geschichte von der Rettung eines Menschen (z. B. Jesus am Kreuz und du)

  • Erinnerung an von Gott empfangene Wohltaten (Danksagung)

  • Schüttet das Herz eines Menschen vor Gott aus (Ehrlichkeit und Empfindung)

Loblied (griech. hymnos)

  • Besingen der Größe Gottes

  • Lied zur Ehre Gottes

  • Gott wird direkt angeredet, man lobt und verherrlicht IHN

Geistliches Lied (griech. pneumatikos=geistlich / griech. ode = Lied)

  • Singen

  • Bekennen

  • Preisen

All dies geistlich, zum Bereich Gottes gehörend.

Das Singen in der Versammlung ist super und hat einen hohen Stellenwert. Wir sollten nicht darauf verzichten. Es ist ein Segen, wenn das Lobpreisteam uns in Seine Gegenwart führt.

Dies ersetzt aber nicht die private Anbetung (auch wenn es uns im Gottesdienst einfacher erscheint).

Genieße diese intime Zeit mit deinem Gott. Verbringe Stunden damit, IHN anzubeten und zu lieben. Du kannst dies an jedem Ort und zu jeder Zeit tun.

Eine intime Zeit - Gott und du in einem Raum.

Dabei kann doch nur Gutes rauskommen!


Dienstag, 4. Januar 2011

Lobe den Herrn meine Seele

[Ps 103,1] Ein Psalm Davids. Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
[Ps 103,2] Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat:
[Ps 103,3] der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen,
[Ps 103,4] der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit,
[Ps 103,5] der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Es ist gut, den Blick von sich selbst weg zu richten auf unseren Herrn.Es ist gut, sich im Gebet zuerst mit Gott zu beschäftigen.
Wer er ist, und wie sehr Er uns liebt.
Wir können uns 1. Kor 13 zur Hilfe nehmen.

Lies folgender maßen, Gottes Liebe zu mir......
Denke darüber nach, wie seine Liebe zu uns ist.
Ich denke, wenn unser Herz nicht hüpft, wenn wir sagen, daß Gott uns liebt, dann ist diese Wahrheit noch nicht richtig in unserem Herzen installiert. :-)

Montag, 3. Januar 2011

Das Wort Gottes

Ein alter Artikel von mir


Ist mein Schriftverständnis magisch?


Ich weiß nicht was man darunter versteht, wenn man von einem magischen Schriftverständnis spricht. Ist ein Same magisch? Ein Same ist ein Wunder. Ich lege einen kleinen Samen in feuchte Erde und es wächst eine Pflanze.

Ich empfehle den Artikel von Harald Sommerfeld zu lesen..


Wenn ich ein Wort Gottes in mein Herz hineinlasse, gibt der hl. Geist Offenbarungserkenntnis.

[Joh 8,31] Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; [Joh 8,32] und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.


Die Offenbarungserkenntnis wirkt Glauben. Und der Glaube ist der Sieg der die Welt überwunden hat..

Durch das Wort Gottes kann ich die Liebe Gottes erkennen.

[1Jo 4,16] Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.


Wenn das Wort Gottes in mir lebt, werden meine Gebete erhört.

[Joh 15,7] Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.


Das Wort Gottes enthält nicht nur Information, es enthält Leben.


[Joh 6,63] Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;


Es gibt die Information, was wir tun sollen, das ist das Gesetz.

Dann gibt es das Leben, daß ich das was ich tun soll gerne tue und das es mir leicht fällt.


[1Jo 5,3] Denn dies ist die Liebe Gottes, daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. [1Jo 5,4] Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.


Das Wort Gottes schneidet auseinander, was von der alten und von der neuen Natur kommt. Man hört öfters: Ich kann nicht erkennen was von Gott ist, und was von mir kommt.

Das Wort hat eine selbstständige, in-sich-wohnende Kraft, nämlich die Kraft des Geistes und des Lebens.

So kann das Wort auseinanderschneiden und trennen, was von Gott kommt, und was von mir kommt.

[Hebr 4,12] Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens;


Unsere Haltung zum Wort Gottes, bestimmt den Einfluß, den wir auf unsere Herzen haben.


[Spr 4,20] Mein Sohn, auf meine Worte achte, meinen Reden neige dein Ohr zu! [Spr 4,21] Laß sie nicht aus deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens! [Spr 4,22] Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Heilung für ihr ganzes Fleisch. - [Spr 4,23] Mehr als alles, was man bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm die Quelle des Lebens. -


Was ist das Wort des Christus?

[Kol 3,16] Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig! Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade!


Ich möchte jedem der das liest bitten, sich die nächsten 1-2 Jahre mit diesem Vers zu beschäftigen.

Wenn wir nur eine theologische Antwort für unseren Verstand haben, befürchte ich, daß wir ein falsches Wort in uns leben lassen.

Ein Wort, das uns nicht befreit von unserer alten Natur,

Ein Wort, das uns nicht befreit von der Macht der Sünde,

Ein Wort, das uns nicht gesund macht und uns wohlergehen gibt,

Ein Wort, daß zwar unseren unerneuerten Verstand zufriedenstellt, unser Herz aber nicht wirklich hüpfen lässt..

Hüpft Dein Herz, wenn Du an das Wort denkst?

Oder fürchtest Du Dich, weil Du nicht vor dem Berg Zion stehst, sondern vor dem Berg Sinai. Hebr 12, 18-24


Durch das Wort werden falsche Lehren und Spekulationen aus unserem Hirn herausgewaschen. (Göttliche Hirnwäsche)


[Eph 5,26] um sie zu heiligen, reinigend durch das Wasserbad im Wort,

in alter

Freitag, 24. Dezember 2010

Lebendig bleiben

Eine 10 Jahre alte Predigt von Siegi Ochs



Wie bleiben Christen lebendig?

Letztens waren Ille und ich zum Essen eingeladen und jedes Mal, wenn es meiner Frau geschmeckt hat – was meistens der Fall ist – wenn es ihr also so richtig geschmeckt hat und sie das Gericht noch nicht kannte, fragt sie anschließend nach dem Rezept.

Es ist für mich immer wieder erstaunlich, was so eine einfache Frage nach dem Rezept eines Essens alles auslösen kann. Auf einmal drehte sich alles nur noch ums Kochen und Backen und aus den Schränken und Schubladen wurden die Rezeptbücher geholt und betrachtet. Und gemeinsam und fast andächtig bestaunten wir die Bilder in den Rezeptbüchern wie kostbare und seltene Gemälde. Als würden wir einen van Gogh oder Rembrandt betrachten. Dabei war es nur Kuchen. Und ehrfurchtsvoll las man von den Zutaten und war begeistert von den Anweisungen.

Interessieren Sie sich auch für Rezepte? Kochrezepte? Backrezepte?

Also, ich interessiere mich mehr für die Ergebnisse als für die Regeln wie man ein bestimmtes Essen oder einen Kuchen zubereitet.

Das war schon so als ich ein kleiner Junge war. Meine Oma liebte Backrezepte. Alle möglichen Arten und Sorten von Backrezepten. Davon habe ich als kleiner Junge profitiert, von dem, was dabei raus kam, wenn sie sich so ein Backrezept vornahm und deren Anweisungen befolgte.

Unser Thema hört sich wie so ein Back- oder Kochrezept an: "Wie bleiben Christen lebendig?" Man nehme 1. 2. 3. und tue dies und lasse das...

Was meinen Sie: "Wie bleiben Christen lebendig?"

Nun, wir würden vielleicht sagen: "Um als Christ lebendig zu bleiben, musst Du Dich an ein paar Regeln halten:

Du solltest täglich beten

Solltest Du auch täglich in der Bibel lesen

Brauchst Du Gemeinschaft mit anderen Christen im Hauskreis

Gehe sonntags in den Gottesdienst

Solltest Du regelmäßig etwas von Deinem Geld Gott abgeben

Wäre es toll, wenn Du deinen Gaben entsprechend mitarbeitest

Solltest Du so leben, wie die Bibel es sagt

Jeder, der schon länger Christ ist, weiß das diese Regeln einfach wichtig sind. Ohne tägliches Beten und Bibellesen würde unserem Glauben bald die Luft ausgehen. Ohne Gemeinschaft mit anderen Christen im Hauskreis und ohne Gottesdienst würden wir bald auf der Strecke bleiben. Der richtige Umgang mit unserem Geld, mit unseren Gaben und mit unserer Zeit ehrt nicht nur Gott und hilft anderen, sondern ist auch heilsam für unser eigenes Herz. Das wir außerdem als Christen unser Leben nach den Anweisungen der Bibel ausrichten, liegt auf der Hand.

Ohne Regeln herrscht Chaos. Wenn es keine Verkehrsregeln geben würde und jeder so fahren könnte, wie er wollte, würde der Verkehr total zum Erliegen kommen. Ohne das Befolgen eines Backrezeptes gibt es keinen Kuchen. Rezepte sind ja schließlich auch dafür da, um befolgt zu werden! Wenn da Zucker steht, muss man diesen auch in der angegebenen Menge nehmen und kann ihn nicht einfach durch Salz ersetzen, auch wenn beides weiß aussieht! Das Ergebnis wäre verheerend und ungenießbar.

Schauen wir uns jetzt einmal an, was Paulus auf die Frage antwortet: "Wie bleiben Christen lebendig?", Galater 3, Verse 1 bis 5: Ihr unvernünftigen Galater, wer hat euch verblendet? Ist euch Jesus Christus nicht deutlich als der Gekreuzigte vor Augen gestellt worden? Dies eine möchte ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch die Botschaft des Glaubens empfangen? Seid ihr so unvernünftig? Am Anfang habt ihr auf den Geist vertraut, und jetzt erwartet ihr vom Fleisch die Vollendung. Habt ihr denn so Großes vergeblich erfahren? Sollte es wirklich vergeblich gewesen sein? Warum gibt euch denn Gott den Geist und bewirkt Wundertaten unter euch? Weil ihr das Gesetz befolgt oder weil ihr die Botschaft des Glaubens angenommen habt?

Eine erstaunliche Antwort, die aus lauter Fragen besteht.

Wenn man diese Verse und die Verse vorher liest, wird auf jedem Fall klar, dass die Christen, denen Paulus hier schreibt nicht mehr sehr lebendig waren. Ihr unvernünftigen Galater, wer hat euch verblendet?

Schon diese erste Frage macht deutlich, dass die Galater wie so ein ungenießbarer Kuchen waren und scheinbar Salz mit Zucker verwechselt haben.

Das ist ja das eigentlich erschreckende an diesem Text und an diesem ganzen Brief, dass Menschen, die eine tiefe Begegnung mit Christus hatten, nach einiger Zeit ungenießbar waren. Das es – wie wir hier bei den Galatern sehen – tatsächlich passieren kann, das Christen ihre Lebendigkeit verlieren.

Für die Galater stellte sich nicht mehr die Frage, wie sie lebendig bleiben, sondern wie sie wieder lebendigwerden.

Nachdem Paulus den Galatern die Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Christus vor Augen gemalt hatte, so als wären sie selbst dabei gewesen als Jesus mit seinen 12 Jüngern drei Jahre lang unterwegs war, um anschließend am Kreuz für sie und für uns alle sein Leben aus Liebe zu geben, damit sie und wir einen Ort haben, wo wir die Schuld unseres Lebens abladen können. Nachdem Paulus ihnen also Christus wie ein Bild vor Augen gemalt hat und ihr Herz dabei offen wurde und sie zum Glauben an Jesus kamen und sie anfingen mit Jesus tagtäglich und ganz alltäglich zu leben. Danach kamen sie – aus Jerusalem, ganz fromme Leute, wissende Leute. Menschen, die in der Bibel zu Hause waren, Menschen mit einem starken Sendungsbewusstsein. Nach der Predigt des Paulus hörten sie jetzt auf die Predigt dieser Leute, die ihnen vorwarfen, dass sie sich nicht an die Regeln halten und das alles auf diese Regeln ankommt. Biblische Regeln, alttestamentliche Regeln, gesetzliche Regeln: Was man essen darf und wie man sich zu waschen hat und wie man den Feiertag heiligt und dergleichen mehr. Lauter Regeln. 1. 2. 3. Man nehme, man tue, man lasse. Diese Leute zeigten den Galatern ihr Bild von einem guten Christen und machten ihnen den Mund damit wässrig: So lebt ein Christ. So sieht ein Christ aus. So verhält sich ein Christ. Ihr wollt doch weiterkommen. Ihr wollt doch euer Leben meistern.

Und die Galater wurden verblendet. Ihr unvernünftigen Galater, wer hat euch verblendet? muss Paulus fragen.

Liebe macht blind, sagt man. Die Wahrheit ist, das Liebe sehend macht. Was die Galater blind für die Wahrheit werden ließ, war nicht die Liebe, sondern die Selbstsucht. Sie wollten genauso fromm und gut wie die anderen sein. So wurden sie verblendet, oder behext, bezaubert, so kann man dieses Wort auch übersetzen.

Es geht eine unheimliche Macht von den Regeln aus. Wer die Regeln kennt, wer die Regeln beherrscht, der kann das Leben meistern. Es ist ja auch scheinbar so viel einfacher sich an bestimmte Regeln zu halten, statt einfach aus dem Glauben heraus zu leben. Man kann z.B. die Regel beachten, als Christ jeden Sonntag in den Gottesdienst zu gehen und das jahraus jahrein tun, ohne dabei tatsächlich und wirklich Gott zu begegnen. Man kann z.B. die Regel beachten, als Christ in den Hauskreis zu gehen und das jahraus jahrein tun, ohne dabei tatsächlich und offen einander wirklich zu begegnen.

Paulus malte den Galatern Christus vor Augen. Die Leute aus Jerusalem malten den Galatern einen guten Christen vor Augen. Dieses Bild sah auch viel besser aus. Kein hässlicher armseliger und gekreuzigter Jesus, sondern ein erfolgreicher starker und beklatschter Christenmensch. Wer hängt sich schon einen Gekreuzigten ins Zimmer. Da hängen wir doch viel lieber unsere Urkunden auf.

Das ist die unheimliche Macht, die von den Regeln ausgeht. Das sie mir den Blick für den gekreuzigten Christus vernebeln, durch dessen Liebe und Gnade ich lebenslang lebe und mir stattdessen den Spiegel vorhalten und auf einmal kommt wieder alles auf mich an und darauf, dass ich die Regeln befolge um mir anschließend die Urkunden an die Wand hängen zu können und andere einlade in mein Zimmer und sage: "Guck mal, ist das nicht toll, das habe ich gemacht. Bin ich nicht toll?"

Am Anfang hat man geglaubt und vertraut. Da hat man sich Jesus angeschaut, hat ihm in die Augen geschaut, ganz tief und sich in diesen Augen verloren, in diesen Augen voller Liebe.

Dann kam der Moment, wo man von Jesus weg auf sich und die anderen schaute, auf das eigene Leben und die Regeln und wo man es sich und den anderen beweisen wollte. Wo der Glaube alleine nicht mehr reichte, sondern Taten zählten. Wo man etwas darstellen wollte.

Dies eine möchte ich von euch erfahren sagt Paulus: Habt ihr den Geist durch die Werke des Gesetzes oder durch die Botschaft des Glaubens empfangen? Seid ihr so unvernünftig? Am Anfang habt ihr auf den Geist vertraut, und jetzt erwartet ihr vom Fleisch die Vollendung.

Lebendigkeit oder Sterben entscheidet sich für uns als Christen nicht am Einhalten von bestimmten Regeln, sondern daran, wen wir anschauen:

den gekreuzigten Jesus

oder uns selbst

Lebendigkeit oder Sterben entscheidet sich für uns als Christen nicht am Einhalten von bestimmten Regeln, sondern daran, wem wir vertrauen:

dem heiligen Geist

oder uns selbst, unserem Fleisch, wie Paulus schreibt

Was ist wichtiger: Der Kuchen oder das Rezept?

Stellen wir uns vor, es ist Gemeindeversammlung und statt Kuchen liegen nur die entsprechenden Rezepte aus.

Die Rezepte dienen einzig und allein dem Ergebnis, dem fertigen Kuchen. Wenn sie das Ergebnis nicht mögen, z.B. den Käsekuchen meiner Mutter, werden sie die Regeln nicht anwenden, die notwendig sind, um diesen Käsekuchen zu bekommen.

Regeln sind wichtig und notwendig, aber wir dürfen sie niemals mit dem Ziel verwechseln. Der fertige Kuchen ist entscheidend. Klar, dafür haben einige von uns in der Küche gestanden und sich hoffentlich auch genau an die Regeln gehalten.

Jetzt werden wir heute Nachmittag also keine Rezepte serviert bekommen, sondern leckeren Kuchen, ganz unterschiedlichen Kuchen, so verschieden die Kuchen sein werden, so verschieden sind auch die entsprechenden Regeln für die einzelnen Kuchensorten.

Es gibt nicht nur ein Rezept. Ich habe keine Ahnung wie viele unterschiedliche Backrezepte es gibt. Wahrscheinlich wird es so viele Rezepte geben, wie es Kuchen gibt.

Für uns heute Nachmittag werden die einzelnen Rezepte keine Rolle spielen, sondern das Ergebnis, die fertigen Kuchen. Wir wollen den Kuchen genießen und nicht die Regeln.

Dabei wird es auf eins entscheidend ankommen – über das wir uns gar nicht bewusst sind - das wir denen vertrauen und Glauben schenken, die die Kuchen gebacken haben.

Lebendigkeit oder Sterben entscheidet sich für uns als Christen nicht am Einhalten von bestimmten Regeln, sondern daran, wem wir vertrauen:

dem heiligen Geist

oder uns selbst

Lebendigkeit oder Sterben entscheidet sich für uns als Christen nicht am Einhalten von bestimmten Regeln, sondern daran, wen wir anschauen:

den gekreuzigten Jesus

oder uns selbst

Wenn Sie sich zu Hause in die Küche stellen und etwas tolles zu Essen machen und sich dabei an ganz bestimmte Regeln halten um ein ganz bestimmtes Ergebnis zu erreichen, weshalb tun sie das?

Weil man die Regeln einhalten muss? Oder weil sie sich selbst oder einem anderen eine Freude machen wollen?

Liebe geht durch den Magen, sagt man. Dafür stehen manche Stunden in der Küche. Aus lauter Liebe. Für einen anderen.

Klar, dass bei so einem tollen Essen auch der Koch gelobt wird. Aber das Essen wird einem nicht mehr schmecken, wenn man merkt, der andere hat mich nur bekocht, um mir zu zeigen, wie toll er ist und um sich so meine Anerkennung einzukaufen. Ich war nur Mittel zum Zweck. Der hat sich nur an die Regeln gehalten und in die Küche gestellt, um beklatscht zu werden.

Keiner, der sich in die Küche stellt, würde das Rezept höher achten, als den fertigen Braten. Er weiß, dass man bestimmte Regeln beachten muss, um bestimmte Ergebnisse zu bekommen.

Die Tragik der Galater ist das aus dem verlorenen Sohn in Lukas 15 der ältere Sohn wurde. Die Galater kamen wie verlorene Söhne nach Hause, begannen im Glauben und vertrauten auf den Heiligen Geist. Doch kaum waren sie zu Hause, fingen sie an wie der ältere Sohn nach den Regeln zu leben. Ihr unvernünftigen Galater, wer hat euch verblendet?

Interessant ist, dass man das griechische Wort für "verblendet" auch mit "verleumden" oder "beneiden" wiedergeben kann.

Der ältere Sohn beneidete seinen jüngeren Bruder und er verleumdete ihn.

Wer allein von Christus lebt und darauf vertraut, dass Gottes Geist ihn schon richtig führt, wird von den beneidet und verleumdet, die wie der ältere Sohn auf ihre Leistungen pochen.

Diese 5 Verse bestehen aus lauter Fragen.

"Wie bleiben Christen lebendig?" Wenn sie das Fragen nicht verlernen!

Neben den Krisen meines Lebens, bin ich vor allen Dingen durch Fragen, durch Fragen, die andere mir stellten und durch Fragen, die ich selbst stellte, weitergekommen. Selten haben mich Antworten verändert oder in Bewegung gebracht. Meistens waren es Fragen.

Die richtigen Fragen zu stellen ist wichtiger als die richtigen Antworten zu wissen oder zu geben.

Paulus fordert uns mit seinen Fragen heraus.

Jesus oder ich?

Geist oder Fleisch?

Glauben oder Regeln?

"Wie bleiben Christen lebendig?"

durch Glauben

Glauben an den Gekreuzigten. Das er allein reicht. Wo der Gekreuzigte im Zentrum steht, da muss ich niemanden mehr etwas beweisen. Da muss ich nicht besser sein, als ich bin. Da darf ich schwach sein, weil Jesus meine Stärke ist. Wo der Gekreuzigte im Zentrum steht, ist kein Platz mehr für Neid und Eifersucht, weil wir alle von ihm und durch ihn leben und niemand einem anderen beweisen kann oder muss, dass er besser und wichtiger und wertvoller ist, weil da an diesem Kreuz Platz für uns alle ist.

"Wie bleiben Christen lebendig?"

- durch Vertrauen

Vertrauen auf die Führung des Heiligen Geistes. Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit, da ist Liebe, da ist Kraft und da ist kein Platz für Angst. Und da werden Regeln zu dem, was sie sind: Ein Mittel zum Zweck, aber nicht der Zweck an sich.

Der Kuchen ist wichtiger als das Rezept.

Beten, Bibel lesen, Hauskreis, Gottesdienst, Geld geben, Mitarbeit und leben, wie die Bibel es sagt sind alles gute und wichtige Regeln, aber sie verlieren ihren Wert in dem Moment, wo diese Regeln mir wichtiger werden als Jesus selbst, wo sie meine Liebesbeziehung zu Jesus ersetzen und es mir auf einmal nicht mehr darauf ankommt, in seine Augen voller Liebe zu schauen, sondern mir darum geht, dass ich mehr und besser bete als andere, besser in der Bibel Bescheid weiß, als andere, usw.

Wenn ich Jesus liebe, wenn ich mich täglich neu dem Heiligen Geist öffne und darauf vertraue, dass er mich führt, werde ich mich an bestimmte Regeln halten, aber sie sind für mich nur ein Mittel zum Zweck und ich werde mich nicht diesen Regeln anvertrauen sondern Jesus und der Führung seines Geistes.

Das Motiv ist entscheidend! Warum und für wen?



Krefeld, den 14. November 1999
Pastor Siegfried Ochs

Sonntag, 19. Dezember 2010

Das Wort Gottes



Hierzu eine Andacht von Watchman Nee.

W.Nee
Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als
jedes zweischneidige Schwert und hindurchdringend bis zur
Scheidung von Seele und Geist. Hebr 4,12

Manche Gotteskinder legen großen Nachdruck auf die richtige Scheidung des Wortes der Wahrheit. Die Schrift ermahnt uns in der Tat, dies zu tun (2Tim 2,15), sie sagt uns aber ebenfalls, dass sein Wort uns selbst scheiden soll. Unser Fehler liegt wohl darin, dass wir zuerst sein Wort zu scheiden suchen - noch bevor wir es seine scheidende Wirkung an uns selbst haben tun lassen! Sind wir uns bewusst, dass Gottes Wort etwas Lebendiges, eine wirkende Kraft ist? Dringt es bis in unser Innerstes wie ein scharfes, zweischneidiges Schwert? Oder behandeln wir es so, als sei es irgendein beliebiges Buch unter vielen anderen, die studiert und ausgewertet werden müssen?

Das Merkwürdige an der Schrift ist, dass sie nicht darauf abzielt, uns Lehren systematisch beizubringen. Uns wäre es vielleicht besser erschienen, Paulus und die anderen hätten sich zusammengetan und ein ausführliches Handbuch der christlichen Lehre geschrieben. Aber das hat Gott nicht zugelassen. Wie leicht hätte er so manche unserer theologischen Meinungsverschiedenheiten ausschalten können, aber anscheinend liebt er es, diejenigen, die an die Bibel nur mit dem Verstand herangehen, zu verwirren! Er will uns bewahren vor dem bloßen Ergreifen von Lehren. Er will, dass die Wahrheit uns ergreift.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Der grüne Tisch

Hier ein sehr guter alter Artikel von Haso


Vor dem Denken kommt das Handeln: Zersägt den grünen Tisch
Abgelegt unter: Getextetes — Haso @ 6:38

Wollte ich ausgewogen sein, schriebe ich wie folgt:

Was kommt zuerst - der Gedanke oder die Handlung? Diese Frage ist eine Neuauflage des alten Henne-Ei-Problems. Sie lässt sich kaum eindeutig beantworten. Der eine stolpert in eine neue Erfahrung (Handlung), und plötzlich sieht er die Welt mit anderen Augen. Dem anderen geht ein Licht (Gedanke) auf, und auf einmal kann er nicht mehr weiterleben wie bisher. Eigentlich spielt die Frage nach dem ersten Auslöser auch nicht die entscheidende Rolle. Wichtig ist nur: es gibt keine zwei Generationen von Hennen ohne dazwischenliegendes Ei. Und es gibt keine zwei Generationen von Eiern ohne eine dazwischenliegende Henne. Jeder Gedanke, der nur neue Gedanken gebären will und nicht zur Handlung führt, bleibt unfruchtbar. Jede Handlung, die keine Auswirkung auf unser Denken hat, verpufft.

Aber ich will nicht ausgewogen sein. Ausgewogenheit ist eine Seuche im Leib Christi. Sie nimmt uns den Biss, macht “wohltemperierte” Nachfolge. Das neuzeitliche Menetekel lautet: “Aus-gewogen und für zu leicht befunden!” Wir brauchen heilige Einseitigkeit und Übertreibung.

Wollte ich korrekt sein, schriebe ich wie folgt:

Die Beziehung zwischen Gedanke und Tat erfordert eine genaue Untersuchung. In der Regel dürfte es keine Handlung ohne einen ersten gedanklichen Anstoß geben. Dieser kann sich über längere Zeit erstrecken - eine solche Handlung nennen wir “wohlbedacht”. Der gedankliche Anstoß kann sich aber auch auf einen kurzen, vielleicht nicht einmal bewusst wahrgenommenen Impuls beschränken. Wichtig ist nur: erst die Ausführung des Gedankens durch die Handlung gibt dem Gedanken Substanz und macht ihn zu einem wirklichen Teil der Person. Nur der “Täter des Wortes” wird “selig sein in seiner Tat”.

Aber ich will nicht korrekt sein. Theologische oder philosophische Korrektheit hat zu Genüge ihre Sterilität erwiesen. Wir brauchen Steine des Anstoßes.

Wollte ich widerspruchsfrei sein, schriebe ich wie folgt:

Du musst überhaupt nichts tun. Es ist das Wort, das alles in dir vollbringt. Nicht du lebst (handelst) nach der Bibel, sondern das Wort lebt in dir. Fülle dein Denken mit ihm, und es bringt gute Frucht hervor. (So habe ich an anderer Stelle geschrieben. Dazu stehe ich immer noch uneingeschränkt.)

Aber ich will auch nicht widerspruchsfrei sein. Widerspruchsfreie Theologie harmonisiert die Wahrheit bis zur Unkenntlichkeit. Wir brauchen ärgerliche Paradoxien.

Deshalb behaupte ich einseitig, übertreibend, unkorrekt, anstößig und widerspruchsvoll: Vor dem Denken kommt das Handeln. Ich meine es ernst. Und ich werde es gut begründen illustrieren.

Wir leben in einem Land voller Konferenzen, Kassetten, Bücher, Gedanken, Konzepte, Strategien, Diskussionen, Blogs und wer weiß was noch. Wir müssten das erneuertste - Günter, ist dieser Superlativ zulässig? - Land unter dem Himmel sein. Wir sind es nicht. Meine Beobachtung: alle diese Konferenzen, Kassetten, Bücher, Gedanken, Konzepte, Strategien, Diskussionen, Blogs und wer weiß was noch verändern den nicht, der nicht bereits mit neuem Tun begonnen hat. Er versteht sie nicht einmal wirklich. Sie sind für ihn nichts als weitere Gedanken unter schon gedachten Gedanken. Nur wer bereits aufgestanden ist und tut, was er noch nie getan hat, aus Sehnsucht oder aus Not, wird die neue Zeit ergreifen. Wer allerdings mit dem neuen Tun begonnen hat, dem sind alle diese Konferenzen, Kassetten, Bücher, Gedanken, Konzepte, Strategien, Diskussionen, Blogs und wer weiß was noch Kompass und Wegzehrung.

Ich muss nicht recht behalten. Aber ich will die falsche Selbstverständlichkeit in Frage stellen (und wo möglich exekutieren), mit der jederman davon auszugehen scheint, dass neue Konferenzen, Kassetten, Bücher, Gedanken, Konzepte, Strategien, Diskussionen, Blogs und wer weiß was noch die Lösung für unsere Probleme bringen. Die Lösung für unsere Probleme beginnt, wo Leute etwas tun, was sie noch nie getan haben.

Schwestern und Brüder, zersägt den “Grünen Tisch”, an dem wir die Welt verändern wollen. Vielleicht kann man aus seinem Holz ein Feuer machen, an dem sich wenigstens einer wärmt.

Samstag, 11. Dezember 2010

Kein Gesetzbuch

Es gibt keinen Zwang für Mister “Ich”. Er muss nur seinem Herzen folgen. Die Bibel und der Heilige Geist helfen ihm dabei. Das hat er jetzt verstanden. Wenn er in Zukunft in der Bibel eine Befehlsform findet oder Begriffe wie “Gebot” und “Gehorsam”, weiß er: Das sind Übungsaufgaben - manche für jetzt, manche für später, manche überhaupt nicht für mich. Sie stornieren nicht meine Freiheit. Ich folge Jesus nach, weil ich es will. Und ich bin dankbar für diese Aufgaben, weil sie mir dabei helfen.

Das war die Aussage mit der ich gestern aufhörte.

Funktioniert denn das?

Ist ein Leben ohne fromme Zwänge möglich?
In unserem Leben wird es immer wieder Dinge geben, die wir tun müßen..
Das hat auch Haso in seiner Römer7-Broschüre anklingen lassen.


Viel von dem, was wir Christen Heiligung, Buße oder Seelsorge nennen, ist der erfolglose Versuch, das Fleisch zu veredeln. Wann immer Mister “Ich” die alten Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen an sich wahrnimmt, fängt er an, daran “rumzudoktern”. Das ist der sichere Weg in Römer 7,14-25. Wenn die einschneidendste Erfahrung seines Lebens, die Bekehrung zu Jesus, dieses Fleisch nicht verändert hat, wie sollen dann weniger einschneidende Maßnahmen zum Erfolg führen?


(Bevor mich jetzt einer missversteht: Es gibt trotzdem einen legitimen Platz für Seelsorge, Therapie und sogar für Disziplin. Sie können manchen Problemen die Spitze abbrechen, Situationen erträglicher machen, uns vor vielen Folgen des Fleisches schützen oder unser “Überleben” sichern, bis geistliche Prozesse durchschlagen. Aber sie können das Problem des Fleisches nicht wirklich lösen. Das Fleisch ist weder therapierbar noch disziplinierbar.)


Wir sollten uns nur nicht zufriedengeben mit einem äußeren Gehorsam..
Wir müßen lernen aus der Kraft unserer neuen Natur zu leben.

Wenn ich sage, daß wir auf unser Herz hören müßen, meine ich das neue Herz, daß wir bei der Wiedergeburt erhalten haben

[Hebr 8,8] Denn tadelnd spricht er zu ihnen: «Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen,

[Hebr 8,9] nicht nach der Art des Bundes, den ich mit ihren Vätern machte an dem Tag, da ich ihre Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie blieben nicht in meinem Bund, und ich kümmerte mich nicht um sie, spricht der Herr.

[Hebr 8,10] Denn dies ist der Bund, den ich dem Haus Israel errichten werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Meine Gesetze gebe ich in ihren Sinn und werde sie auch auf ihre Herzen schreiben; und ich werde ihnen Gott und sie werden mir Volk sein.

[Hebr 8,11] Und nicht werden sie ein jeder seinen Mitbürger und ein jeder seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn alle werden mich kennen, vom Kleinen bis zum Großen unter ihnen.

[Hebr 8,12] Denn ich werde gegenüber ihren Ungerechtigkeiten gnädig sein, und ihrer Sünden werde ich nie mehr gedenken.»