Freitag, 21. Januar 2011

Ist es schwer als Christ zu leben?

Ich möchte hier aus einem kleinen Büchlein von watchman Nee zitieren.


Für viele ist Christsein eine große Anstrengung

Neubekehrte schlagen sich oft mit vielerlei Problemen herum. Wenn man sie lehrt, dass sie ein gutes christliches Leben führen müssen, um ein gutes Zeugnis für den Herrn zu sein, dass sie die Welt nicht lieben und den Versuchungen widerstehen sollen und außerdem zu leiden und das Kreuz zu tragen haben, dass sie den Willen Gottes

suchen sollen und lernen, ihm zu gehorchen usw.,

dann kann es nicht ausbleiben, dass sie ein solches Leben höchst anstrengend fi nden.


Viele Gläubige halten es in der Tat für eine mühselige, ja sogar außerordentlich anstrengende Angelegenheit, ein Christenleben zu führen; müssen sie sich doch täglich abmühen, viel seufzen und sich anstrengen, um dann doch zu versagen, und dem

Herrn dadurch manche Unehre bereiten, obwohl sie eigentlich ein gutes Zeugnis für ihn sein sollten.


Ich sage euch, viele sind in ihrem Christsein müde geworden, und es ist nur natürlich, wenn sich in ihnen schließlich das Gefühl festsetzt, das Christenleben sei wirklich eine Last.

Viele wollen ehrlichen Herzens die Sünde von sich weisen, aber es fehlt ihnen die Kraft dazu und folglich haben sie auch keinen Frieden in sich.

Oder sie wollen geduldig sein und vermögen es durchaus nicht, sondern brausen stets von neuem auf, so dass sie immer mit einem schlechten Gewissen herumlaufen.


Zu lieben fehlt ihnen die Kraft, und hassen hält sie in größtem Unfrieden.

Welch eine Mühsal, Christ zu sein! Es geht ihnen wie einem, der mit zentnerschweren Säcken auf dem Rücken einen Berg erklimmen will und es doch nie schafft.

Eine wahre Sisyphusarbeit! So bekennt manch einer seufzend: „Als ich noch ungläubig

war, trug ich schwer an der Last meiner Sünden. Nachdem ich nun aber gläubig geworden

bin, trage ich fast noch schwerer an der Last meiner Heiligkeit.“


Nur Christus kann Christ sein – nicht ich

Unter solchen Bedingungen wäre es vollkommen unsinnig, die Menschen lehren zu wollen, Christ zu sein. Der Mensch ist für ein solches Leben schlechthin ungeeignet.


Weil uns aber das Wort des Herrn sagt, dass nicht mehr wir es sind, die leben, sondern Christus, der in uns lebt, sind es infolgedessen auch nicht wir, die Christ sein müssen.


Das ist das Geheimnis des Christenlebens.

Nicht ich kann Christ sein, sondern allein der Christus in mir. Wenn du Christ sein müsstest, dann wäre das eine unsägliche Mühe und eine bittere Sache, Geduld und Liebe aufzubringen, Sanftmut und Demut zu üben, Leid zu tragen und das Kreuz auf dich zu nehmen.

Wenn es aber Christus ist – und dazu lebt er in dir –, dann ist Geduld und Liebe üben, ja sogar Leiden und Kreuz tragen, nur Freude.


Sehr gute Predigt von Hartwig Henkel zu diesem Thema


Mittwoch, 19. Januar 2011

Buchempfehlung

Ein sehr empfehlenswehrtes Buch.


5.0 von 5 Sternen lebensverändernd!, 15. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Das Leben ist zu kurz, um die Hauptsache zu verpassen . . . (Taschenbuch)
Eines der wenigen christlichen Bücher, von denen ich sagen kann, dass sie mein Leben total verändert haben. Die deutsche Übersetzung des Titels ist zwar ein bisschen krude (das englische Original heißt schlicht „Classic Christianity" und hat dafür einen verlängerten Untertitel), aber George geht es letztlich genau darum: müde Christen wieder an die Essenz christlichen Lebens zu erinnern. Er beklagt (und wohl leider zu Recht), dass vielen die Freude am Leben mit Gott verloren geht, weil sie nur die eine Hälfte der christlichen Botschaft begreifen: Dass Gott Schuld vergibt und alle, die sich auf seine Gnade verlassen, als seine Kinder annimmt, ist ja nur der Anfang. Wer nach dieser Erfahrung weiterhin krampfhaft versucht, Sünde zu vermeiden und als guter Christ zu leben, geht am Eigentlichen vorbei und erlebt nicht, was Leben aus (und mit) Christus letztlich bedeutet.
Mit vielen wirklich guten Beispielen und Illustrationen und klar an der Bibel orientiert, macht George deutlich, dass es nicht nur um „Gerettetsein aus Gnade", sondern eben erst recht um „Leben aus Gnade" geht - und dass Christsein alles andere als fade und frustrierend ist, wenn man das begreift. Letztlich bringt er keine neuen Erkenntnisse oder Lehren (sonst wäre wohl auch eher Skepsis angebracht), aber er packt das, was Paulus vor vielen hundert Jahren schrieb, in neue Worte und macht es damit für uns heute verständlicher. (Ich persönlich stelle immer wieder fest, dass ich die Bibel mit ganz anderen Augen lese, seit mir „Das Leben ist zu kurz..." unter die Finger gekommen ist. Es steht ja alles da bei Paulus - ich habe es nur vorher nie so richtig wahrgenommen.) Unbedingt lesen - und weiterempfehlen!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Leben ist zu kurz um schlechten Wein zu trinken....,12. Dezember 2006
Von
Christian Nau (Sindelfingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)
... und erst recht zu kurz um einschlechtes Bild von Gott zu haben!
Ich habe das englische Original dieses Buches gelesen und bin eher kein blinder Fan von christlicher Literartur. Das Lesen des Buches war eine Aufgabe während eines Sabbatjahres und so zu sagen aufgezwungen.
Nach kurzer Zeit habe ich aber dieses Buch verschlungen, nicht weil es so wahnsinnig toll geschrieben ist, sondern weil Bob Georg es hervorragend gelingt, vieles auf den Punkt zu bringen, mit einfachen Bildern zu umschreiben das man regelmäßig denkt: "ja, stimmt, hätte ich selber drauf kommen können"!
Ein Buch das zusammen mit anderen Erlebnissen während des Lesens mein Bild von Gott stark verändert hat.
Kann es nur jedem empfehlen, der sich auch nur ansatzweise für den christlichen Glauben interessiert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für frustrierte Christen, 7. Januar 2008
Von
Bob George versteht es, theologisch fundiert das Grundproblem vieler entschiedener Christen anzupacken, nämlich, den Frust, das eigene Leben als unbefriedigend und unzureichend zu empfinden. Die Ursache? Man erliegt bewusst oder unbewusst dem Trugschluss, den eigenen Ansprüchen, denen anderer oder gar denen Gottes nicht gerecht zu werden. Bob George deckt die verschiedenen und fatalen Denkfehler auf, die dazu führen. Er zeigt auf, dass die Ursache letztlich in einem verkorksten Gottesbild liegt. D.h., dass man sich nicht wirklich 100%ig und vollkommen bedingungslos von Gott geliebt und angenommen weiß und seine Identität nicht über das definiert, was Christus geleistet hat, sondern das, was man selbst leistet. Wie soll man auch, wenn das Evangelium der befreienden Gnade meist nur halb predigt und lehrt wird - bis zum Kreuz nämlich. Die befreienden Auswirkungen eines Lebens aus Christus heraus und in der Kraft seiner Auferstehung kommen so gut wie gar nicht vor.
Die biblische Lehre dieses Buches kann helfen, dass Christen endlich sagen können: "Schluss mit frustig!" - Diese Buch ist ein Augenöffner. Wer einen ersten Schritt machen möchte, zurück zur ersten Liebe zu finden, der sollte dieses Buch lesen.
Wer regelmäßig predigt, lehrt oder als Seelsorger tätig ist, bekommt zudem exzellentes Material an die Hand, das er dazu nutzen kann, eine wirklich befreiende "Gute Nachricht" weiterzugeben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Basics, 21. September 2009
Absolute Pflichtlektüre für Menschen, die erfassen möchten, was christliches Leben wirklich bedeutet! Bob George legt ganz grundlegend dar, was Jesus für uns getan hat und was dieses Geschenk dann aber auch letztendlich für uns bedeuten kann, wenn wir nicht beim Tod Jesu stehenbleiben! Leben und Freiheit pur! Wow!
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Montag, 17. Januar 2011

Buchvorstellung

Sehr lustiges Buch.


Alle die jetzt was Christliches wollen muß ich leider enttäuschen.

Es ist eine kleine Geschichte um einen tiefbegabten Jungen.

*g*

Sonntag, 16. Januar 2011

gebet

Hier hab ich ein Gebet von Andrew Murray gefunden.


O mein Gott, von Herzen danke ich dir für deine wunderbare Gabe des innewohnenden Geistes, und demütig bitte ich dich: Bestätige es mir aufs neue, dass er in mir ist, und sein herrliches Werk in mir treibt.

Lehre mich hauptsächlich glauben, dass er es ist, der das göttliche Leben in mir zu wecken und zu vermehren vermag, dass er das Pfand und die Versicherung ist, dafür, dass ich wirklich zu einem Gott wohlgefälligen Leben gelangen kann.

Je mehr ich das wünsche, desto besser werde ich verstehen, dass er, der da der Geist desLebens in mir ist, in meinem Geist den Hunger nach dem Wort, als meiner Lebensnahrung wecken muss, dass er diese Speise in mir aufnehmen und mir einverleiben will, so dass sie in der Tat in mir zu Kraft und Leben werden kann.

Vergib mir, o mein Gott, dass ich so oft deine Worte, die doch Geist und Leben sind, mit meinen menschlichen Gedanken, mit meinem fleischlichen Sinne zu verstehen gesucht habe; ich habe es nur gar langsam gelernt, dass das Fleisch nichts nütze ist; aber jetzt ist es mein Wunsch, dies recht zu erkennen. O mein Vater, gib mir den Geist der Weisheit und verleihe mir die mächtigenWirkungen des Geistes, dass ich erkennen möge, wie tief geistlich ein jedes deiner Worte ist, und wie geistliche Sachen nur geistlich gerichtet werden können (1. Kor. 2,13).

Lehre mich doch, bei allem Umgang mit deinem Wort, das Fleisch und seinen Sinn zu verleugnen, dagegen in demütigem Glauben auf die innere Wirkung des heiligen Geistes zu warten, damit er das Wort lebendig mache. Möge darum alle meine Betrachtung deines Wortes, das ich im Gehorsam des Glaubens halten möchte, geschehen im Geist und in der Wahrheit, in Leben und Kraft. Amen.

1. Um ein Buch zu verstehen, muss der Leser der Sprache des Verfassers mächtig sein; in vielen Fällen muss er auch etwas von dem Geiste haben, der den Schreiber beseelte. Um die Heilige Schrift zu verstehen, bedürfen wir der Innewohnung des heiligen Geistes, der sie den heiligen Menschen Gottes eingab.

2. Das ewige Wort und der ewige Geist sind unzertrennlich. Wir sehen es bei dem schöpferischen Wort und dem schöpferischen Geist (1. Mose 1,2.3; Psalm 33,6), ebenso bei der Tat der Erlösung (Joh. 1,1-3.14.33) und bei dem geschriebenen Wort:

Die Worte, die ich rede, sind Geist“, vergl. Auch 1. Thess. 1,5. Dasselbe müssen auch wir erfahren, wenn wir das Wort lesen und betrachten; so gewiss das von Gott eingeflößte Wort von außen an uns herandringt, so gewiss muss es dem von Gott eingeflößten Geist im Innern begegnen.

3. Das Wort ist der Same. Jedes Samenkorn hat einen lebendigen Keim, der aber eines ihm entsprechenden Bodens bedarf, um wachsen zu können. Das Wort hat göttliches Leben in sich; siehe zu, dass du das Wort darum nicht nur mit deinem natürlichen Verstand und Willen aufnimmst, sondern in dem neuen Geist, in dem der Geist Gottes wohnt.

4. Ich sehe immer besser ein, dass die Erfahrung der Kraft des Wortes Gottes von der lebendigen Gemeinschaft mit Jesu abhängt. Warum gibt es im Christenleben so oft Niederlagen statt Sieg? Weil die Wahrheit des Wortes festgehalten wird ohne Kraft des Geistes. Gott helfe uns, diese zwei Punkte zu glauben: Das Wort ist voll des Geistes und der Kraft Gottes und kann mächtiglich wirken; – in unsern Herzen wohnt derselbe Geist, durch den das Wort in lebendiger Kraft aufgenommen werden kann. Unser Leben muss bestehen in der Kraft des Geistes.


Samstag, 15. Januar 2011

Wir brauchen Realität

Aus einem Büchlein von Oswald Smith über Erweckung

«Ein anderes Evangelium ist in unseren Tagen sehr beliebt geworden, es scheint das Sündenbewusstsein und die Busse aus dem Heilsplan Gottes auszuschalten; es verlangt von dem Sünder nur eine intellektuelle Anerkennung der Tatsache seiner Schuld und Sündhaftigkeit und ebenso die intellektuelle Zustimmung zu der Tatsache, dass Christi Versöhnung genügt; hat er beides anerkannt, so wird ihm gesagt, dass er in Frieden gehen könne und sich der Gewissheit freuen dürfe, dass der Herr Jesus alles zwischen seiner Seele und Gott in Ordnung gebracht habe; so ruft man Friede, Friede, wo kein Friede ist. Oberflächliche und falsche Bekehrungen dieser Art mögen der Grund sein, dass so viele, die vorgeben gläubig zu sein, den Herrn verunehren; sie fallen oft sogar in Weltsinn und Sünde zurück. Wir müssen den ganzen Ratschluss Gottes verkündigen, ,durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde'. Wir müssen die Sünde fühlen, ehe wir sie bedauern können. Die Sünder müssen die Traurigkeit kennen, ehe sie getröstet werden können. Wahre Bekehrungen haben wir heute so nötig. Bekehrungen, wie man sie früher kannte, und wie man sie wieder erleben wird, wenn die Gemeinde ihre Gleichgültigkeit abschüttelt und die Kraft Gottes erfasst und die Macht, die früher wirksam war, wieder in Anspruch nimmt. Dann wird es so sein wie früher, dass Sünder heulen, weil der Schrecken des Herrn sie ergriffen hat.» - J. H. Lord

Würden wir daran denken, einen Arzt zu rufen, ehe wir krank sind? Zwingen wir die Menschen, die gesund und stark sind, zum Doktor zu eilen? Wird der Schwimmer, der sich im Wasser wohl fühlt, die Menschen, die am Ufer stehen, anflehen, ihm zu Hilfe zu kommen? Gewiss nicht! Aber wenn Krankheit kommt, so spüren wir sofort unsere Not, und wir rufen den Arzt. Wir wissen, dass wir ein Heilmittel brauchen. Wenn wir merken, dass wir unter die Oberfläche des Wassers sinken, und es wird uns klar, dass wir ertrinken, dann werden wir schnell um Hilfe rufen. Die Todesnot ist furchtbar, durch die wir gehen, wenn wir merken, dass wir sinken und wissen, dass wir untergehen und verloren sind, wenn uns nicht jemand rettet!

So ist es mit der Seele, die verloren ist. Wenn jemand von seinem verlorenen Zustand überführt ist, so wird er in der grossen Angst seines Herzens ausrufen: «Was muss ich tun, dass ich gerettet werde?» Da braucht es kein Drängen und kein Zwingen; Es ist für diesen Menschen eine Frage auf Leben und Tod, und er wird alles tun, um gerettet zu werden.

Ich rede also nicht von einem Evangelisationsfeldzug. Das ist sehr oft Menschenwerk, manchmal sogar ganz aus dem Menschen. Aber diese Erweckung ist etwas anderes; etwas Herrliches! Wahre Bekehrung ist ganz von Gott! Da ist kein Raum für menschliche Ehre. Wie ganz anders ist das oft bei Evangelisationen ! Grosse Erregung, äusserlich viel Freude, Berichte von vielen Bekehrungen, und dann ein winziges Resultat, eine Täuschung. Diese Art und Weise, ohne von Sünde überführt zu sein, wirkt einen Kopfglauben ohne Wiedergeburt, keine Erfahrung des ,von neuem geboren werden' - was für ein Hohn!

Der Mangel an Sündenbewusstsein führt zu unechten Erweckungen und ist die Ursache, dass der Heilige Geist Sein Werk nicht tun kann. Man kann wohl die Hand aufhalten oder eine Entscheidungskarte unterzeichnen, aber es ist etwas ganz anderes, gerettet zu werden. Die Seelen müssen eine klare und trennende Befreiung erfahren, wenn das Werk Bestand haben soll. Es ist schon möglich, dass man in der Erregung eines Feldzuges Hunderte von Bekehrungen verzeichnen kann, aber es ist etwas ganz anderes, wenn man nach fünf Jahren wiederkommt und sie noch vorfindet.

John Bunyan hat dies wohl verstanden, wenn er den Christen zeichnet mit der grossen Last der Sünde auf seinem Rücken und die Angst seiner Seele beschreibt, bis er seine Last am Fusse des Kreuzes los geworden ist.

Gott selbst hat den Wert Seines Wortes bezeichnet. Er nennt es ein «Feuer», einen «Hammer» und ein «Schwert». Das Feuer brennt; ein Schlag mit dem Hammer verletzt; und eine Verwundung mit dem Schwert schmerzt. Wenn Sein Wort in der Kraft der Salbung des Heiligen Geistes verkündigt wird, so wird es genau dieselben Resultate haben. Es wird wie Feuer brennen, es wird wie ein Hammer zerbrechen, und es wird durchdringen wie ein Schwert, und der Schmerz im Geist oder in der Seele wird ebenso tief und wirklich sein wie der körperliche Schmerz. Wenn es aber nicht so ist, so stimmt etwas nicht mit dem Boten oder mit der Botschaft.




Donnerstag, 13. Januar 2011

Forderung oder Verheißung?

Wie geh ich mit herausfordernden Botschaften um?
Hier noch einmal ein Link zu einem Auszug aus einem Buch von Torry.
Wie reagire ich auf solche Texte? nehme ich mir vor besser auf Gott zu hören? fasse ich den Vorsatz mich mehr hinzugeben? Treffe ich irgend welche Glaubensentscheidungen die ich dann doch nicht einhalte? Oder verändere ich ein klein wenig die Forderungen um sie mir erträglich zu machen?
Mann hört in diesem Zusammenhang oft den Begriff "Umkehr"
Wohin kehren wir um?
Von "etwas nicht tun, Zu etwas doch tun" ?
Ich glaube das nicht.
Ich glaube unsere Umkehr bezieht sich auf unseren unabhängigen Lebensstil.
Jeden Augenblich meines Lebens entscheide ich mich immer wieder mich bei meinem Vater zu bergen.
Ich vertraue Ihm.

Wenn ich zu wenig Feuer für Ihn habe,- Ich berge mich in seiner Liebe.
Wenn ich zuwenig Liebe zu Ihm habe,- Ich berge mich in seiner Liebe.
Wenn ich merke, daß meine Motive nicht rein sind,- Ich berge mich in seiner Liebe.
Wen ich sehe, daß ich Furcht habe vor der völligen Hingabe,- Ich berge mich in seiner Liebe.
Wenn ich mich fürchte vor den Schritten die ich tun soll,- Ich berge mich in seiner Liebe.
Wenn ich selber und andere Menschen über mich schlecht denken,- Ich berge mich in seiner Liebe.
Wenn ich selber und andere Menschen über mich gut denken,- Ich berge mich in seiner Liebe.
Wenn die Umstände mir sagen "Jetzt bist Du total verkehrt",- Ich berge mich in seiner Liebe.

Ich kehre um, von einem Lebensstil in dem ich mich auf mich selbst und auf meine Werke verlasse, zu einem Lebensstiel, in dem ich mich auf Jesus verlasse.
Auf das, was er am Kreuz getan hat, und auf das was er jetzt für mich tut.



Mein Kapitän

Im Sonnenlicht, das mich erhebt,

so hell, so warm, so endlos weit

dank´ ich dem Gott, der wirklich lebt,

für Jesus, Sieger allezeit

Das Schicksal liegt in seiner Hand;

mein Herz in froher Andacht schweigt.

Ich fürchte nicht was Los genannt,

das Haupt aus Ehrfurcht tief verneigt.

Im Jenseits, nach der Müh´, dem Weh

leb´ich mit Ihm! welch große Freud´!

Drum ängstigt mich kein Drohen je

in aller Zeit und Ewigkeit.

Das schmale Tor macht mich nicht bang:

Was Jesus tilgte, zählt nicht mehr.

Mein Schicksal liegt in seiner Hand,

mein Seelenkapitän ist er.




Das ist ein völlig anderes Lebensgefühl als folgendes Gedicht.

Infictus

Aus tiefster Nacht, die mich umgibt,

so schwarz, so schwer, so endlos weit,

dank`ich den Göttern, so`s sie gibt

für meine Unbesiegbarkeit

Wenn ich des Schicksals Spielball bin,

so klage ich mit keinem Schrei

Ich nehm´ des zufalls Schläge hin,

das Haupt voll Blut, doch hoch und frei.

im Jenseits, nach der Müh; dem Weh

liegt Ungewisses nur bereit,

doch ängstigt mich kein Drohen je

in aller Zeit und Ewigkeit.

Eng sei die Pforte, heißt´s und lang

der Strafen Zahl- was kümmert´s mich?

Mein Schicksal ligt in meiner Hand

mein Seelenkapitän bin ich`!



Mittwoch, 12. Januar 2011

Ein alter Artikel von mir.

Ich mache hier Werbung für ein sehr gutes Buch.


Befreiung

Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Buch von Torry
Der heilige Geist sein Wesen und Wirken.

Dieses Buch kann man im Herold Verlag kaufen
Wem es interessiert, dem kann ich es auch als pdf schicken.




Wenn es jemals einen Mann gab, der durch sein natürliches Temperament zum Predigen gänzlich ungeeignet war, so war ich es. Ich war ein ungewöhnlich schüchterner Junge, und es kam kaum vor, daß ein Fremder mit mir sprach, ohne daß ich bis zu den Haarwurzeln errötete. Wenn ich mit anderen Familiengliedern auf Besuch ging, konnte ich mich bei Tisch nicht satt essen, da ich unter Fremden immer schüchtern war. Von allen Qualen, die ich in der Schule erduldete, war die größte das Vortragen eines Stückes. Ich konnte es fast nicht ertragen, auf dem Podium zu stehen, wo mich alle Schüler anstarrten. Und selbst wenn ich zu Hause vor Vater und Mutter das Stück vortragen sollte, ehe ich zur Schule ging, so konnte ich es einfach vor meinen eigenen Eltern nicht aufsagen. Stellt euch so einen Mann als Prediger vor. Sogar noch, als ich im Yale-College studierte und in den Ferien nach Hause kam, meine Mutter Besuch hatte und mich ins Zimmer rufen ließ, konnte ich kein Wort sagen. Wenn der Besuch dann weg war, fragte mich meine Mutter:" Archie, warum hast du nichts zu Frau 5. oder Frau D. Gesagt?«ich antwortete dann: »Mutter, ich habe doch etwas gesagt«, worauf sie erwiderte: »Du hast nicht einen Laut von dir Gegeben.«ich dachte, ich hätte gesprochen, aber das Wort blieb mir im Halse stecken. Ich war so schüchtern, daß ich nicht einmal in einer Gebetsstunde den Mund auftat, bis ich dann ins theologische Seminar eintrat. Dann dachte ich, wenn ich Prediger werden wollte, müßte ich wenigstens in meiner eigenen Kirche in der Gebetsstunde sprechen können. Ich entschloß mich, es zu tun. Ich lernte ein Stück auswendig. Aber ich glaube, ich vergaß einen Teil davon, als ich an jenem Abend aufstand, um zu sprechen. Sobald die Versammlung eröffnet wurde, hielt ich mich an dem Sitz vor mir fest, zog mich daran hoch und klammerte mich daran, um nicht umzufallen. Ein Schauer nach dem andern überlief mich, und ich zitierte zitternd so viel von meinem kleinen Vers, wie ich davon behalten hatte, und ließ mich dann auf meinen Sitz fallen. Nach der Versammlung kam ein liebes altes Fräulein zu mir und sagte:»0 Herr Torrey, ich möchte Ihnen danken für das, was Sie heute abend sagten. Es tat mir so gut. Sie sprachen mit so viel Gefühl.«Gefühl? Das einzige Gefühl, das ich hatte, war dies, daß ich mich beinahe zu Tode fürchtete. Stellt euch solch einen Mann als Prediger vor.


Meine ersten Jahre im Amt waren eine Qual. Ich predigte dreimal an einem Tag. Ich lernte meine Predigten auswendig, stand auf und drehte so lange am obersten Knopf meines Jacketts, bis ich die Predigt herausgedreht hatte. Nach der dritten Predigt sank ich mit großer Erleichterung auf den Roßhaarsitz hinter dem Podium zurück, froh, daß das wieder für eine Woche überstanden war. Aber dann kam sofort der schreckliche Gedanke:»nun, morgen mußt du wieder mit der Vorbereitung für nächsten Sonntag anfangen.«welch eine Qual war das Leben!



Doch es kam ein glücklicher Tag, ein Tag, an dem der Gedanke, den ich euch klarzumachen versuche, Besitz von mir ergriff. Nämlich dies: Wenn ich aufstehe, um zu predigen, steht ein anderer bei mir, den die Leute nicht sehen. Er steht neben mir, und alle Verantwortung trägt Er, und ich brauche nur so weit wie möglich zurückzutreten und Ihn predigen zu lassen. Von diesem Tage an war das Predigen die Freude meines Lebens. Ich würde lieber predigen als essen. Manchmal, wenn ich zum Predigen aufstehe, ist mein Herz, ehe ich noch ein Wort sage, so erfüllt von dem Gedanken, daß Er bei mir steht, fähig und bereit, die ganze Versammlung in die Hand zu nehmen und zu tun, was getan werden muß, daß ich es kaum unterlassen kann, laut zu jubeln.


Torry lebte vor ca. 100Jahren Er war gegen das "Zungenreden" war aber( trotz dieser theologischen Schwäche*g*) ein großartiger Mann Gottes.