Freitag, 2. April 2010

Gesetzlichkeit

Habe eine super Predigt gefunden.


Kolosser 2,16-23 11.11.2007

Die Hintergründe der Gesetzlichkeit


Ich möchte heute mit ihnen über ein Phänomen nachdenken, das immer wieder in christlichen Gemeinden anzutreffen ist. Es ist das leibhaftige schlechte Gewissen. Kennen sie das? Das leibhaftige schlechte Gewissen? Ich habe es zum Glück in unserer Gemeinde noch nicht angetroffen. Vielleicht ist er mir bisher aus dem Weg gegangen. Aber ist glaube, dass es sein Unwesen zur Zeit bei uns nicht treibt. Falls sie es doch antreffen sollten, dann sagen sie mir oder den Gemeindeältesten sofort Bescheid. Ist ihnen das leibhaftige schlechte Gewissen schon einmal begegnet? Vielleicht in anderen Gemeinden?

Das leibhaftige schlecht Gewissen zeigt sich in Christen, die auf dem ersten Blick sehr vorbildlich und sehr gewissenhaft sind. Diese Leute leben eine beeindruckende Frömmigkeit, sind sehr diszipliniert. Sie wissen sehr viel über die Bibel bescheid. Aber wenn man sich länger mit diesen Leuten unterhält, dann kriecht so ein komisches Gefühl in einen hinein. Man kann es erst gar nicht richtig einordnen, was da passiert. Irgendwie wird man unruhig. Und auf einmal ist es da! Das schlechte Gewissen! Auf einmal kommt man sich so klein und mickrig vor. Man merkt plötzlich wie schlecht man eigentlich noch ist. Da hat man sich immer für einen guten Christen gehalten, doch plötzlich gehen einem die Augen auf und man sieht, was man alles noch nicht richtig macht. Das geht soweit, dass man sich auf einmal fragt, „Ja bin ich eigentlich schon ein richtiger Christ!“ Und dann schlägt das leibhaftige schlechte Gewissen gnadenlos zu. Es sagt uns dann, was man alles tun muss, um ein richtiger Christ zu sein. Und es erklärt was man nicht mehr tun darf, wenn man richtig gläubig ist. Das leibhaftige schlechte Gewissen hat dann erfolgreich zugeschlagen, wenn sie eine lange Liste von Dingen gesagt bekommen, die sie künftig unbedingt beachten müssen und wenn sie sich nicht mehr sicher sind, ob sie tatsächlich gerettet sind.

Dieses Schreckgespenst, gut getarnt als vorbildliche Christen, gab es zu allen Zeiten in den Gemeinden. Schon der Apostel Paulus hat es massiv bekämpfen müssen. Z.B. bei den Christen in Kolosä. Er schreibt dazu in seinem Brief an die Kolosser: 2,16-23 16 So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats.

17 Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus.

18 Lasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen, der sich gefällt in falscher Demut und Verehrung der Engel und sich dessen rühmt, was er geschaut hat, und ist ohne Grund aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn

19 und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken.

20 Wenn ihr nun mit Christus den Mächten der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt: 21 Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren? 22 Das alles soll doch verbraucht und verzehrt werden. Es sind Gebote und Lehren von Menschen,

23 die zwar einen Schein von Weisheit haben durch selbsterwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch.

Paulus holt hier in seinem Brief zum massiven Gegenschlag gegen die Irrlehrer in der Gemeinde aus, gegen diese selbsternannten christlichen Oberlehrer, die sich in ihrem Perfektionismus gefallen. Er zieht ihnen das fromme Mäntelchen weg und entlarvt darunter einen widerlichen Egoismus. Ich habe zur Erinnerung noch einmal die beiden Verse vom letzten Predigtabschnitt hinzugenommen. Vor allem der Vers 14 ist wichtig. Das ist ein Vers, den wir uns zum Schutz gegen das leibhaftige schlechte Gewissen einprägen sollten.

Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet.“


Das ist eine geniale Aussage! Wer Jesus seine Schuld bekannt hat, wer also gesagt hat, „Jesus, deine Anforderungen an mich, kann ich nicht erfüllen. Ich bekenne dir, dass ich auf der ganzen Linie schuldig bin.“, wer zu seinen Sünden steht und akzeptiert, dass Gott einen Schuldbrief gegen uns in der Hand hat. Wer also seine Schuld bekennt und damit Jesus diesen Schuldbrief übergibt, für den sind alle Forderungen von Gott abgegolten. Das ist evangelischer Glaube! Ich glaube, dass Jesus alle Forderungen, die Gott an uns Menschen richtet, für mich erfüllt hat. Jesus hat als einziger Mensch so gelebt, dass er den Ansprüchen Gottes Genüge getan hat. Deshalb konnte er sündlos für unsere Sünden bestraft werden. Ich glaube also, dass Jesus für mich alle Gebote erfüllt hat und dass er sich für meine Schuld bestrafen lassen hat. Damit ist der Schuldbrief getilgt und ans Kreuz genagelt. Gott stellt also keine Forderungen mehr an mich. Können sie sich das vorstellen? Gott stellt in diesem Fall keine Forderungen mehr an sie. Sie haben unverdient das ewige Leben bekommen. Sie müssen sich den Himmel nicht mehr verdienen, sie bekommen den Eintritt einfach so geschenkt.

Paulus sagt, „Das ist so! Die Forderungen des Gesetzes sind bereits alle erfüllt. Die logische Konsequenz daraus ist, dass niemand mehr das Recht hat, uns ein schlechtes Gewissen zu machen, wegen irgendwelchen Regeln. Wörtlich steht hier sogar, lasst euch von niemandem kritisieren. Dieses Wort bedeutet auch richten oder urteilen. Kennzeichen dieser Leute ist, dass sie andere Christen kritisieren und beurteilen. Mehr noch, sie richten. Sie nehmen für sich in Anspruch, dass sie Richter aus Gottes Gnaden wären. Denn sie gehen soweit, dass sie sagen, „Wenn du das oder das tust, dann bist du nicht gerettet!“ Oder: „Wenn du das nicht beachtest und das nicht beachtest, dann bist du noch kein richtiger Christ!“ Sie nehmen damit Christen den Siegespreis weg.

Lasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen!“ schreibt Paulus. Ich glaube, dass mein Schuldbrief am Kreuz hängt. Damit weiß ich, dass die ganze Schuld meines Lebens vergeben ist, auch die Schuld der Zukunft. Jesus ist für die ganze Schuld meines Lebens gestorben. Ich glaube auch, dass Gott damit keine Forderungen mehr an mich stellt. Ich habe die feste Gewissheit, dass ich erlöst bin und das ewige Leben habe. Das ist der Siegespreis. Den habe ich schon. Paulus gebraucht hier ein paradoxes Bild. Es ist ein Bild vom antiken Wettlauf. Wir laufen zwar alle noch den Marathon, aber es steht schon fest, dass wir alle gewinnen werden! Ich laufe und ich habe noch einiges zu laufen, aber im Ziel steht schon der Pokal. Und auf dem Pokal ist schon mein Name eingraviert. Für sie steht auch schon ein Pokal mit ihrem Namen bereit, wenn sie ihren Schuldschein Jesus abgegeben haben. Niemand auf der Welt hat das Recht, ihnen und diesen Siegespreis abzuerkennen. Es gibt nur einen Richter, und das ist Jesus. Jesus hat gesagt: (Joh 5,24 – auch ein Vers, denn man sich unbedingt einprägen sollte) „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ Ich brauche vor dem letzten Gericht keine Angst zu haben, weil ich nicht mehr vor dem Richter antreten muss.

Denn der Richter ist mein Herr, Jesus! Ich gehöre zu ihm. Von daher muss ich auch vor keinem menschlichen, selbsternannten, frommen Richter mich beurteilen lassen, ob ich gerettet bin oder nicht.


In diesem Wort richten, kritisieren, beurteilen steckt auch das Wort trennen drin. Irrlehrer erkennt man also gut daran, wenn sie trennen. Sie sortieren gern in „Rechtgläubige“ und ub „Noch nicht richtig gläubige“ Dadurch sind schon viele Gemeinden und christliche Werke gespalten worden.

Diese Leute haben ganz unterschiedliche Motive für ihr Verhalten. Zum einen gibt es welche, die haben Angst, man könnte sich in der Welt verunreinigen. Dahinter steckt ein ganz ehrliches Anliegen. Sie möchten ganz Jesus gehören und sie möchten sich dem schlechten Einfluss der Welt entziehen. Das sind Leute, die sagen, was man als Christ alles nicht mehr darf. Das sind Dinge, die für viele Menschen selbstverständlich sind, aber ab jetzt verführen könnten. Z.B.

Alkohol. Paulus sagt dagegen, „Alkohol“ ist zum Verbrauch bestimmt. Paulus verbietet nicht den Genuss von Alkohol. Er sagt nur, dass wir uns nicht betrinken sollen (Eph 5,18). Paulus hat keine Angst vor Dingen, die uns verführen können. Denn Paulus behauptet, diese weltlichen Dinge haben keine Macht mehr über Christen.


Vers 20: „Wir sind mit Christus den Mächten der Welt gestorben.“ Damit will Paulus sagen, ein Christ ist schon von der Welt getrennt. Deutlicher als mit „gestorben“ kann man es nicht beschreiben. Wer tot ist, an den hat nichts auf dieser Welt noch irgendeinen Anspruch. Paulus sagt: „Christus ist mein Leben“ (Phil 1,21) Das bedeutet, er lebt ganz für Christus. Weil er ganz für Christus lebt, muss er nicht für den Alkohol leben oder für den Reichtum oder für den Erfolg. Aber Paulus konnte trotzdem einen guten Wein genießen, er konnte reich sein, schreibt er. Er konnte die angenehmen Dinge dieser Welt benützen. Vers 22, zum „Verbrauch“ und zum „Verzehr“. Aber er musste diesen Dingen nicht mehr dienen, also nicht für sie leben, denn er war ja für sie tot.

Gesetzliche Frömmigkeit dagegen hat Angst vor diesen Dingen. Damit üben sie noch eine verführerische Macht über sie aus. Anstatt sich ganz an Christus hinzugeben, konzentrieren sie sich ängstlich auf die Vermeidung. Dabei merken sie gar nicht, wie sie eigentlich noch von diesen Dingen gefangen sind. Paulus argumentiert: „Wenn ihr nun mit Christus den Mächten der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch noch Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt:“ Du darfst das nicht und du darfst dieses nicht usw.! Zu dieser ängstlichen Grundhaltung kommt aber häufig noch etwas viel gefährlicheres dazu.

Paulus entlarvt die geheimsten Motive der gesetzlichen Frömmigkeit. Es steckt ein widerlicher Egoismus dahinter. Das eigene Fleisch (= Ego) wird befriedigt. Getarnt ist der Egoismus durch eine falsche Demut, durch den Anschein von Weisheit, als wenn sie sehr tiefe Erkenntnisse hätten und durch eine Härte gegen sich selbst. Sie geben sich demütig, indem sie sagen, dass sie sich ganz den Ordnungen der Bibel unterwerfen. Sie sind nicht so hochmütig wie ein Paulus, der sich locker über biblische Vorschriften hinwegsetzt. Nein, sie halten alles peinlich genau ein. Nach außen sieht das sehr demütig aus, manchmal sogar sehr selbstlos. Sie leiden unter der Last und gönnen sich nichts. Das zeigt sich bis hin zu einem leidenden Gesichtsausdruck, jedoch gepaart mit einem vorwurfsvollen Zug. Diese Demut entlarvt Paulus als falsch und verlogen. Denn im Grunde erheben sie sich über andere Christen. Sie maßen sich an, Richter zu sein. Damit nehmen sie eine Stellung ein, die nur Jesus zusteht. Unter dem frommen demütigen Mäntelchen schaut die Überheblichkeit aus allen Knopflöchern.

Sie wollen mit ihrer Frömmigkeit imponieren und beeindrucken. Paulus nennt das „aufgeblasen“.

Und dabei wollen sie nicht nur den anderen Christen imponieren, sondern letztlich auch Jesus. Sie halten sich nicht am Haupt der Gemeinde, an Jesus, fest, sondern an ihrer eigenen Frömmigkeit.

Letztlich steckt dahinter ein gefährlicher Hang zur Selbsterlösung. Sie meinen, sie müssten selbst etwas dazu tun. Wenn sie nicht noch irgendwelche Forderungen erfüllen, dann reicht es nicht für den Himmel. Damit halten sie sich nicht an Jesus fest, sondern an ihrer eigenen Leistung. Damit wird schließlich das eigene Ego befriedigt.

Woran können wir eine falsche gesetzliche Frömmigkeit erkennen? Wie machen wir uns frei, von dem Urteil anderer Christen? Und was bewahrt uns davor, dass wir in eine schädliche Freizügigkeit abrutschen? In Kapitel 3,17 gibt uns Paulus einen guten Leitfaden: „Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.“ Mit diesem Leitfaden können wir unser ganzes Verhalten überprüfen: Kann Jesus unter das, was ich sagen will, seinen Namen setzen? Kann Jesus unter das, was ich vorhabe, seine Namen setzen? Wird dadurch Jesus geehrt und groß gemacht? Oder will ich mich groß machen? Oder will ich mein Ego befriedigen? Die Kriterien sind eigentlich sehr einfach und klar.

Ein letztes Kriterium nennt Paulus noch in Vers 19: Lasse ich mich in das Ganze der Gemeinde einbinden, oder will ich eine Sonderrolle spielen oder meinen individuellen Eigensinn nachgehen? Wer sich an Jesus, dem Haupt der Gemeinde, festhält, der wird sich auch in die Gemeinde einfügen und einbinden lassen. Das leibhaftige schlechte Gewissen, lässt sich nicht einbinden.

Deshalb ist es auch so schwer zu fassen. Wenn sie es treffen, dann halten sie sich an Christus und an seinen Worten fest. Lassen sie sich nicht einfangen! Amen.

Reinhard Reitenspieß




Mittwoch, 31. März 2010

Gemeinde?

Heute mal einfach ein sehr guter link zum Nachdenken
Hier

Sonntag, 28. März 2010

Gott erkennen, ewiges Leben

Hier ist ein Rundbrief von Andrew Wommack.

Rundbrief Juni 2007

Ewiges Leben
Es umfasst mehr, als du denkst

Einer meiner Angestellten fragte mich einmal, was meine wichtigste Lehre sei. Mir fiel keine Antwort darauf ein. Ich glaube, jede einzelne ist wichtig. Alles, was mir der Herr gezeigt hat, wirkt mit anderen Wahrheiten zusammen und ergibt eine Gesamtheit. Ich erklärte ihm, dass ich nicht einfach nur eine herausgreifen könnte.

Dieser Mann war auf wunderbare Weise von seiner Kokainsucht geheilt worden und hörte sich Tag und Nacht meine Lehrkassetten an. Er wollte allem auf den Grund gehen oder zum Kern des Christseins vordringen. Deshalb fragte er schließlich: „Wenn du nur eine einzige Gelegenheit hättest, einem Menschen zu dienen, was würdest du dann lehren?“

Ich musste noch einmal kurz überlegen und antwortete dann: „Ich würde die Bedeutung von wahrem ewigen Leben vermitteln.“ Das mag vielleicht nicht besonders tiefsinnig oder gar grundlegend klingen. Aber das liegt nur daran, dass die meisten Menschen nicht wissen, was gemeint ist, wenn die Bibel von ewigem Leben spricht.

Jemand sagt vielleicht: „Ewiges Leben bedeutet, für immer zu leben.“ Doch darum geht es nicht. Niemand hört auf zu existieren, wenn er stirbt. „Gut, dann muss ewiges Leben eben bedeuten, für immer im Himmel anstatt in der Hölle zu leben.“ Aber darum geht es auch nicht.

In Johannes 3,36 heißt es:
Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“

Ewiges Leben ist ein gegenwärtiger Besitz und nicht etwas, das erst dann beginnt, wenn wir in den Himmel kommen. Es gibt eine Reihe von Schriftstellen, die davon sprechen, dass wir ewiges Leben schon in diesem irdischen Leben besitzen (Johannes 4,14; 5,24; 6,27; 6,40.47).

Deshalb bleibt die Frage: „Was ist ewiges Leben?“ Ewiges Leben ist sehr wichtig. Es ist nach Johannes 3,16 der Grund, warum Jesus in diese Welt kam.

Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

Viele Menschen haben irrtümlich angenommen, dass das Ziel von Errettung die Vergebung der Sünden ist, um der Hölle zu entgehen. Doch das ist nicht die Aussage von Johannes 3,16. Sicherlich ist die Tatsache, dass wir nicht in der Hölle verloren gehen, ein wichtiger Teil dessen, was Jesus getan hat. Er hat diesen Teil dadurch erfüllt, dass Er für alle unsere Sünden die Schuld bezahlt hat – für die vergangenen und die gegenwärtigen und selbst für die Sünden, die wir noch gar nicht begangen haben.

Und selbst wenn Errettung nicht mehr umfassen würde als nur die Vergebung unserer Sünden, dann wäre das mehr, als wir alle verdienten, und immer noch wert gepredigt zu werden. Aber Errettung stellt viel, viel mehr dar als nur die Vergebung unserer Sünden, damit wir in den Himmel anstatt in die Hölle kommen können.

Ich möchte es einmal so ausdrücken. Wenn du Jesus lediglich gebeten hast, dir deine Sünden zu vergeben, damit du nicht in der Hölle verloren gehst, dann verpasst du ewiges Leben.

Sünde bildete eine Barriere zwischen uns und einem heiligen Gott. Diese Barriere musste entfernt werden. Genau das hat Jesus gemacht, und Er hat es gut gemacht. Sünde steht nicht mehr länger zwischen Gott und dem Menschen (2Kor 5,17). Wozu aber berechtigt uns das?

Es berechtigt uns ganz sicher dazu, für immer mit Gott im Himmel zu leben. Das ist wunderbar. Doch gibt es schon hier und jetzt auf der Erde immense Vorteile. Ewiges Leben ist einer dieser Vorteile.

Jesus definierte ewiges Leben für uns in Johannes 17,3. In diesem Vers heißt es:
Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott,
und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“

Ewiges Leben bedeutet, Gott zu kennen. Diese Definition enttäuscht dich jetzt vielleicht. Du denkst, dass du Gott kennst und immer noch nicht zufrieden bist. Du wünschst dir, dass es noch mehr gibt. Der Schlüssel dazu liegt im Verständnis dessen, was die Bibel mit dem Wort „erkennen“ meint.

Dieses Erkennen bedeutet viel mehr als nur intellektuelle Erkenntnis. Das kann man in Hunderten von Bibelstellen nachlesen, z.B. in 1.Mose 4,1: „Und der Mensch erkannte seine Frau Eva, und sie wurde schwanger und gebar Kain;...“ Adam erkannte Eva nicht nur intellektuell. Daraus entstehen keine Kinder. Er hatte eine intime, persönliche Begegnung mit ihr. Hier ist die Rede von einem Erkennen zwischen Mann und Frau auf der denkbar intimsten Ebene.

Als Jesus erklärte, ewiges Leben bedeute, Gott zu kennen, sprach Er in gleicher Weise davon, eine intime, enge, persönliche Beziehung zu Gott zu haben. Das ist wunderbar!

Viele Menschen glauben, dass Jesus starb, um ihre Sünden zu vergeben, haben aber noch keine enge, persönliche, intime Beziehung zu ihrem Vater Gott. Sie glauben, dass die für den Himmel vorbehalten ist. So sind sie zufrieden damit, sich durchs Leben zu wursteln, und singen Lieder darüber, was für ein schöner Tag es sein wird, wenn wir alle in den Himmel kommen.

Das soll den Himmel nicht schmälern, doch sollten wir schon jetzt ewiges Leben (eine enge, intime, persönliche Beziehung zu Gott, unserem Vater, und zu Jesus Christus, Seinem Sohn) haben. Es geht nicht um eine schöne Vision vom Himmel, sondern um das, was wir auf dem Weg dorthin schon hier auf der Erde konkret erleben.

Jesus sagte in Johannes 3,16, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass Er Seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Wenn du nur an Jesus geglaubt hast, damit du nicht in die Hölle kommst, dann entgeht dir das ewige Leben, dass der Herr hier und jetzt mit dir teilen will.

Warum wird das so missverstanden? Weil die Kirche die Botschaft von der Errettung verändert hat. Sie hat in Johannes 3,16 hinter „verloren geht“ einen Punkt gesetzt. Die Kirchen haben der Welt erzählt, dass Gott Seinen Sohn für ihre Sünden sterben ließ, damit kein Mensch verloren geht, PUNKT. Das schließt die wahre Botschaft aus, dass das Ziel der Errettung ewiges Leben und die intime Beziehung zu Gott ist.

Glaube kommt aus der Verkündigung oder dem Hören von Gottes Wort (Rö 10,17). Wenn wir nicht hören, dass Jesus kam, um uns in eine intime Beziehung mit Gott zurückzubringen, dann werden wir dafür keinen Glauben haben und diese intime Beziehung deshalb auch nicht erleben. Das ist eine exakte Beschreibung der zeitgenössischen Gemeinde.

Es gibt viele Menschen, die zum Herrn gekommen sind und die Vergebung ihrer Sünden empfangen haben; sie sind zwar errettet, stecken aber fest. Sie warten einfach auf den Himmel, damit sie anfangen können, wirklich zu leben. Doch diese Haltung lässt die Hauptsache bei der Errettung außer Acht.

Wenn es kein Leben nach dem Tod und weder Himmel noch Hölle gäbe, so offenbart Johannes 3,16, dass Jesus dennoch gekommen und für unsere Sünden gestorben wäre, damit wir hier und jetzt, in der gegenwärtigen bösen Welt (Gal 1,4), erneut eine intime Beziehung zu Ihm und Seinem Vater haben können.

Einer der hauptsächlichen Unterschiede zwischen der Gemeinde des ersten Jahrhunderts und unserer modernen Gemeinde ist eben der, dass die Menschen damals Gott auf intime Weise kannten. Sie hatten eine Beziehung zu Gott, die nicht erst auf ihren Beginn im Himmel wartete, sondern die in ihnen wirkte, während sie noch auf dieser Welt waren.

Sie genossen nicht die Vorteile von Radio, Fernsehen, Internet oder anderen modernen Kommunikationsmitteln. Sie hatte noch nicht einmal einen Aufkleber an ihrem Kamel. Und doch stellten diese Gläubigen innerhalb von nur dreißig Jahren die gesamte damalige Welt mit den Wahrheiten des Evangeliums auf den Kopf (Apg 17,6). Sie beeinflussten ihre Welt viel mehr als wir heutzutage die unsere. Warum?

Sie hatten solch eine Tiefe in ihrer Beziehung zu einem Lebendigen Gott, dass es ansteckend war. In Rom kannten Christen ihren Gott auf solch intime Weise, dass sie Ihn mit Liedern priesen, während sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Es gibt geschichtliche Zeugnisse darüber, dass der römische Kaiser Nero sich die Ohren zuhielt und sagte: „Warum müssen diese Christen singen?“

Diese Christen hatten viel mehr als eine Doktrin und eine Hoffnung. Sie hatten im Hier und Jetzt eine reale Beziehung zu Gott, die es ihnen erlaubte, schreckliche Gräueltaten mit Freude zu ertragen. Es gibt geschichtliche Zeugnisse über Römer, die von der Tribüne sprangen und zu den Christen in die Arena liefen, als sie deren Freude im Todesleiden miterlebten. Diese Römer wussten, dass dafür nun zu demselben Schicksal verurteilt waren, doch sie akzeptierten ihren Tod bereitwillig, damit sie Gott auf dieselbe enge, intime und persönliche Weise erkennen konnten wie diese Christen.

Ich möchte dir eine Frage stellen, und zwar nicht, um dich zu verdammen, sondern um dich aufzuklären. „Wie viele Menschen würden sterben, um das zu haben, was du hast? Ist jemand neidisch auf deine Beziehung zum Herrn?“ Falls nicht, dann möchte ich dich darauf hinweisen, dass du nicht das ewige Leben erfährst, das die Bibel beschreibt und das Jesus dir durch Seinen Tod gegeben hat.

Ewiges Leben ist nicht nur für ein paar auserwählte Menschen. Es ist das normale christliche Leben. Eigentlich lebst du gar nicht wirklich, wenn du diese Erfahrung nicht machst. Eben dieses ewige Leben trieb den Apostel Paulus (Phil 3,10) und all die frühen Christen an. Und genau das treibt heute noch erfolgreiche Christen an. Es geht ausschließlich um eine persönliche Beziehung zu einer Person und nicht um irgendeine Doktrin.

Ich würde dir gern noch viel mehr darüber mitteilen. Es ist die Grundlage für alles, was ich lehre. Frag meine Studenten am Charis Bible College. Sie werden dir erklären, dass eine persönliche, intime Beziehung zum Herrn die Antwort auf alles ist. Und die gute Nachricht ist, dass der Herr Sich für dich eine solche Beziehung noch mehr wünscht als du selbst.

Fordere doch bitte meine Lehre “Eternal Life” („Ewiges Leben”; z. Zt nur in Englisch) an. Es könnte eine der wichtigsten Lehren sein, die du jemals gehört hast. Wenn dieses ewige Leben bereits in dir wirkt, dann wird es dadurch noch besser werden. Jeder von uns kann seine Beziehung zum Herrn noch vertiefen.

Wenn du einmal verstanden hast, dass wahres ewiges Leben mit einer persönlichen Beziehung zum Herrn beginnt, wirft das die Frage auf: „Wie fange ich damit an?“ Das ist eine wichtige Frage und die Antwort darauf ist ebenso wichtig. Ich habe zwar keine Möglichkeit, hier darauf einzugehen, doch meine Lehre “Ministering unto God“ („Gott dienen“; z. Zt nur in Englisch) geht Hand in Hand mit “Eternal Life” und wird dir helfen anzufangen.

Zusammen bringen wir der Welt die wahre Botschaft vom ewigen Leben. Danke, dass du uns das ermöglichst. Ohne dich könnten Jamie und ich das nicht tun. Du bist ein Segen!

Wir lieben dich,

Andrew & Jamie



Samstag, 27. März 2010

Dürfen Frauen lehren, leiten.

Ich dachte, eigentlich dieses Thema sei eigentlich schon genug aufgearbeitet.
Aber ein paar Themen müßen wahrscheinlich immer wieder aufgewärmt werden.
Leider ist es da nicht wie beim Sauerkraut, das beim Aufwärmen immer besser werden soll. ;-)

Es gibt Menschen die sich Gedanken machen ob Frauen Hosen tragen dürfen.
Ich las mal einen Artikel mit mehreren Seiten, daß die Wurzel der Jeanshose Rebellion sei.
Dürfen Männer Ohrringe tragen?
Kann man mit einer "Guten-Nachricht-Bibel" wirklich wiedergeboren werden.

Hier eine sehr gute Bibelarbeit zum dem ewigen obigen Thema.

Freitag, 26. März 2010

Gnade

Ich beschäftige mich gerade viel mit Gnade und fand dabei einen alten Artikel von Haso,

Hier ein Ausschnitt

Hier sind wir zurück beim Thema Gnade. Es gibt nur eins, was stärker ist als Sünde – die Gnade (Römer 5,20). Wenn wir wollen, dass die Sünde in unserer Gesellschaft (und in der Gemeinde) zurückgedrängt wird, müssen wir anfangen, die Sünder zu lieben wie nie zuvor. Wir brauchen Gnadenapostel und keine Moralapostel. Wir brauchen Heilspropheten und keine Unheilspropheten. Wir brauchen Evangelisten, die das Evangelium predigen und nicht das Gesetz. Wir brauchen Hirten, die keine Hirtenhunde sind. Wir brauchen Lehrer, die den Neuen Bund lehren und die den Neuen Bund leben.

Und hier der ganze Artikel

Donnerstag, 25. März 2010

Männer im geistlichen Dienst?

10 Gründe gegen die Ordination von Männern

Die 10 Gründe, weshalb ein Mann nicht ordiniert werden sollte.
(nach David Letterman)


1. In der neutestamentlichen Darstellung war die Person, welche Jesus verriet ein Mann. Sein Mangel an Glaube und die daraus folgende Bestrafung stehen symbolisch für die Tatsache, dass Männer eine nachgeordnete Position einnehmen sollten.

2. Männer können immer noch an Gemeindeaktivitäten beteiligt werden, auch ohne eine Ordination. Sie könnten Wege fegen, das Kirchendach reparieren und vielleicht sogar den Gesang am Vatertag leiten. Während sie sich selbst auf solche traditionellen Männeraufgaben begrenzen, können sie nach wie vor eine wichtige Rolle im Gemeindeleben spielen.

3. Männer sind der Gewalt wesentlich mehr zugeneigt. Ein Mann wird selten einen Streit beilegen ohne darum zu kämpfen. Deshalb wären sie ziemlich armselige Rollenvorbilder und außerdem gefährlich instabil in Leiterschaftspositionen.

4. Die Aufgabe eines ordinierten Pastors ist es, die Gemeinde (geistlich, Anm. des Übers.) zu ernähren. Aber das ist nicht die traditionelle männliche Rolle. Durch die Geschichte hindurch hat man nicht nur festgestellt, dass Frauen qualifiziertere Ernährer sind, sondern dass das auch viel lieber tun als Männer. Deshalb sollte man eher Frauen für eine Ordination in Erwägung ziehen.

5. Einige Männer sind attraktiv; das würde weibliche Gläubige ablenken.

6. Männer sind zu emotional um Priester oder Pastoren zu sein. Das wird sehr schnell deutlich, wenn man mal männliche Zuschauer von Fußball- oder Basketballspielen beobachtet.

7. Der Mann wurde vor der Frau erschaffen. Deshalb ist es offensichtlich, dass der Mann ein Prototyp war. Deshalb sollte man den Mann eher als ein Experiment ansehen und nicht als krönende Vollendung der Schöpfung.

8. Ihr Körperbau lässt vermuten, dass Männer eher für Tätigkeiten wie Bäume fällen und den Kampf mit Berglöwen geeignet sind. Es wäre unnatürlich für sie, einer anderen Art von Arbeit nachzugehen.

9. Männer mit Kindern könnten durch ihre pastoralen Pflichten von ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kindern abgelenkt werden.

10. Der Platz eines Mannes ist in der Armee.


Jetzt noch ein guter Link




Dienstag, 23. März 2010

Nachsinnen Georg Müller

Habe ich gefunden

Editiert und bearbeitet von Matt Schoenfeleder und Martin Bennett

GEORG MÜLLER (1805-1898) ist wahrscheinlich am besten unter der Bezeichnung "Vater der Waisenkinder" bekannt. Die Sorge um die Bedürfnisse von Tausenden von Kindern lehrte Herrn Müller, auf Gott und nur auf Ihn allein als seinen Versorger zu schauen. Als er im Jahre 1834 das Institut für Bibelkenntnis gründete, hatte er es sich zum Ziel gesetzt, Tages- und Sonntagsschulen zu helfen, Bibeln und Traktate zu verteilen und sich um Waisenkinder zu kümmern. Er konnte sich kaum vorstellen, daß diese Organisation einmal der führende Verteiler von Bibeln und christlicher Literatur und die größte Unterstützung von Missionaren jener Tage werden sollte.

Georg Müller brachte durch Gebet über siebeneinhalb Millionen Dollar herein und trug in sein Tagebuch 50.000 spezielle Gebetserhörungen ein - davon waren 5.000 bereits am selben Tag wie die Bitte erhört worden. Er ging siebzehnmal auf Evangelisationsreise, wo er zu mehr als drei Millionen Menschen sprach. Georg Müller führte ein Leben des Glaubens, das immer wieder seine Aussage bewies, daß "wahres Vertrauen auf Gott über allen Umständen und Äußerlichkeiten steht."

Quelle: "The Last Days" Magazine



Die erste Mahlzeit des Tages



Es gefiel dem HERRN, mich eine Wahrheit zu lehren, mit der ich eigentlich gar nichts zu tun hatte. Obwohl inzwischen mehr als 14 Jahre vergangen sind, seit ich dies damals schrieb, habe ich doch keine der Segnungen aus dieser Lektion verloren.

Der HERR lehrte mich, daß die erste Sache, der ich mich jeden Tag widmen sollte, die ist, daß mein Geist im HERRN fröhlich ist. Meine erste Sorge sollte nicht sein, darüber nachzudenken, wie ich dem HERRN dienen und Ihn verherrlichen kann, sondern vielmehr, wie ich meinen Geist in einen glücklichen Zustand versetzen und meine Seele ernähren kann. Der Versuch, mit Ungläubigen ehrlich zu sprechen oder Christus zu dienen oder Notleidenden zu helfen oder sich in irgendeiner anderen Weise als Kind Gottes zu geben, kann in einem falschen geistigen Zustand geschehen, wenn ich nicht zuerst fröhlich im HERRN bin - von Tag zu Tag in meiner Seele gespeist und gestärkt.

Mindestens zehn Jahre, bevor ich das verstanden hatte, war es meine Gewohnheit gewesen, mich dem Gebet hinzugeben, sobald ich am Morgen angekleidet war. Später erkannte ich jedoch, daß das wichtigste, was ich tun mußte, war, das Wort Gottes zu lesen und darüber nachzudenken. Auf diese Weise konnte mein Herz getröstet, aufgebaut, gewarnt, ermahnt und unterwiesen werden. Und diese Zeit der Andacht mit dem Wort Gottes war die Tür, durch die ich die ergiebige Gemeinschaft mit dem HERRN betrat.

Nicht mehr als ein Bissen auf einmal

Am Anfang des Neuen Testaments beginnend, fing ich am frühen Morgen mit der Andacht an. Nachdem ich um den Segen des HERRN für Sein kostbares Wort gebeten hatte, begann ich über das, was ich las, nachzusinnen, und versuchte, aus jedem Vers Segen zu bekommen; und zwar nicht in der Absicht, jemand anderen zu lehren oder eine neue Botschaft predigen zu können, sondern um Speise für meinen eigenen Geist zu erhalten. Das Ergebnis davon war immer, daß ich nach nur wenigen Minuten dazu gebracht wurde, Gott meine Sünden zu bekennen oder Ihm zu danken oder für die Bedürfnisse anderer zu beten oder für meine eigenen Bedürfnisse zu beten.

Nachdem ich eine Pause gemacht und mein Herz im Gebet ausgeschüttet habe, gehe ich weiter zum nächsten Text oder Vers, wobei ich das alles in Gebet für mich oder andere umwandle - wie immer das Wort mich leiten mag -, aber immer noch fortwährend im Sinn behalte, daß der erste Zweck meiner Andacht ist, Nahrung für meine eigene Seele zu bekommen. Das Ergebnis davon ist, daß diese Andacht immer mit einer guten Menge an Bekenntnissen, Danksagungen, Bitten/Gebeten oder Fürsprachen für andere vermischt ist und daß meine Seele fast immer auf bemerkenswerte Weise gespeist und gestärkt wird und daß ich mich bis zur Frühstückszeit, mit seltenen Ausnahmen, in einem friedlichen, wenn nicht sogar glücklichen Herzenszustand befinde.

Was mir der HERR früher oder später am Tag zeigt, ist, daß die besonderen Dinge, die Er mir am Morgen schenkt, zu Nahrung für andere Gläubige werden, obwohl ich nicht um ihretwillen meine Zeit vor dem HERRN verbracht habe, sondern, um meine Seele zu stärken.

Das Wort verdauen

Ich nehme gern meine Bibel mit und verbringe die Andacht draußen, nehme mir ein oder zwei Stunden Zeit vor dem Frühstück und spaziere über die Felder oder setze mich auf die Treppe, wenn es für mich zu anstrengend ist, die ganze Zeit zu gehen. Es ist eine gute Übung. Zuerst hatte ich die Zeit, die ich mit Spazierengehen verbrachte, als Verlust angesehen, aber jetzt finde ich es sehr vorteilhaft, nicht nur für meinen Körper, sondern auch für meinen Geist. Ein Spaziergang draußen vor dem Frühstück muß natürlich nicht notwendigerweise mit dem Morgengottesdienst verbunden werden, und jeder sollte das tun, was für ihn am besten ist.

Der wirkliche Unterschied zwischen meiner früheren Praktik und der jetzigen ist der: Ich betete für gewöhnlich so früh wie möglich und verbrachte fast meine ganze Zeit bis zum Frühstück im Gebet. Ich begann normalerweise mit Gebet, außer wenn ich fühlte, daß mein Geist stärker blockiert war als sonst; in diesem Falle las ich das Wort Gottes. Aber was war das Resultat? Ich verbrachte oftmals eine Viertelstunde bis eine Stunde auf meinen Knien, bevor ich mir bewußt war, daß ich Trost, Auferbauung, eine demütige Seele etc. empfing, und oft mußte ich die ersten zehn bis dreißig Minuten lang mit meinen umherschweifenden Gedanken kämpfen, bevor ich im Gebet durchdringen konnte.

Dies geschieht nun selten. Da ich durch die Wahrheit gespeist worden und in die süße Gemeinschaft mit Gott gekommen bin, spreche ich zu meinem Vater und Freund (obwohl ich schlecht und dessen nicht würdig bin) über die Dinge, die Er in Seinem kostbaren Wort vor mich bringt. Es wundert mich, daß ich diesen Punkt nicht schon früher entdeckt habe. Kein anderer im Dienste Gottes hatte jemals mit mir darüber gesprochen. Keine private Unterredung mit einem Bruder hatte ihn aufgedeckt. Und nun, seit Gott mir diesen Punkt gezeigt hat, ist es mir auf einmal so klar wie nie zuvor, daß das erste, was ein Kind Gottes jeden Tag tun muß, ist, Nahrung für seine Seele zu bekommen.

Unser tägliches Brot

Genau wie der körperliche Mensch nicht ohne Nahrung arbeiten kann - und Nahrung ist eines der ersten Dinge, die er braucht - , so ist es auch mit der Seele des Menschen. Nun - was ist Nahrung für die Seele? Nicht Gebet, sondern das Wort Gottes. Und das bedeutet nicht einfach nur das simple Lesen der Schrift - das ist so, wie wenn Wasser durch ein Rohr läuft. Wir müssen das, was wir lesen, sorgfältig betrachten, uns darüber Gedanken machen und es in unsere Herzen aufnehmen.

Ganz gleich, wie lange man betet - es erfordert einen gewissen Grad an Stärke und göttlichem Verlangen und eine Zeit, die man sich freihält. Die beste Zeit zum Beten ist, nachdem die Seele durch das Nachsinnen über das Wort Gottes gespeist wurde. Unser Vater hat zu uns gesprochen, uns ermutigt, getröstet, gelehrt, gedemütigt und ermahnt. Selbst wenn wir geistlich schwach sind, können wir über das Wort meditieren. Eigentlich brauchen wir die Meditation, um unsere Seele zu stärken, um so mehr, je schwächer wir sind.

Es ist viel einfacher, sich auf das Gebet zu konzentrieren, ohne daß die Gedanken abschweifen, wenn man zuerst in der Schrift gelesen hat. Ich lege deshalb ein solches Gewicht auf diesen Punkt, weil ich daraus für mich selbst so einen großen geistlichen Profit und so eine geistliche Erfrischung gewonnen habe, und ich möchte meine Glaubensgenossen auf das Innigste und mit allem Ernst dazu bewegen, dies in Erwägung zu ziehen. Ich glaube, daß Gott diese Zeiten gesegnet hat, die mir die Stärke und den Frieden schenkten, um die größten Prüfungen, wie ich sie nie zuvor gekannt hatte, zu bestehen. Da ich diese Methode seit 14 Jahren praktiziere, kann ich sie voll und ganz und mit Gottesfurcht empfehlen.

Was für einen überwältigenden Unterschied macht es aus, wenn man jeden Tag mit einem glücklichen und im HERRN erfrischten Geist beginnt, anstatt Ihm ohne geistige Vorbereitung zu begegnen. Ob man bereit ist oder nicht - die Nöte, die Prüfungen und die Versuchungen werden kommen!

Georg Müller