Sonntag, 4. Oktober 2009

Austausch, nicht Heilung

Hier ein kleiner Ausschnitt aus einem Büchlein von Watchman Nee.
Es geht darum, daß nicht wir leben sondern Jesus.
Viele wollen Ihren alten Menschen heilen, aber der muß ans Kreuz.

Der Herr sagt: „Gekreuzigt“, sage du dazu: „Amen!“

Der Herr hat dich schon gekreuzigt; du brauchst dazu nur noch Amen zu sagen. Wenn du trotzdem noch versuchst, dich zu verbessern, mühst du dich vergeblich, denn der Herr hat ja sein Urteil über dich bereits gefällt: „Nichts mehr zu machen!“

Aufgrund dieses Urteils hat er dich gekreuzigt.

Insgeheim sagst du dir aber immer noch: „Wenigstens probiere ich es noch einmal,

zum Beispiel geduldig zu sein.“ Der Herr hat deinen alten Menschen schon längst gekreuzigt und trotzdem willst du dich noch dafür einsetzen, aus ihm einen guten Christen zu machen?

Du willst den Falschen zum Christen machen. Welch eine Verwechslung! Verzeiht mir, wenn ich so primitive Beispiele gebe, aber das Bild trifft genau zu:

So wenig wie eine Katze oder ein Hund zum Christen taugen würde, ebenso wenig taugst du dazu.

Wenn du eine Katze oder einen Hund zum Christen machen könntest, dann könnte es bei dir auch gelingen.

Wir sind so weit von Gott abgetrieben und auf eine so niedrige Stufe gesunken, dass wir zum Christen ganz und gar untauglich geworden sind, ebenso untauglich wie eine Katze und ein Hund.

Ich bin mir bewusst, dass dieser Vergleich etwas Beleidigendes an sich hat, aber prinzipiell ist dain der Tat kein Unterschied:

Der Mensch taugt keineswegs besser zum Christen als ein Tier. Gott hat gesagt: „Du bist ein hoffnungsloser Fall, mit dir ist nichts mehr zu machen“, und deshalb blieb ihm auch nur die Lösung, dich zu kreuzigen.

Du aber denkst immer noch: „Ganz so schlimm kann es mit mir doch nicht stehen.“ Doch, so schlimm steht es mit dir; so sieht dich der Herr, und deshalb musstest du sterben.


Trotzdem lässt du auch jetzt noch nicht davon ab, dich anzustrengen, um deinen Schaden zu beheben und gut dazustehen; du betest viel und ringst darum.

Wenn der Herr dir nun sagt: „Mit dir ist nichts mehr zu machen und deshalb habe ich dich gekreuzigt“, so sollst du darauf einfach nur Amen sagen.

Das genügt.

Was zeigt uns also Römer 7? Einen Menschen, der schon tot ist, sich aber nicht damit abfinden will.

Der Herr hat meinen alten Menschen schon gekreuzigt, aber es fällt mir sehr schwer, dies

auch anzunehmen, und so will ich das Gute immer noch selbst tun. Ich versuche dieses und jenes und fi nde immer wieder einen neuen Ansatz, bis ich am Ende doch erkennen muss, dass mit mir tatsächlich nichts mehr zu machen ist, und ich mich schließlich vor dem Herrn beuge und ihm bekenne:

Ja, du hast das Richtige mit mir gemacht! Die Kreuzigung war die einzige Möglichkeit, denn mit mir war wirklich nichts anderesmehr anzufangen.“


Der Weg der Errettung: Gottes Urteil annehmen

Habt ihr jetzt gesehen, was Errettung bedeutet? Errettung bedeutet, dass wir das Urteil des Herrn über uns einfach annehmen. Wenn aber beispielsweise ein Richter einen Verbrecher zum Tode verurteilt hat, können wir uns kaum vorstellen, dass dieser mit Freuden sein gerechtes Urteil annimmt.


Im Gegenteil, die meisten Verbrecher bringen es durchaus nicht fertig, so schlecht von sich zu denken wie ihre Richter. Folglich werden sie ihrem Todesurteil nicht voll zustimmen können.

Das Kreuz aber ist in der Tat das Urteil Gottes über uns. Gott gibt uns damit zu verstehen: „Gemessen an mir und meinen Anforderungen war aus euch nichts mehr zu machen. Wäre noch irgendetwas mit euch anzufangen gewesen, hätte ich euch gewiss nicht gekreuzigt. Aber da ihr für mich in jeder Hinsicht unbrauchbar geworden seid, musste ich

euch aus dem Weg schaffen und euch kreuzigen.“


So sieht uns Gott, und wenn auch wir dahin kommen, uns so zu sehen, dann ist alles in Ordnung.

Der Herr muss uns dahin bringen, dass wir sein Urteil annehmen.

In die Erfahrung, mit Christus gekreuzigt zu sein, kommen wir also nur, wenn wir diese beiden Seiten beachten. Die erste war – und dies ist das Werk Gottes –, dass ich mit Christus gekreuzigt bin.


Die zweite war, dass ich mich zu dieser Tatsache auch bekennen und dazu Amen sagen muss.

Solange wir immer noch selbst versuchen wollen, geduldig usw. zu sein, hindern wir damit nur den Herrn, so dass sein schon vollbrachtes Werk in uns nicht zur Wirkung kommt und keine Frucht bringen kann.

Gott wird erst dann an uns wirken, wenn wir uns vor ihm beugen und ihm bekennen:


Herr, du sagst, dass ich gekreuzigt werden musste – ich bekenne dir, ja, das musste ich. Du sagst, dass ich unnütz bin – ich bekenne dir, ja, ich bin unnütz. Du sagst, dass ich weder demütig noch geduldig sein kann – ich bekenne dir, ja, ich kann es nicht und will es mir von nun an auch gar nicht mehr vornehmen.“


Haltet euch vor Augen, dass alle eure Entschlüsse, demütig, geduldig usw. sein zu wollen, den Herrn in seiner Arbeit an uns nur hindern.

Samt all unseren guten Vorsätzen sind wir für nichts anderes wert als für den Tod am Kreuz.


Donnerstag, 1. Oktober 2009

Was nicht übernatürlich ist, das ist fleischlich

Stimmt denn diese Überschrift?


Ich möchte diese Aussage ein bisschen erklären wie ich sie verstehe.
Normalerweise haben wir so eine Einteilung zwischen Natürlich und übernatürlich.
Einer Oma über die Straße helfen ist natürlich, seinen Ehepartner zu lieben ist natürlich, dem Hungrigen ein Brot zu reichen ist natürlich, sich selbst zu beherrschen ist natürlich, einen Krebskranken zu pflegen ist natürlich.usw
Dann haben wir das Übernatürliche: Einen Toten auferwecken ist übernatürlich.
Einen Gelähmten zum laufen zu bringen ist übernatürlich. etwas zu wissen was nur Gott wissen kann ist übernatürlich, einen Krebskranken zu heilen ist übernatürlich.

Ich denke es ist gut, wenn wir "natürlich und übernatürlich" einmal von einer anderen Seite betrachten.
Wir werden als natürliche Menschen geboren.
Wir haben unsere 5 Sinne, wir werden belehrt was richtig und falsch ist (mehr oder weniger*g*) und so leben wir unser Leben als "natürliche Menschen."
Wenn wir Christen werden, bekommen wir das Leben Gottes.
Wir bekommen nicht nur das Leben Gottes, wir bekommen das Auferstehunsleben Christi.

[Eph 2,5] auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht - durch Gnade seid ihr errettet!
[Eph 2,6] Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus,


[Eph 1,19] und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.

[Eph 1,20] Die hat
(die gleiche Kraft die jetzt in uns wirkt) er in Christus wirksam werden lassen, indem er ihn aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat,





Ich schreibe später weiter

Freitag, 25. September 2009

Wie weise ich zurecht?

Man kan im Leib Christi viel unbiblisches sehen(nur bei sich selber nicht so gut.
Manche können es aber vor allem bei sich selber sehen, und sind Ihr ganzes Leben unter Verdammnis.
Hier ein kleiner Artikel von Haso, indem es darum geht, warum unsere "berechtigte" Kritik oft nicht so schön aufgenommen wird. :-)


Sonnenbrand

In diesen Tagen kann es dir wieder passieren. In der Stadt triffst du einen Bekannten. Du begrüßt ihn mit einem freundschaftlichen Klaps auf die Schulter. Er blafft dich an: “Mensch, bist du bescheuert, das tut doch weh!” Du bist sicher, dein Klaps kann es nicht gewesen sein. Aber dein Kumpel hat am Tag vorher stundenlang in der Sonne gelegen. Unter dem Hemd ist seine Haut rot wie Ketchup und verbrannt wie ein Steak well done. Was von dir als nette Zuwendung gemeint war, wird von ihm als mittelschwere Körperverletzung empfunden.

Solche Reaktionen gibt es auch auf Worte. Du gibst jemandem einen gutgemeinten Tip, wie er einen starken Auftritt weiter verbessern könnte. Er ist am Boden zerstört, weil er deine Worte so hört, als sei alles scheiße, was er gemacht hat. Du flachst mit einem anderen, und plötzlich reagiert er auf deinen gutmütigen Spott, als sei alles totaler Ernst. Du sprichst jemanden auf ein schwieriges Verhalten an, weil dir an einer guten Beziehung gelegen ist, aber er haut raus: “Mich will ja sowieso keiner haben. Andere dürfen machen, was sie wollen, und keinen stört´s. Aber ich bin immer der Doofe.”

Wenn dein verbaler Klaps von deinem Gegenüber als verbaler Fausthieb verstanden wird, dann ist meist die Haut seiner Seele verbrannt. Ohne Vorverletzung hätte er verstehen können, wie es gemeint war. Aber diese Stelle war schon wund. Er wurde so oft abgelehnt, so schmerzhaft verspottet, so tief traumatisiert, dass für ihn deine sanfte Kritik einem brutalen K.O.-Schlag gleich kommt, freundlicher Humor wie ein scharfer Dolch wirkt.

Leider tritt dieser Effekt auch im Umgang mit der Bibel auf. Man muss nicht lange suchen, um in ihr Verbesserungsvorschläge für unser Leben zu finden. Eine verbrannte Seele liest diese Aufforderungen so: “Nichts, was du machst, ist für Gott gut genug.” Es gibt gutgemeinte Warnungen in der Bibel. Eine wunde Seele liest diese Warnungen als Drohungen. Was Gott hat schreiben lassen, damit wir sicher ins Ziel kommen, wird verstanden, als habe er den Weg ins Ziel vermint.

Dann ist der beste Weg, eine Zeitlang allen Klapsen aus dem Weg zu gehen. Es findet sich in der Bibel genug Brandsalbe, die jetzt aufzutragen der richtige Weg ist. Wenn sie lange genug gewirkt hat, kann die Seele verstehen: “Treu gemeint sind die Schläge eines Freundes, doch trügerisch die Küsse eines Feindes” (Sprüche 27,6).



In der Sidebar kann man auch Einen guten Artikel von haso lesen in Gedanken über Sünde.

Man findet Ihn in Theologische Positionen.

Montag, 21. September 2009

Warum manche nicht geheilt werden?

Habe ich auf die Frage die Antwort?
Muß ich all diese Fragen immer beantworten können?
Nein ich kenne nicht alle Antworten!!!
Aber ich weiß wenigstens immer was die falschen Antworten sind.

Die Menschen werden nicht deswegen nicht geheilt weil Gott nicht heilen will.
(Wer das nicht glaubt, soll bitte die Evangelien lesen)

Gott macht uns nicht krank weil er unseren Charakter verändern will.
(Wenn das so wäre würde ich nicht zum Arzt gehen, sondern so schnell wie möglich meinen Charakter verändern lassen.)

Gott braucht nicht wie bei Hiob Satan beweisen, daß wir treu sind.
(Im neuen Bund verlass ich mich nicht auf meine Treue, sondern auf die Treue von Gott.)
Nach der Auferstehung Jesu gelten für Satan andere Spielregeln.
Der Schuldbrief den er gegen uns verwendet ist ans Kreuz geheftet.
Die Gemeinde hat einen Namen bekommen vor dem er sich beugen muß.
Die Herrschaft über Die Erde, wurde Ihm abgenommen.
Die Schlüssel zum Totenreich wurden Ihm auch weggenommen.usw.

Ich habe nicht alle Antworten. aber lieber glaube ich daß mein Glaube unvollkommen ist, als daß ich Gott unterstelle ein Winkeladvokat zu sein.
Wenn diese Bibelstellen nicht bedeuten, daß man alles bekommt wofür man mit dem Herzen glaubt, dann schein ich doof zu sein. :-)



[Mk 11,22] Und Jesus antwortete und spricht zu ihnen: Habt Glauben an Gott!

[Mk 11,23] Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagen wird: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! und nicht zweifeln wird in seinem Herzen, sondern glauben, daß geschieht, was er sagt, dem wird es werden.

[Mk 11,24] Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, daß ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.


[Mt 17,19] Da traten die Jünger für sich allein zu Jesus und sprachen: Warum haben {wir} ihn nicht austreiben können?



[Mt 17,20] Er aber spricht zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens; denn wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Hebe dich weg von hier dorthin! und er wird sich hinwegheben. Und nichts wird euch unmöglich sein.

[Mk 9,23] Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du das kannst? Dem Glaubenden ist alles möglich.

Der Unglaube der Menschen hindert Gott auf dieser Erde zu wirken!!!!!!!!!!!

[Mt 13,58] Und er tat dort nicht viele Wunderwerke wegen ihres Unglaubens.

[Mk 6,5] Und er konnte dort kein Wunderwerk tun, außer daß er wenigen Schwachen die Hände auflegte und sie heilte.

[Mk 6,6] Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte.





[1Jo 3,22] und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun.


[1Jo 5,14] Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, daß er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten.
[1Jo 5,15] Und wenn wir wissen, daß er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, daß wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben.




[Mk 11,24] Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, daß ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.

Also

Wenn wir einen Kranken haben, sollten wir wissen was der Wille Gottes ist,
sonst können wir nicht im Glauben beten. Jak 5,15
Dann sollten wir beten und glauben, daß wir empfangen haben auch wenn man nichts sieht.
Wenn man es sehen könnte müßte man nicht glauben!!!!!!!


[Hebr 11,1] Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.

Wenn Du für Heilung für dich betest, bist Du dann überführt von dem, daß Du geheilt bist?

Das währe dann echter Glaube.

Also ;
bei mir persönlich kann der Glaube noch wachsen!!!!!!!!!


Donnerstag, 17. September 2009

Ich will ein Ärgernis sein

Hier ein alter Artikel von Haso.

Haso mit “H” wie “Hebräisch”

Abgelegt unter: Getextetes — Haso @ 23:38

Gelegentlich fühle ich mich von einigen Lesern missverstanden. Ich weiß, dass sie es nicht persönlich meinen, und ich nehme es auch nicht persönlich. Trotzdem möchte ich daran etwas ändern.

Die Missverständnisse, die ich meine, haben wohl etwas mit dem Unterschied zwischen “griechischem” und “hebräischem” Denken zu tun, über den auch Storch sich derzeit auslässt [1 2 3]. Er weist darauf hin, dass die “Griechen” ihre Einsichten gern abstrakt vermitteln, die “Hebräer” hingegen anschaulich. Das ist jedoch nicht der einzige Unterschied zwischen beiden Denkarten.

Wenn ein “Grieche” eine Aussage macht, will er eine Tatsache beschreiben. Wenn er einen Befehl gibt, meint er, was er sagt, und erwartet, dass man tut, was er sagt. “Hebräische” Meschalim - Sprüche im weitesten Sinn - sind jedoch oft Aussagen, die widersprüchlich, oder Befehle, die unausführbar sind. Trotzdem enthalten sie mehr “Wahrheit” als mancher korrekte “griechische” Satz.

Nach dieser abstrakten Einführung ein Beispiel. Wenn Paulus an mehrere Gemeinden schreibt: “Grüßt euch untereinander mit dem heiligen Kuss” (Römer 16,16; 1.Korinther 16,20; 1.Thessalonicher 5,26), meint er, seine Leser sollten sich untereinander buchstäblich so grüßen wie weiland Breschnew und Honecker - nur eben heilig, was immer das bedeutet.



Jeder, der einen Mund hat und weiß, wie man küsst, kann diese “griechische” Anweisung ausführen. (Ob damit für alle Zeiten und alle Kulturen eine “biblische” Regel aufgestellt ist, überlasse ich der Hermeneutik meiner Leser. Bei unserer jüngsten Manchester-Reise erfuhren wir jedenfalls, dass es dort “kissing churches”, “hugging churches” und “nonkissing, nonhugging churches” gibt.)

Nicht so einfach ist es mit einer Aufforderung, die Jesus macht: “Wenn dich dein rechtes Auge ärgert [zum Abfall verführt], reiße es aus” (Matthäus 5,29). Buchstäblich - also “griechisch” - verstanden, ist dieses Gebot Nonsense. Beim Sehen sind normalerweise beide Augen beteiligt. Sich eines von ihnen zu entledigen, würde kein Problem visueller Versuchung lösen, zumal nach Jesu eigenen Worten alle bösen, verunreinigenden Gedanken nicht von außen in den Menschen eindringen, sondern aus seinem Herzen aufsteigen (Matthäus 15,19).

Doch obwohl die Anweisung Jesu un-sinnig ist, enthält sie einen viel tieferen Sinn als die des Paulus. Der Apostel will die Gemeinde lediglich veranlassen, ihre gegenseitige Beziehung auf herzliche Weise zum Ausdruck zu bringen. Jesus stellt uns mit seinem Wort die viel radikalere Frage: Ist die Beziehung zu Gott (und zu Menschen) uns so viel wert, dass wir alles in Kauf und auf uns zu nehmen bereit sind, um diese Beziehung nicht scheitern zu lassen.

Kommt das Handeln vor dem Denken?

Einer meiner Lieblingssätze - und einer der umstrittensten Sätze - auf meiner Tafel lautete: “Vor dem Denken kommt das Handeln.” Umstritten war er vor allem deshalb, weil ein von mir “hebräisch” gemeinter Satz “griechisch” verstanden wurde. Wenn dieser Satz einen grundsätzlichen Sachverhalt beschreiben sollte, wäre er dumm und falsch. Milliarden Menschen kommen auf eine Idee, denken mehr oder weniger gründlich darüber nach, und führen sie anschließend aus. Ständig werden wir durch Gehörtes oder Gelesenes zum Handeln bewegt. Natürlich kommt das Denken oft vor dem Handeln.

Trotzdem behaupte ich, dass dieser Satz einer der wichtigsten ist, die ich je auf meinem Blog geschrieben habe. Er stimmt nicht, aber er beinhaltet mehr “Wahrheit” als viele stimmende Sätze. Er ist ein “hebräisches” Maschal, mit dem ich in der Form einer Behauptung eine Frage stelle: “Wie kommen wir heraus aus unserer Theoriebefangenheit, mit der wir Dutzende von Blogs abonnieren, Hunderte von Predigten hören und Tausende von Seiten lesen, ohne dass unser Leben auch nur annähernd die Radikalität, Leidenschaft und Kraft dessen hat, dem nachzufolgen wir bekennen? Wir können wir den Kreislauf durchbrechen, dass nach dem Denken nicht das Handeln, sondern neues Denken kommt?” Dazu hilft uns die unreife Tat oft mehr als der reifende Gedanke. Vor dem Denken kommt eben das Handeln.

So werde ich mich sicher auch in Zukunft äußern. Wir brauchen die “griechisch” falschen, aber “hebräisch” wahren Sätze, die einen Pfeil mit Widerhaken in unser “griechisches” Gemüt schießen, dem das Nachdenken und Diskutieren über das Leben zum Ersatz für das Leben geworden ist.

Markion

Aber ich will es nicht bei dieser Vergangenheitsbewältigung belassen, sondern ein neues Maschal hinzufügen. Um es verständlich zu machen, muss ich einige Informationen über Markion vorausschicken. Dieser Mann, der im zweiten Jahrhundert lebte, entwickelte eine Theologie, durch die er in Widerspruch zur restlichen Kirche kam. 144 nach Christus kam es zum Bruch. Markionitische Gemeinden waren in manchen Gegenden zahlenmäßig stärker als die “katholischen” Gemeinden und existierten noch bis zum 6. Jahrhundert. Schließlich wurden sie gewaltsam unterdrückt.

Markion sah einen so großen Unterschied zwischen dem Gott des Alten Testaments, der ein Gott des Gesetzes war, und dem Gott der Gnade, der durch Jesus verkündigt wurde, dass er beide als zwei verschiedene Götter ansah. Den Demiurgen - den niederen Gott des AT - lehnte er ab, und mit ihm alle alttestamentlichen Schriften. Er erkannte nur die Paulusbriefe und ein von alttestamentlichen Inhalten “gereinigtes” Lukasevangelium als christliche Schriften an.

Markion geriet also in Widerspruch zum Monotheismus, der Lehre von dem einen Gott. Außerdem verwarf er den jüdischen Teil der Bibel und die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens. Schließlich sah er in Jesus nicht den leidenden Messias, der uns durch sein Leiden erlöst hat, sondern hing angeblich dem Doketismus an, nach dem Jesus nur scheinbar einen menschlichen Leib hatte, in dem er litt.

Sollte diese Darstellung seiner Lehre (die wir aus den Schriften seiner Gegner kennen) zutreffend sein, wäre seine Verurteilung als Ketzer zwangsläufig. Dieser Verurteilung wurde auch nur in der liberalen Theologie widersprochen, unter anderem durch Adolf von Harnack, der die Kirche aufforderte, endlich “das Erbe Markions zu vollstrecken”. Würde ich “griechisch” schreiben, sähe mein Statement über Markion so aus:

Markion war ein Mann, dem die Liebe und Gnade Gottes, durch die wir vom Gesetz befreit worden sind, so wichtig war, dass er sie zum Hauptmotiv seiner Lehre machte. Aber anstatt die biblische Spannung zwischen dem Gott der Gnade und dem Gott des Gesetzes und des Gerichts auszuhalten, löste er sie auf, indem er sich vom Monotheismus und von allen jüdischen Wurzeln löste und den Gott des Gesetzes sowie den leidenden Messias verwarf. Einseitigkeit ist oft der erste Schritt zur Irrlehre, und mit Recht trennte die Kirche sich von ihrem radikalen Sohn.

Solch einer Aussage würde wohl niemand widersprechen. Aber ich hasse solche “griechisch” ausgewogenen Aussagen von ganzem Herzen. Dieses zahnlose Zeug macht die Christenheit zu der harmlosen Gesellschaft, die sie weitgehend ist. Sollte ich über Markion schreiben, schriebe ich “hebräisch”:

Obwohl Markion ein Ketzer war, war Markion rechtgläubiger als viele Rechtgläubige.

Und da es einem Maschal, das man erklären will, ebenso geht wie einem Film, den man im Sonnenlicht aus der Kamera nimmt, um zu betrachten, was auf ihm zu sehen ist, überlasse ich es meinem Leser, sich darauf einen Reim zu machen.

Ich weise den Leser nur vorsorglich darauf hin, dass auch in Zukunft manches, was ich schreiben werde, nicht “griechische” Kelle, Mörtel und Ziegel sein wird, mit denen ich mein Haus konstruiere, sondern “hebräische” Abrissbirne, mit der ich sein Haus dekonstruiere. Das Rekonstruieren überlasse ich ihm.



Haso mit “H” wie “Hebräisch” - Nachtrag

Abgelegt unter: Getextetes — Haso @ 7:12

Der “Hebräer” genießt Freiheiten, die der “Grieche” nicht kennt, weil er durch vielfältige Fesseln gebunden ist. Eine von ihnen ist die Logik. Sie schränkt den “Griechen” beispielsweise durch den Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch ein, nach dem “zwei einander widersprechende Gegensätze nicht zugleich zutreffen können”. Etwas kann nicht zugleich wahr und falsch sein, so wie ich nicht gleichzeitig in Berlin und außerhalb von Berlin sein kann.

Doch das sicherste Prinzip von allen ist das, bei dem eine Täuschung unmöglich ist […] Welches das aber ist, wollen wir nun angeben: Denn es ist unmöglich, dass dasselbe demselben in derselben Beziehung zugleich zukomme und nicht zukomme. […] Doch wir haben eben angenommen, es sei unmöglich, dass etwas zugleich sei und nicht sei.
Aristoteles, Metaphysik

Ich liebe folgende Aussage in Sprüche 26,4-5:

Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, dass du ihm nicht gleich wirst.
Antworte aber dem Toren nach seiner Torheit, dass er sich nicht weise dünke.

So darf der “Hebräer” reden und seinen Hörer mit diesem Gegensatz allein lassen. (Natürlich wird der logische “Grieche” sofort einwenden, beide Aussagen seien nicht “in derselben Beziehung” gemacht worden, sondern aus verschiedenen Perspektiven, und sie widersprächen einander nicht, sondern ergänzten einander. Er hat auch Recht damit, aber ebenso hat er die hebräische Schönheit getötet.)

Der “Hebräer” spürt, dass er die “Wahrheit” oft am besten ausdrücken kann, indem er bereits vorhandener “Wahrheit” unbekümmert widerspricht. Der paulinischen Aussage, dass “der Mensch gerecht wird allein durch den Glauben” (Römer 3,28) tritt Jakobus mit dem Widerspruch entgegen, dass “der Mensch nicht durch Glauben allein gerecht wird” (Jakobus 2,24).

Die Exegeten haben sich natürlich über diesen “hebräischen” Widerspruch gegen eine “griechische” Lehraussage hergemacht und verschiedene Erklärungen gegeben. Die einen sehen in beiden Aussagen jeweils verschiedene Aspekte der Rechtfertigungslehre, die anderen sehen darin das Nebeneinander verschiedener Theologien in der ersten Gemeinde, die dritten einen Protest gegen einen Missbrauch paulinischer Lehre, bei dem Gemeinden “den sozialen Anspruch des Evangeliums unter verkürzter Berufung auf Paulus ignorieren” (Wikipedia).

Solche Erklärungsversuche mögen unvermeidlich oder nötig sein. Unsere linke Gehirnhälfte verlangt nach ihnen. Aber Hasos rechte Gehirnhälfte empfindet solche Erklärungen wie das Sezieren einer Blume. Man hat am Ende viele biologische Geheimnisse enthüllt, aber wo bleibt die Schönheit?

Mit diesem Widerspruch muss ich leben. Einerseits bin ich selbst von Herzen Exeget (als ich theologischer Lehrer war, war die Auslegung von Paulusbriefen mein Lieblingsfach). Andererseits seufze ich manchmal bei mir selbst, weil nicht nur “Jesus das Reich Gottes versprochen hat, und gekommen ist die Kirche”, sondern weil Jesus auch das Wort Gottes versprochen hat, und gekommen ist die Exegese.

Zurück zum “hebräischen” Widerspruch. Wenn die “Wahrheit” zur bloßen Richtigkeit verkommen ist, die nicht einmal mehr die Gemeinde in Aufruhr bringt, geschweige denn die Welt, dann sind nicht die “griechischen” Lehrer gefordert, sondern die “hebräischen” Propheten. Dann muss einer aufstehen und eine “Bergpredigt” halten, in der er dem, was derzeit geglaubt wird, widerspricht mit einem “Ich aber sage euch”. In dieser Predigt wird vieles weder “logisch” noch “praktikabel” sein. [Selbst Jesus sagte trotz Matthäus 5,34 unter Eid aus, als er vor dem Hohen Rat stand. Seine Brüder hatten manches gegen ihn, und dennoch verließ er nicht “den Altar” (Matthäus 5,23-24), um sich zuerst mit ihnen zu vertragen. Und vom auszureißenden Auge (Matthäus 5,29) war schon die Rede.]

Aber jetzt habe ich genug geschrieben. Wer Augen hat zu sehen, findet in der Schrift genug, was dem “Griechen” eine Torheit ist.

Mittwoch, 16. September 2009

Schriftgelehrte

[Mt 22,23] An jenem Tag kamen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es gebe keine Auferstehung; und sie fragten ihn
[Mt 22,24] und sprachen: Lehrer, Mose hat gesagt: Wenn jemand stirbt und keine Kinder hat, so soll sein Bruder seine Frau heiraten und soll seinem Bruder Nachkommenschaft erwecken.
[Mt 22,25] Es waren aber bei uns sieben Brüder. Und der erste heiratete und starb; und weil er keine Nachkommenschaft hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder.
[Mt 22,26] Ebenso auch der zweite und der dritte, bis auf den siebten. [Mt 22,27] Zuletzt aber von allen starb die Frau.
[Mt 22,28] Wessen Frau von den sieben wird sie nun in der Auferstehung sein? Denn alle hatten sie.
[Mt 22,29] Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes;

Diese Art der Diskusion begegnet mir immer wieder.

Es ist gut, sich vom hl. Geist zeigen zu lassen, wo man die Haltung eines Klugscheißer`s hat, und gegen Jesus redet

Dienstag, 15. September 2009

Wenn Du nur glauben könntest oder Könnte es sein?

[Mt 17,14] Und als sie zu der Volksmenge kamen, trat ein Mensch zu ihm und fiel vor ihm auf die Knie
[Mt 17,15] und sprach: Herr, erbarme dich meines Sohnes! Denn er ist mondsüchtig und leidet arg; denn oft fällt er ins Feuer und oft ins Wasser.
[Mt 17,16] Und ich brachte ihn zu deinen Jüngern, doch sie konnten ihn nicht heilen.
[Mt 17,17] Jesus aber antwortete und sprach: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir her!

Könnte es sein, daß Jesus uns mit diesem Wort etwas sagen will?
Könnte es sein, daß wir mehr auf die Worte Jesus hören sollten, als z.b. auf die Worte Hiobs?
Sind wir ein ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wenn wir als Älteste für Kranke beten und die nicht geheilt werden?


[Jak 5,14] Ist jemand krank unter euch? Er rufe die Ältesten der Gemeinde zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn.

[Jak 5,15] Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden.

Könnte es sein daß wir unsere Verantwortung zu glauben nicht wahrnehmen?

[Mk 9,16] Und er fragte sie: Worüber streitet ihr mit ihnen?
[Mk 9,17] Und einer aus der Volksmenge antwortete ihm: Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der einen stummen Geist hat;
[Mk 9,18] und wo er ihn auch ergreift, zerrt er ihn zu Boden, und er schäumt und knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich sagte deinen Jüngern, daß sie ihn austreiben möchten, und sie konnten es nicht.
[Mk 9,19] Er aber antwortete ihnen und spricht: O ungläubiges Geschlecht! Bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen? Bringt ihn zu mir!
[Mk 9,20] Und sie brachten ihn zu ihm. Und als der Geist ihn sah, zerrte er ihn sogleich; und er fiel zur Erde, wälzte sich und schäumte.
[Mk 9,21] Und er fragte seinen Vater: Wie lange ist es her, daß ihm dies geschehen ist? Er aber sagte: Von Kindheit an;
[Mk 9,22] und oft hat er ihn bald ins Feuer, bald ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Aber wenn du etwas kannst, so habe Erbarmen mit uns und hilf uns!
[Mk 9,23] Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du das kannst? Dem Glaubenden ist alles möglich.


Sollten wir uns nicht lieber schämen, statt uns mit dem Hiob rauszureden?
Sollten wir nicht lieber das, was wir bei Hiob nicht verstehen, auf die Seite stellen, und die Worte Jesu ernst nehmen, anstatt es umgekehrt zu machen?